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Bitkom-Studie: Zahlbereitschaft von Nutzern steigt – aber mehr als Hälfte der Medien haben kein Paid-Content-Modell

Laut Bitkom nimmt die Zahlungsbreitschaft weiter zu – gehemmt wird sie durch zu viele kostenlose Angebote
Laut Bitkom nimmt die Zahlungsbreitschaft weiter zu – gehemmt wird sie durch zu viele kostenlose Angebote

Der Branchenverband Bitkom hat 150 Medienunternehmen zu ihrer Rolle in der Digitalisierung sowie 1.000 Nutzer zu ihrer Zahlungsbereitschaft im Netz befragt und stellt fest: Nutzer sind heute eher gewillt, Geld für digitalen Content auszugeben, allerdings wird die Bereitschaft von zu vielen kostenlosen Angeboten gehemmt. Auf Unternehmensseite beklagt man zu geringe finanzielle Mittel für Innovationen und einen Mangel an Fachkräften aus der IT-Branche.

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Printmedien werden an Bedeutung verlieren und von digitalen Angeboten abgelöst. Diese bereits mehrfach gewonnene Erkenntnis wird auch in der vom Branchenverband Bitkom aufgestellten Studie „Digitalisierung der Medien“ von Medien-Managern bestätigt. Gleiches gilt für das lineare Fernsehen. 90 Prozent der mehr als 150 befragten Medienunternehmen glauben, dass Online-Medien weiter an Bedeutung gewinnen, 85 Prozent sehen im Bewegtbildbereich eine steigende Bedeutung von Streaming-Diensten wie Netflix oder Amazon. Einzig im Fall der Fachmagazine glaubt noch ein Drittel der Befragten an eine zukünftig größere Bedeutung – allerdings erfolgte die Bewertung hier gattungslos.

Der Trend geht also ganz klar in Richtung Online und stellt Medienhäuser vor neue Herausforderungen. So ist nicht mehr das Internet an sich ein neues Medium, sondern verändert sich stetig. Die Mobile-Nutzung steigt, Smartphones ersetzen den Desktop-Computer, die Bildschirme für den Konsum sind kleiner. 85 Prozent der Unternehmen haben laut Umfrage im Zuge der Digitalisierung ihr Produktportfolio umgestellt. So sind fast alle mit mobilen Websites oder Apps für das Smartphone und Tablet vertreten. Eine weniger wichtige Rolle scheint die digitale Zeitung zu spielen. Nur 25 Prozent geben an, ein E-Paper-Angebot im Angebot zu haben.

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Eine für Medienhäuser interessante Erkenntnis ist die Befragung unter 1.000 Internetnutzern. 36 Prozent von ihnen geben an, in den vergangenen zwölf Monaten für Nachrichten oder andere journalistische Inhalte Geld ausgegeben zu haben. Während einer Bitkom-Studie vor drei Jahren lag dieser Wert bei noch 31 Prozent. Die Zahlungsbereitschaft steigt also – wenn auch langsam. 22 Prozent dieser Nutzer zahlen in Form von monatlichen Pauschalbeträgen, 20 Prozent haben Geld für einzelne Artikel ausgegeben. Leider hat die Studie nicht danach gefragt, wie viel Geld die Nutzer in der Regel bereit sind, pro Monat für journalistische Inhalte auszugeben. Als Grund, wieso sie nicht in Paid Content investieren, nennen 73 Prozent, dass es noch genügend kostenlose Angebote im Netz gebe.

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Bildschirmfoto 2016-06-23 um 09.10.11

Die Verlagsumfrage bestätigt: Über die Hälfte der Häuser hat keine Bezahlmodelle eingeführt (59 Prozent). Nur 15 Prozent setzen auf eine harte Bezahlschranke, mit 31 Prozent hat immerhin fast ein Drittel bereits ein Metered Modell. Bemerkenswert in der Nutzerumfrage ist wiederum, dass mit 50 Prozent die Hälfte der Befragten der Meinung ist, dass der bereitgestellte Content qualitativ nicht rechtfertigt, dafür Geld auszugeben.  

Etwas stutzig machen die Umfrageergebnisse zu möglichen Gründen für mangelnde Innovation. 88 Prozent der befragten Medienhäuser glauben, Nutzer seien nicht bereit für Inhalte zu bezahlen, 63 Prozent beklagen zudem, gar kein Kapital für Innovationen zu haben sowie den Mangel an Fachkräften aus der IT-Branche (53 Prozent). Lässt man diese Ergebnisse für sich stehen, klingt dies nach einem Offenbarungseid, dem digitalen Wandel nicht gewachsen zu sein.

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