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Presserat rügt Berichte über Segler-Mumie und Zugunglück von Bad Aibling

Unter anderem hatten Yacht Online und Mopo24 über die Segler-Mumie berichtet
Unter anderem hatten Yacht Online und Mopo24 über die Segler-Mumie berichtet

Beide Ereignisse beschäftigten die Medien sehr stark und Wochen später dann auch den Presserat: Der Fund einer mumifizierten Leiche in philippinischen Gewässern und das Zugunglück von Bad Aibling. Für Berichte zur sogenannten Segler-Mumie sprachen die Medienwächter nun insgesamt vier Rügen aus, während es für eine Opfer-Galerie zum Zugunglück und deren Bildunterschriften, eine Rüge gegen Bild.de gab.

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Nach Einschätzung des Presserats überschreiten die Fotos der Leiche des toten Seglers die Grenze zur Sensationsberichterstattung. Zudem seien die Berichte teilweise identifizierend gewesen und hätten den Schutz seiner Persönlichkeit verletzt. So stören sich die Medienwächter an einem Artikel von Mopo24.de. Das Web-Portal hatte Fotos des mumifizierten Toten gezeigt und weitere Bilder, die den Mann zu Lebzeiten zeigten. Außerdem enthielt der Artikel die Ablichtung eines Dokuments, aus dem der volle Name des Mannes hervorgeht. Bild.de und Yacht Online sollen ebenfalls identifizierend berichtet haben.

Anders liegt der Fall bei der taz. Die Tageszeitung und ihre Online-Ausgabe hatten sich in einem satirischen Beitrag mit dem Fall beschäftigt. Dieser wurde nun vom Presserat als herabwürdigend bewertet. „Auch hier wurde das Foto der Leiche veröffentlicht und mit einem Werk des Malers Goya verglichen“, heißt es in der Erklärung der Berliner.

Gegen zwei weitere Nachrichtenportale, die das Foto der Leiche veröffentlicht hatten, aber keine weiteren identifizierenden Details nannten, sprach der Ausschuss Missbilligungen aus.

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Neben der Segler-Mumie beschäftigte sich der Presserat noch mit dem Zugunglück von Bad Aibling. Hier rügten die Medienwächter einen Bericht von Bild.de. „Das Medium hatte unter der Überschrift ‚Ihr schuldet den elf Opfern die Wahrheit‘ eine Bildergalerie der Opfer veröffentlicht und jeweils deren Vornamen, abgekürzte Nachnamen, Alter und Herkunftsorte genannt, ohne dass eine Einwilligung der Hinterbliebenen vorlag“, erklärt der Presserat. Zudem wären über jedes der Opfer persönliche Details wie Beruf und Arbeitsstätte, Name des Partners oder Anzahl der Kinder berichtet worden.

Gerade die Bild-Rügen sind derzeit ein heißes Thema: In der vergangenen Woche waren der Presserat und der Digital-Chef der Bild, Julian Reichelt, aneinander geraten. Nach dem die Medienwächter gegen den Artikel „Putin und Assad bomben weiter“ eine Missbilligung ausgesprochen hatten, warf der Springer-Journalist dem Presserat vor, sich zum „Handlanger der Kreml-Propaganda“ zu machen. Den Vorwurf wies der Geschäftsführer der Presserates, Lutz Tillmanns, sofort zurück. „Was Herr Reichelt da schreibt, geht doch sehr in eine gesinnungspolitische Richtung.“

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