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Internet-IPO: App-Dienstleister Twilio legt um 92 Prozent zu – dank WhatsApp-Fantasie

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Lange Zeit war der Markt für Neuemissionen eingefroren. Die Börse tauchte zu Jahresbeginn ab, viele Internet- und Techaktien liegen nach einem halben Jahr unter dem Startniveau vom Januar – kein gutes Umfeld für junge Internet-Unternehmen, die an die Kapitalmärkte streben und dabei frisches Geld aufnehmen. Der neun Jahre alte App-Dienstleister Twilio, der 17 Prozent seiner Umsätze von WhatsApp bezieht, wagte sich gestern an die Börse – und legte ein furioses Debüt mit einem Kursplus von 92 Prozent hin.

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Das erste Börsenhalbjahr 2016 geht auf die Zielgerade: Für Internet- und Technologieunternehmen waren es keine leichten sechs Monaten – soviel steht fest. Nur Facebook und Amazon konnten seit Jahresbeginn moderate einstellige Kursgewinne verbuchen, Microsoft, Alphabet und Apple verloren zwischen 7 und 10 Prozent, Netflix und Twitter stürzten gar um 20 bzw. 26 Prozent ab.

Dass sich in diesem schwierigen Umfeld Börsengänge von jungen Tech- und Internetfirmen besonders schwer gestalten, war bereits in den ersten Monaten des Jahres zu beobachten – kaum ein Start-up wagte sich mehr an Börse, in der Angst, so gnadenlos heruntergeprügelt zu werden wie die Neulinge der vergangenen zwei Jahre, GoPro, FitBit oder Etsy.

Twilio gelingt furioses Debüt mit Kurssprung von 92 Prozent
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Gestern ging mit Twilio nun doch das erste Internet-Einhorn des Jahres an die Wall Street – ein Dot.com- Unternehmen also, das in der letzten Finanzierungsrunde mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet wurde. Der 2007 gegründete App-Dienstleister, der Text- und Telefonie-Anwendungen für Messaging- und Internet-Anbieter entwickelt hat, ging beim IPO auf Nummer sicher und platzierte seine Aktien gestern bei 15 Dollar, was einer Bewertung von 1,2 Milliarden Dollar entsprach.

Am Ende des Handelstags war klar, dass CEO Jeff Lawson viel Geld auf dem Tisch liegen lassen hat: Die Anteilsscheine von Twilio, die unter dem Tickersymbol TWLO an der New Yorker Traditionsbörse NYSE gelistet wurden, zogen um satte 92 Prozent auf knapp 29 Dollar an.

Das neun Jahre US-Unternemen aus San Francisco, das 150 Millionen Dollar an frischen Mitteln erlöste, ist damit aus dem Stand mehr als zwei Milliarden Dollar wert. Profitabel arbeitet Twilio freilich noch lange nicht: Bei Umsätzen von 167 Milli0nen Dollar verlor der Plattform-Anbieter, der von Unternehmen wie WhatsApp, Uber und Box verwendet wird, immer noch 36 Millionen Dollar. Mit einem Umsatzanteil von 17 Prozent ist Facebook-Mutter WhatsApp größter Kunde.

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