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LAE 2016: Spiegel bleibt die meistgenutzte Marke, Welt, F.A.Z., Zeit und Handelsblatt legen kräftig zu

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Die Leseranalyse Entscheidungsträger in Wirtschaft und Verwaltung ermittelt jährlich, welche Medien Selbständige, Freiberufler, höhere Angestellte und Beamte konsumieren. Eins der Ergebnisse der LAE 2016: Print bleibt stark. Reichweitenstärkste crossmediale Marke bleibt Der Spiegel bzw. Spiegel Online, am deutlichsten steigern konnten sich Die Welt, F.A.Z., Zeit und Handelsblatt.

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1,65 Mio. Entscheider erreicht Der Spiegel pro Woche mit seinem Print-Magazin, seiner Website und seinen Apps. Diese Crossmedia-Zahl hat die LAE 2016 ermittelt. Über die Mio.-Marke sprang auch der Focus mit 1,163 Mio., auf den weiteren Plätzen folgen der stern und die Süddeutsche Zeitung. Die größten prozentualen Gewinner finden sich aber auf den Rängen 5 bis 8: Für Die Welt, die F.A.Z., Die Zeit und das Handelsblatt ging es jeweils um mehr als 20% nach oben.

Die von Verlagen initiierte LAE (Leseranalyse Entscheidungsträger in Wirtschaft und Verwaltung) erscheint einmal pro Jahr und zeigt u.a., welche Print- und Online-Medien die Entscheider konsumieren. Zur Grundmenge von fast 3 Mio. Entscheidern gehören in der Studie 575.000 „Selbstständige/ Freiberufler mit Betrieben ab 6 Beschäftigten außerhalb der Wirtschaftszweige der klassischen Freien Berufe“, 477.000 „Selbstständig/ freiberuflich Tätige mit Arbeitgeberfunktion (mindestens ein zusätzlich Beschäftigter) in den Wirtschaftszweigen der klassischen Freien Berufe“, 1,656 Mio. „Angestellte mit selbstständigen, (begrenzt) verantwortlichen Tätigkeiten: z.B. Projektleiter, Stationsarzt, Referent“ oder „Angestellte mit Führungsaufgaben und Entscheidungsbefugnissen: z.B. Chefarzt, Geschäftsführer, Abteilungsleiter, Direktor“, sowie 228.000 Beamte ab Besoldungsgruppe A14.

LAE 2015: Die Ergebnisse
Leser pro Ausgabe + Nutzer pro Woche
2015 vs. 2014
Crossmedia+App-Reichweite
1 Der Spiegel 1.650.000 221.000 15,5%
2 Focus 1.163.000 151.000 14,9%
3 stern 937.000 78.000 9,1%
4 Süddeutsche Zeitung 811.000 92.000 12,8%
5 Die Welt 789.000 150.000 23,5%
6 F.A.Z. 699.000 142.000 25,5%
7 Die Zeit 674.000 120.000 21,7%
8 Handelsblatt 558.000 95.000 20,5%
9 Wirtschaftswoche 514.000 48.000 10,3%
10 Manager Magazin 393.000 31.000 8,6%
11 Capital 349.000 17.000 5,1%
12 Handwerk Magazin 298.000 1.000 0,3%
13 VDI Nachrichten 287.000 3.000 1,1%
14 Markt und Mittelstand 285.000 44.000 18,3%
15 Creditreform 213.000 7.000 3,4%
16 Der Handel 203.000 3.000 1,5%
17 Brand eins 188.000 43.000 29,7%
18 Impulse 175.000 11.000 6,7%
19 Cicero 151.000 8.000 5,6%
Daten-Quelle: LAE e.V. / Tabelle: MEEDIA

Die Zahlen der Zeitungen zeigen, dass die Print-Reichweiten insgesamt relativ stabil bleiben, es aber nur für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und Die Zeit nach oben ging. Sie erreichen also – wenn man der auf Umfragen basierenden LAE glaubt – mehr Entscheider als im Vorjahr.

LAE 2016: Die Ergebnisse
Leser pro Ausgabe
2016 vs. 2015
Tageszeitungen
1 Süddeutsche Zeitung 409.000 -14.000 -3,3%
2 Frankfurter Allgemeine Zeitung 315.000 5.000 1,6%
3 Welt Gesamt 300.000 -7.000 -2,3%
4 Handelsblatt 282.000 -8.000 -2,8%
Wochenzeitungen
1 Die Zeit 341.000 10.000 3,0%
2 Welt am Sonntag 245.000 -9.000 -3,5%
3 VDI nachrichten 212.000 -20.000 -8,6%
4 Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 190.000 -3.000 -1,6%
Daten-Quelle: LAE e.V. / Tabelle: MEEDIA

Bei den Magazinen verloren alle fünf wöchentlichen Titel Leser – am wenigsten Der Spiegel, deutlich mehr Focus, stern und WirtschaftsWoche. Bei den monatlichen Zeitschriften ging es für Markt und Mittelstand, brand eins und Cicero nach oben, Leser verloren haben vor allem das manager magazin und Capital.

