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Warum Gruner + Jahr bei der österreichischen Verlagsgruppe News aussteigt

Horst Pirker, Julia Jäkel
Horst Pirker, Julia Jäkel

Die Nachricht kam am gestrigen Montag scheinbar völlig überraschend: Gruner + Jahr steigt bei der österreichischen Verlagsgruppe News aus und verkauft seinen Anteil von 56 Prozent an den bisherigen Geschäftsführer Horst Pirker. Für die Hamburger ist der Verzicht auf die österreichische Tochter ein logischer strategischer Schritt.

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Seit dem Dienstantritt der Vorstandsvorsitzenden Julia Jäkel, ist die Bertelsmann-Tochter damit beschäftigt, die Geschäfte neu zu ordnen und die eigene Strategie zu schärfen. Dabei geht es – verkürzt gesagt – darum, das Zeitschriftengeschäft zu modernisieren, innerhalb der so genannten Communities of Interest neue Titel zu starten, die digitale Transformation voranzutreiben und die Auslandsbeteiligungen zu straffen.

So will sich Gruner + Jahr künftig auf die beiden Kernmärkte Deutschland und Frankreich konzentrieren. Demnach ist ein Verkauf der Aktivitäten in Österreich nur logisch. „Wir sind mit Entschiedenheit dabei, alle unsere Geschäfte darauf zu prüfen, wie sie zu dem sich neu formenden Gruner + Jahr passen. Unser strategischer Schwerpunkt liegt dabei auf der Transformation aller unserer Geschäfte, zuvorderst in den Kernmärkten Deutschland und Frankreich, und raschem digitalen Wachstum“, erklärt Jäkel den News-Deal.

Zudem ersparen sich die Hamburger so einiges an Arbeit. Denn noch immer ist die Verlagsgruppe News eine Baustelle mit gehörigen Renovierungspotential. Es muss noch immer gespart werden. Im vergangenen Jahr soll das Minus bei rund fünf Millionen Euro gelegen haben. Auch in Sachen Digitalisierung gibt es noch Nachholbedarf.

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Gruner + Jahr überlässt Pirker jedoch kein marodes Haus. In österreichischen Medien legte der neue starke News-Mann bereits Wert auf die Feststellung, dass sich G+J sauber aus Wien verabschiedet und man keinen Euro an Bankschulden habe. Für das Jahr 2017 peilt der Manager wieder eine schwarze Null mit der Verlagsgruppe News an.

Bis dahin wartet noch einiges an Arbeit auf ihn. Auf eine gewisse Unterstützung aus Hamburg kann er dabei weiterhin hoffen. So haben die Partner verabredet, auch künftig eng zusammenzuarbeiten, etwa im Vertrieb, in der Vermarktung, im Bereich Content Communication und bei redaktionellen Kooperationen.

 

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