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Für Live-Video-Aktivitäten: Facebook zahlt Medienunternehmen mehr als 50 Millionen Dollar

Mehr als 50 Mio. US-Dollar steckt Facebook ins Marketing für Facebook Live
Mehr als 50 Mio. US-Dollar steckt Facebook ins Marketing für Facebook Live

Bereits im März wurde bekannt, dass das soziale Netzwerk an Publisher herantritt, um sie bei der Produktion von Bewegbild finanziell zu unterstützen. Dem Wall Street Journal liegen nun Zahlen vor. Demnach schüttet Facebook in den USA mehr als 50 Millionen Dollar an Medienunternehmen aus. Die größten Empfänger sind Buzzfeed und die New York Times. In Deutschland kassiert auch Bild.

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Mit rund 140 Medienhäusern und auch Prominenten soll das soziale Netzwerk aus Kalifornien Verträge geschlossen haben. Vereinbart wurde, dass die Vertragspartner ihre Influencer-Rolle nutzen, um Facebook Live präsenter zu machen, also die Nutzung des neuen Tools erhöhen. Ziel von Facebook ist der massive Ausbau der Videovermarktung. Auf diesem Feld gilt YouTube als Spitzenreiter. Facebook macht mehr als deutlich, dass es die Position des Google-Konkurrenten streitig machen will. Allein in den USA wird der Markt für Webvideos auf mehr als 9,8 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Dafür nimmt Mark Zuckerbergs Unternehmen in den USA mehr als 50 Millionen US-Dollar in die Hand, wie nun das Wall Street Journal berichtet. Der Redaktion liegen offenbar Unterlagen vor, aus denen hervorgeht, dass durchaus namhafte Medien die Investitionen von Facebook annehmen – darunter klassische Medienmarken wie CNN oder die New York Times, aber auch Digital-Pioniere wie Buzzfeed, Vox Media, Tastemade, Mashable oder die Huffington Post. Die größten Summen sollen nach Angaben des WSJ Buzzfeed (3,05 Millionen Dollar), die New York Times (3,03 Millionen Dollar) sowie CNN bekommen (2,5 Millionen US-Dollar) bekommen. Die Vertragslaufzeit für die Deals beträgt ein Jahr.

Wie das Wall Street Journal weiter berichtet, verschaffen die Unterlagen keinen Überblick über alle Deals mit Video-Produzenten. So ist beispielsweise nicht bekannt, wie weit das Engagement außerhalb der USA geht. Dass Facebook aber auch in Europa mit Publishern spricht und so genannte „Seed-Investments“ tätigt, um Facebook Live beliebter zu machen, hat jüngst FB-Live-Manager Will Cathcart im Interview mit MEEDIA bestätigt. Man habe sich für diese Art des Marketings entschieden, weil Facebook derzeit keine Monetarisierungsmöglichkeiten für Live-Videos biete. „Der Gedanke dahinter ist, die Publisher zu unterstützen, weil sie ebenfalls Geld in die Hand nehmen müssen“, so Cathcart. Facebook wie auch Verlagshäuser betonen aber kontinuierlich, dass man sich im regen Austausch miteinander befinde, um langfristig Möglichkeiten der Monetarisierung zu entwickeln.

Als außerordentlich aktiv in Sachen Facebook Live erweist sich hierzulande Bild. Die Redaktion von Bild.de hat sich bereits – auch in Kooperation mit Facebook – an verschiedenen Formaten probiert, streamt beispielsweise die tägliche News-Show Bild Daily oder hat Talks, wie jüngst mit dem Chef des Bundesnachrichtendienstes, organisiert. Mit letztem habe man insgesamt über 670.00 Views und mehr 500.000 Unique Viewers erreicht, heißt es aus dem Redaktionsumfeld.

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Update: 13.15 Uhr:

Auf Nachfrage bestätigte mittlerweile auch eine Springer-Sprecherin: Bild bekommt ebenfalls Geld von Facebook. Dazu erklärt sie: „Axel Springer testet immer wieder neue Formate, so auch Facebook Live. Wir nehmen in dem Rahmen derzeit auch am ‚Facebook Live Partnerprogramm‘ teil, mit dem wir uns eine Monetarisierung der Verbreitung von Live-Streams auf der Plattform sichern.“

Und weiter: „Für Axel Springer ist Monetarisierung ein Grundpfeiler unserer Distributionsstrategie und wir wollen unseren Journalismus nicht verschenken. Wir nutzen reichweitenstarke Plattformen wie Facebook für die Verbreitung unserer Inhalte, wenn wir einen erkennbaren Ansatz für Finanzierung sehen. Daher betrachten wir das aktuelle Programm als ein Zeichen für die konstruktive Zusammenarbeit mit Facebook, auch mit Blick auf Monetarisierungsmodelle.“ Zu genauen Konditionen des Deals wollte sich Axel Springer nicht weiter äußern.

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Alle Kommentare

  1. Kann man es archivieren ?
    Das wäre für Analysten-„Telefon“-Konferenzen usw. und andere Events wichtig.

    Davon abgesehen eine nette Idee aber eigentlich Teilweise Wiederholung von
    http://meedia.de/2016/06/20/facebook-live-manager-will-cathcart-wir-sehen-zahlungen-an-verlage-als-eine-art-seed-investment/
    Vielleicht wäre eine Update-Ergänzung unten drunter sinniger gewesen.

    Vermarktung ist für Medien wichtig. Viele Organisationen usw. aber wollen nur Reichweite. Andere laden oft zu teuren PR-Konferenzen ein oder sparen sich das, weil das Geld fehlt. Wenn jeder weiss, das die Laptop-Kamera reicht, wird es evtl graswurzelmäßiger. Es gibt auf Türksat ich glaube einen Sender welcher wohl normale Hochzeitsfeiern zeigt. Die Schüsseln erkennt man weil der LNB etwas anders steht als die für Astra1-19/EutelSat13 bzw. man fragt entsprechende Kollegen bzw. deren Mütter und lässt sich das mal vorführen. Das Potential ist also vorhanden. Und es ist kein Fashion-Sender oder Brautmoden-quasi-Katalog-Sender was es wohl auch gibt oder gab sondern normale Feiern meist vielleicht beim Tanzen in der angemieteten Stadthalle. Da wäre 360-Facebook-Life-Stream vielleicht interessant. Die beliebten US-Autohändler nutzen das vielleicht sogar schon oder man sieht wie voll/leer der Supermarkt-Parkplatz oder Schlange in der Post-Stelle, Tankstelle oder Winterreifen-Wechsel-Station ist… Oder verdoppelt sich der Kurs wenn Facebook in ein paar Jahren dann endlich selber drauf kommt und es Live24x7 nennt ?

    Lokale Fußball-Clubs könnten also vor dem Spiel eine PR-Konferenz machen und die Lokalreporter müssen sich nicht einen der 80-500 Vereine in der Umgebung aussuchen welche grade spielen. Die Fußball-Regional/Lokal-Liga kann die Termine ja regeln. Wichtig für die tausenden kleinen Fans wäre natürlich sinnvoll den Termin reservieren und erinnert zu werden.

    Wichtig wären Transcripte, Übersetzungen (durch Crowd-Freiwillige) und natürlich Feedback-Methoden. Wenn Facebook schlau ist, konstruktiv und legal und keine Beleidigungen und Unfug welche die positive User Experience mindern.

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