LAE 2016: Die Ergebnisse
Leser pro Ausgabe
2016 vs. 2015
Wöchentliche Zeitschriften
1 Der Spiegel 870.000 -1.000 -0,1%
2 Focus 596.000 -30.000 -4,8%
3 Stern 560.000 -34.000 -5,7%
4 Wirtschaftswoche 322.000 -29.000 -8,3%
5 Focus Money 159.000 -7.000 -4,2%
Monatliche Zeitschriften
1 Manager Magazin 275.000 -18.000 -6,1%
2 Handwerk Magazin 255.000 -8.000 -3,0%
3 Capital 243.000 -19.000 -7,3%
4 Markt und Mittelstand 224.000 23.000 11,4%
5 Creditreform 146.000 -12.000 -7,6%
6 Der Handel 145.000 -12.000 -7,6%
7 Brand eins 135.000 29.000 27,4%
8 Impulse 119.000 0 0,0%
9 Cicero 109.000 2.000 1,9%
Daten-Quelle: LAE e.V. / Tabelle: MEEDIA

Auch online gingen den großen Angeboten Spiegel Online, Focus Online, Welt, Süddeutsche.de und stern.de Entscheider in der Nutzerschaft abhanden. Alle liegen unter den Zahlen aus 2015 – vor allem die SZ und der stern büßten hier deutlich ein. Zu den Gewinnern gehören wiederum FAZ, Zeit und Handelsblatt, aber auch die WiWo.

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LAE 2016: Die Ergebnisse
Nutzer pro Monat
2016 vs. 2015
Online-Angebote
1 spiegel.de 1.309.000 -30.000 -2,2%
2 focus.de 914.000 -13.000 -1,4%
3 welt.de 685.000 -4.000 -0,6%
4 sueddeutsche.de 643.000 -41.000 -6,0%
5 stern.de 622.000 -41.000 -6,2%
6 faz.net 583.000 31.000 5,6%
7 zeit.de 540.000 22.000 4,2%
8 handelsblatt.com 448.000 22.000 5,2%
9 wirtschaftswoche.de 353.000 16.000 4,7%
10 manager-magazin.de 238.000 2.000 0,8%
11 capital.de 201.000 -6.000 -2,9%
12 ingenieur.de 172.000 0 0,0%
13 creditreform-magazin.de 143.000 3.000 2,1%
14 marktundmittelstand.de 126.000 -4.000 -3,1%
15 derhandel.de 113.000 -6.000 -5,0%
16 handwerk-magazin.de 111.000 -18.000 -14,0%
17 brandeins.de 100.000 6.000 6,4%
18 impulse.de 96.000 -15.000 -13,5%
19 cicero.de 88.000 -12.000 -12,0%
Daten-Quelle: LAE e.V. / Tabelle: MEEDIA

Erstaunlich sind die deutlichen Verluste bei den Smartphone-Apps: Laut LAE büßten die Spiegel-Apps hier fast 30% ihrer Entscheider ein, nach oben ging es in der Top Ten nur für Die Zeit.

LAE 2016: Die Ergebnisse
Nutzer pro Monat
2016 vs. 2015
Smartphone-Apps
1 Spiegel / Spiegel Online 205.000 -86.000 -29,6%
2 Focus / Focus Online 133.000 -9.000 -6,3%
3 stern 98.000 -10.000 -9,3%
4 Süddeutsche Zeitung 95.000 -18.000 -15,9%
5 Handelsblatt 77.000 -15.000 -16,3%
6 Die Welt 75.000 -5.000 -6,3%
7 F.A.Z. 64.000 -8.000 -11,1%
8 Die Zeit 50.000 1.000 2,0%
9 Wirtschaftswoche 38.000 -6.000 -13,6%
10 VDI Nachrichten 32.000 -7.000 -17,9%
11 Manager Magazin 23.000 -3.000 -11,5%
12 Capital 23.000 -10.000 -30,3%
13 Handwerk Magazin 17.000 0 0,0%
14 Creditreform Magazin 13.000 1.000 8,3%
15 Impulse 11.000 -3.000 -21,4%
16 Brand eins 10.000 -6.000 -37,5%
Daten-Quelle: LAE e.V. / Tabelle: MEEDIA

Etwas besser sieht es bei den Tablet-Apps aus: Der Spiegel gewann hier 2,8% hinzu, auch die F.A.Z. ging es nach oben. Viele andere liegen aber auch hier unter den Zahlen des Vorjahres.

