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„Digitaler, konzentrierter, eleganter“: Handelsblatt mit neuer Optik und mehr Themenschwerpunkten

Neues Handelsblatt ohne Logo ohne Fond, Chefredakteur Afhüppe (re.), Herausgeber Steingart: „redaktionelles Profil der Zeitung geschärft“
Neues Handelsblatt ohne Logo ohne Fond, Chefredakteur Afhüppe (re.), Herausgeber Steingart: "redaktionelles Profil der Zeitung geschärft"

Re-Brush für das Handelsblatt. Die Wirtschaftszeitung erscheint ab dem heutigen Montag in einem überarbeiteten Layout und mit einigen inhaltlichen Änderungen. „Die Zeitung wirkt digitaler, konzentrierter und deutlich eleganter“, fasst Herausgeber Gabor Steingart den Re-Brush in seinem Morning Briefing zusammen. Chefredakteur Sven Afhüppe will im neuen Konzept auch mehr Themenschwerpunkte setzen.

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„Was in der Autoindustrie die Modellpflege und bei den Hollywood-Stars das Facelifting, ist im Zeitungsgewerbe der Re-Brush: Die Seele bleibt, aber das Äußere wird verjüngt“, schreibt Gabor Steingart. Im Falle des Handelsblatts verändert sich auch der Fokus der Berichterstattung: Der neue Look steht auch für eine gewissen Entschleunigung. Die Wirtschaftszeitung ist auf den ersten Eindruck das bislang konsequenteste „Tagesmagazin“ in der deutschen Medienlandschaft.

 

Handelsblatt-Stahlfusion TextDie Aufmacherseite zum Titelthema

Das neue Layout wurde von Anja Horn, Geschäftsführerin der Berliner Agentur Einhorn Solutions, in enger Zusammenarbeit mit Melanie Petersen, Creative Directorin beim Handelsblatt, und der Handelsblatt-Chefredaktion entwickelt. Zusammen fassten die Macher auch das Logo und die Kopfzeile der Wirtschaftszeitung an. So soll eine klare Typografie und gezielte Farbakzente für eine aufgeräumte Optik sorgen und die wichtigsten Leitthemen des Tages noch stärker hervor heben.

Den Schwerpunkt der Renovierung bildet eine neue, übersichtliche und elegante Seitenoptik. Dadurch wirkt das Wirtschaftsblatt weit mehr wie eine Zeitschrift und weniger wie eine schnell getaktete Tageszeitung. Verstärkt wird dieser Effekt durch den Einsatz großflächiger Bilder, Text- und Grafikelemente sowie von Infokästen.

 

Handelsblatt-Grafik TextIn der Mitte der Zeitung gibt es nun täglich eine Infografik zum heraustrennen

Passend dazu findet sich nun immer in der Mitte jeder Zeitung die neue Rubrik „Handelsblatt Grafik“, die anhand von anschaulichen Infografiken komplexe Themen und Sachverhalte schnell erfassbar darstellen und erklären. In der ersten Ausgabe geht es dabei um die Folgen des Brexit. Die Infografik-Doppelseite lässt sich auch heraustrennen und sammeln. Jeweils zum Jahresende sollen die sämtliche Grafiken auch als E-Book verfügbar sein.

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Einen noch stärkeren Schwerpunkt wollen die Düsseldorfer zudem auf Familienunternehmen legen. Eine eigene Doppelseite informiert nun über die wichtigsten Nachrichten, Personalien und Entwicklungen aus inhabergeführten Unternehmen. „Die inhabergeführten Firmen seien das Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft, heißt es oft. Das Handelsblatt zeigt ab heute die Gesichter dazu“, erklärt Steingart in seinem Morning Briefing.

Das neue Layout spiegelt nicht nur die optische, sondern auch die inhaltliche Weiterentwicklung des Handelsblatts wider: Wir wollen neue, innovative Wege gehen und das redaktionelle Profil der Zeitung weiterhin konsequent schärfen“, sagt Chefredakteur Sven Afhüppe. „Wir setzen noch stärker auf thematische Schwerpunkte – inhaltlich präzise und in optischer Eleganz.“

 

Handelsblatt-TextAuf einer ganzen Doppelseite beschäftigt sich die Redaktion künftig mit den Geschäften von Familienunternehmen  

Einen besonderen Kniff haben sich die Düsseldorfer beim Inhaltsverzeichnis ausgedacht. Neben dem Hinweis auf die Stories der aktuellen Ausgabe findet sich nun immer auch ein Ausblick auf alle ökonomischen Top-Ereignisse des begonnenen Tages. Gabor Steingart dazu: „Andere Zeitungen berichten, was war. Hier erfahren Sie, was kommt“.

