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Finanzspritze von Facebook: Auch Bild bekommt vom Social Network Geld für Live-Videos

Bild bekommt für seine Live-Offensive Geld von Facebook
Bild bekommt für seine Live-Offensive Geld von Facebook

Facebook investiert 50 Millionen Dollar, damit US-Medienhäuser ihre Aktivitäten im Live-Video-Segment ausbauen und das neue Genre somit populärer machen. Auch in Deutschland werden solche "Seed-Investments" vorgenommen. Zum Beispiel bekommt Bild Geld von Facebook für die Produktion von Live-Videos, wie nun eine Springer-Sprecherin gegenüber MEEDIA bestätigt hat.

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„Axel Springer testet immer wieder neue Formate, so auch Facebook Live. Wir nehmen in dem Rahmen derzeit auch am ‚Facebook Live Partnerprogramm‘ teil“, erklärt eine Sprecherin auf Nachfrage von MEEDIA. Innerhalb dieses Programms erhält Bild finanzielle Mittel, um die Berichterstattung mit dem Live-Video-Tool auszubauen. Die Boulevardmarke zeigt sich bereits seit Wochen besonders aktiv, streamt beispielsweise eine tägliche News-Show und hat mehrere Sondersendungen, u.a. zu den Landtagswahlen, gemacht. Jüngst konzipierte die Redaktion das Talk-Format „Bild Townhall“, für das eine eigene Studiokulisse errichtet worden ist. Auch in direkter Zusammenarbeit mit dem Social Network war Bild bereits aktiv und realisierte die „Facebook Football Awards“.

Für Facebook sind die Bewegbild-Aktivitäten von Newssites wie auch Influencern von großer Bedeutung, weil sich das Unternehmen dadurch eine höhere Verweildauer verspricht. Außerdem lässt sich durch die Vermarktung von Bewegbild ein viel höherer TKP erzielen. Allein in den USA wird das Umsatzvolumen im Video-Content-Geschäft auf mehr als neun Milliarden Euro geschätzt, weltweit prognostizieren Mediaagenturen bis 2017 ein Volumen von mehr als 23 Milliarden US-Dollar.

An starken Auftritten im Social Web haben selbstverständlich auch die Medienbetreiber ein Interesse. Umstritten beziehungsweise in großen Teilen unklar ist der Umgang mit so genanntem Distributed Content. Dabei lassen sich Medien darauf ein, Inhalte nicht mehr nur auf ihrer Website, sondern auch davon losgelöst im Social Web bereitzustellen. Neben Facebook Live zählen hierzu Instant Articles. Für diese hat dad Netzwerk bereits einige Möglichkeiten der Monetarisierung geschaffen. Für Facebook Live gibt es noch keine Vermakrtungsmodelle, wie Will Cathcart, Vice President Product Management bei Facebook, jüngst im Interview mit MEEDIA erklärte. Solange man daran arbeitet, will man das Partnerprogramm nutzen, um Facebook Live für Medien finanziell attraktiv zu machen. Der US-Konzern betont dabei, dass es sich um kurzfristige Finanzspritzen handele.

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Wie genau echte Finanzierungsmodelle bei Live-Videos aussehen können, ist noch unklar. Eine Möglichkeit sei es, so Cathcart, das TV-Modell der Werbepausenvermarktung zu adaptieren. Damit dies auch für die werbetreibende Industrie attraktiver wird, hat Facebook zuletzt an der Qualität geschraubt. So muss nicht mehr zwingend mit dem Smartphone produziert werden. Anwender haben über eine neue technische Schnittstelle die Möglichkeit, bestehende Ausrüstung wie Profi-Kameras zu verwenden. Julian Reichelt, Chefredakteur von Bild Digital, äußert sich begeistert von den Veränderungen. So habe Bild mit kleinster Technik mittlerweile die Möglichkeit zum großen Bewegbildanbieter zu werden und sogar mit Live-TV zu konkurrieren. „Mit dem Schritt auf Facebook sind wir mal wieder in die Offensive gegangen, was ein tolles Gefühl ist“, so Reichelt damals nach dem Live-Projekt zu den Landtagswahlen.

Zu den Vertragskonditionen zwischen Bild und Facebook wollte sich die Sprecherin von Axel Springer nicht äußern. Es ist also unklar, seit wann die Kooperation steht, wie lange sie laufen soll und in welchen Fällen welche Summen fließen. Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge, das jüngst darüber berichtete, dass in den USA unter anderem Buzzfeed und die New York Times mehr als drei Millionen US-Dollar für ein Jahr erhalten, gibt es offenbar unterschiedliche Modelle. Zum einen richte sich die Höhe der Geldspritze nach der Popularität des Partners sowie der Anzahl der realisierbaren Streams, heißt es. Die Zahlungen können höher ausfallen, wenn auch die Aktivitäten höher als sind als vereinbart. Manche Verträge sollen allerdings bestimmte Videolängen vorschreiben.

Die Springer-Sprecherin erklärt zum Deal mit Facebook, dass man mit der Kooperation „eine Monetarisierung der Verbreitung von Live-Streams auf der Plattform sichern“ wolle. „Für Axel Springer ist Monetarisierung ein Grundpfeiler unserer Distributionsstrategie und wir wollen unseren Journalismus nicht verschenken. Wir nutzen reichweitenstarke Plattformen wie Facebook für die Verbreitung unserer Inhalte, wenn wir einen erkennbaren Ansatz für Finanzierung sehen. Daher betrachten wir das aktuelle Programm als ein Zeichen für die konstruktive Zusammenarbeit mit Facebook, auch mit Blick auf Monetarisierungsmodelle.“

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Alle Kommentare

  1. Die gehen nicht den Bach runter,

    die sind Atlantikbrücke und werden wer weiß wie finanziert. Siehe Artikel Döpfner investiert 13 Mio. in Springer. Aber in Kürze kommt ja das EU Toleranz Gesetz, das in Rumänien schon aktiv ist. Danach wird dann das „Wort“ kriminalisiert und die Tat vom „richtigen“ Täter banalisiert. Schöne neue Welt oder heißt das New World Order?

    1. Die Transaltlantiker (oder wer auch immer) können noch so viel Geld da rein stecken. Es liest und glaubt halt niemand mehr!

      Die Hetze in der Ukrainekrise hat ihnen das Genick gebrochen und davon erholen sie sich nie wieder.

      1. Ja Matthias, wo du recht hast, hast du recht. Es glaubt niemand mehr. Ja die Hetze gegen Putin merkt jeder Blinde… das ist so amateurhaft, dass es schon weh tut. Die SPDler steuern zaghaft dagegen, wollen was ändern? Nein, sie können es nicht. Mama Merkel ist ja Pentagon-hörig.

  2. Videos von Springer?

    Die Springermedien gehen doch eh den Bach runter was glaubt ihr was eure ,von Facebook finanzierten, Videos daran noch ändern werden?

    ROFL!

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