LAE 2016: Die Ergebnisse
Nutzer pro Monat
2016 vs. 2015
Tablet-Apps
1 Der Spiegel / Spiegel Online 218.000 6.000 2,8%
2 Focus / Focus Online / Focus-Magazin 116.000 -11.000 -8,7%
3 Süddeutsche Zeitung 102.000 -8.000 -7,3%
4 F.A.Z. / F.A.S. 90.000 3.000 3,4%
5 Die Welt 86.000 -8.000 -8,5%
6 Handelsblatt 82.000 0 0,0%
7 stern 77.000 -1.000 -1,3%
8 Die Zeit 56.000 -3.000 -5,1%
9 Wirtschaftswoche 50.000 0 0,0%
10 VDI Nachrichten 44.000 -7.000 -13,7%
11 Manager Magazin 30.000 -6.000 -16,7%
12 Capital 29.000 0 0,0%
13 Creditreform 15.000 3.000 25,0%
14 Der Handel 14.000 3.000 27,3%
15 Impulse 13.000 -1.000 -7,1%
16 Brand eins 13.000 0 0,0%
17 Handwerk Magazin 9.000 1.000 12,5%
Daten-Quelle: LAE e.V.                                                          Tabelle: MEEDIA

Die crossmedialen Reichweiten zeigen insgesamt also bei allen (!) teilnehmenden Marken nach oben. Keine büßte Nutzer ein. Das ist insofern verblüffend, als es bei den Einzel-Zahlen aus Print, Online, Apps diverse Verlierer gibt. So verlor Der Spiegel (Print) 1.000 Leser pro Ausgabe, Spiegel Online 30.000 pro Monat, die Spiegel-Smartphone-Apps 86.000 und nur die Tablet-Apps des Hauses gewannen 6.000 hinzu. Dennoch soll die crossmediale Reichweite gegenüber 2015 um 221.000 Entscheider gestiegen sein.

Ein Grund dafür ist die Einberechnung der wöchentlichen Online- und App-Reichweiten in die crossmedialen Zahlen – anstelle der monatlichen, die wir in den Einzel-Rankings zeigen. Die wöchentlichen Reichweiten der Online-Angebote und Apps haben sich nämlich deutlich besser entwickelt – Spiegel Online wuchs hier z.B. von 897.000 Nutzern auf über 1,2 Mio. Offenbar nutzen laut LAE also tendenziell weniger Entscheider die Websites und Apps der LAE-Teilnehmer – dafür aber intensiver. Ergebnis: Die monatlichen Online-Reichweiten sinken, die wöchentlichen steigen.

Die riesigen Unterschiede können allein durch eine intensivere Nutzung aber eigentlich nicht erklärt werden. Wie kann die Online-Reichweite pro Monat bei Spiegel Online abnehmen, die pro Woche aber um 34% zulegen? Die LAE wirft Fragen auf. Wir haben eine Anfrage an die LAE-Verantwortlichen gestellt und werden die Antwort an dieser Stelle nachtragen.

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Alle Kommentare

  1. Aber nur wenn man bundesweit pro Tag 20 Rentnerinnen beim Besuch eines jeden Friseurs im Bundesgebiet ein Interesse am den herumfliegenden Spiegel, Focus oder Stern des Lesezirkels unterstellen mag.
    Aber wenn die Verkaufszahlen schon nicht mehr stimmen, dann muss dem Werbepartner halt sowas vorgesetzt werden. Er soll ja nicht den falschen Eindruck bekommen.

  2. Wer die Smartphone-App des Spiegel kennt, der wundert sich nicht, das 30 Prozent der Entscheider wirklich mal entschieden haben diesen Mist runterzuschmeissen, sondern verwunderlich ist für mich allenfalls das es *nur* 30 Prozent waren.

    Dabei Rede ich jetzt ausnahmsweise mal garnicht vom Inhalt, sondern rein technisch ist das Ding buggy und einfach beschi… programmiert. Die Start- bzw. Ladezeiten sind das schlimmste aber leider nicht das einzige.

    Auch die Übersichtlichkeit und die Benutzerfreundlichkeit lassen doch sehr zu wünschen übrig – und bei genau diesen Wünschen bleibt es nämlich auch, schon seit Jahren.

    Der Focus hat das alles jedenfalls wesentlich besser hinbekommen, seine App ist jedenfalls ohne allzu viel Ärger benutzbar nur beim Spiegel geht das einfach nicht, weiß der Geier warum.

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