 

MEEDIA ist ein Tochterunternehmen der Verlagsgruppe Handelsblatt.

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Alle Kommentare

  1. Mein erster Eindruck: Der Relaunch ist eine Katastrophe! So eine schlechte Überarbeitung hat es seit einem Vierteljahrhundert beim Handelsblatt (HB) nicht gegeben (und vermutlich noch nie in der Geschichte des Blattes). Die Zeitung zerlegt sich selbst. Der Substanzverlust ist eklatant.

    Eines der wichtigsten HB-USPs war bisher das ausführliche Inhaltsverzeichnis auf den Seiten 2 und 3. Zusammen mit der Titelseite konnte der eilige Leser so in 5-10 Minuten einen Überblick über das wichtigste Geschehen in Sachen Wirtschaft und Politik bekommen. Das ist jetzt nicht mehr möglich, weil das neue Inhaltsverzeichnis im Magazinstil wenig Inhalt und viel Foto bietet. Das ist der erste Substanzverlust im neuen HB.

    Außerdem fehlt die Übersichtsleiste der zehn wichtigsten Finanzinformationen auf der Titelseite. Jetzt gibt nur noch einen Block mit sechs Informationen. Herausgefallen sind unter anderem die wichtigen Infos zur Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen und der US-Treasury – also Daten, die im Internet nur auf wenigen Seiten zu finden sind (auch nicht auf der stark suboptimalen Handelsblatt-Internetseite!). Der zweite Substanzverlust.

    Die Berichterstattung wurde deutlich eingeschränkt. Im Namensindex sind nur noch 18 Unternehmen, über die berichtet wird, aufgeführt. Im alten HB waren am vergangenen Donnerstag noch fast doppelt so viele. Der dritte Substanzverlust.

    Dann sind noch die Aufmacherseiten der einzelnen Ressorts verschwunden. Stattdessen starten die Ressorts – ganz magazinig – gleich mit einer großen Geschichte. Eine Zeitung lese ich aber, um einen Überblick und eine Gewichtung zu erhalten. So wie z.B. am vergangenen Donnerstag, wo sich auf der Finanzen-Aufmacherseite eine große Geschichte, zwei Berichte, eine Nachricht, zwei Hinweise auf andere große Finanzgeschichten und eine Kolumne befand (auf letztere könnte ich allerdings gut verzichten). Der vierte Substanzverlust.

    Liebes Handelsblatt: Substanz entscheidet. Liefere mir diese wieder oder das war es nach 28 Jahren Abonnement! Probeabos von Alternativen habe ich mir heute schon bestellt.

    Und: Sei wieder eine (wirtschafts- und finanzorientierte) Tageszeitung und steh dazu! Versuche nicht, ein Magazin zu werden. Das können andere einfach besser.

  2. Ob die Optik so wahnsinnig viel nützt, wenn die Inhalte zumindest im Politikbereich doch so fragwürdig bleiben wie eh und je, das sei mal dahingestellt.

    Davon mal abgesehen, hat Meedia mit der Fotomontage (die sonst aber meistens ganz gut sind) ausgerechnet hier keinen wirklichen Glücksgriff getan.

    Während das Bild von Herausgeber Steingart noch passend und vertrauenswürdig erscheint, sieht es bei dem Foto von Chefredakteur Afhüppe nun nicht gerade so aus, als wäre er über das neue Design begeistert.

    Gequältes Lächeln (anders kann man das nicht sagen), Arme verschränkt (auf Abstand bedacht und wirkt auf mich irgendwie auch ein bissel arrogant) und die ganze Körperhaltung an sich sagt (mir) eher:

    „Ich wollte das hier eigentlich nicht machen, aber ich musste und jetzt stehe ich eben hier und hoffe nur, das das Foto bald im Kasten ist.“

    Ich vermute mal, man hat deswegen kein anderes Foto genommen, weil die Alternativen noch schlimmer waren und mit Fotoshop nachzuhelfen hat man sich gegenüber dem Chef auch nicht getraut – oder man hat nicht soviel genommen, wie nötig gewesen wäre. 🙂

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