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Nach Lobbyarbeit von Medienhäusern rückt ein gesetzliches Verbot von Ad Blockern auf die Agenda

Medienunternehmen haben AdBlockern den Kampf angesagt
Medienunternehmen haben AdBlockern den Kampf angesagt © Eyeo

Wie Netzpolitik.org berichtet, wurde in der Bund-Länder-Kommission zur Medienkonvergenz erstmals ein mögliches gesetzliches Verbot von Ad Blockern diskutiert. Dem vorausgegangen war ein Workshop bei dem Lobbyvertreter der Medienindustrie gesetzgeberische Maßnahmen gegen Ad Blocker forderten.

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Ad Blocker-Software sind Medienunternehmen und Agenturen ein Dorn im Auge. Durch die Software, die immer weiter Verbreitung findet, können Nutzer das Anzeigen von Online-Werbung unterbinden. Medienunternehmen sehen sich dadurch einer wesentlichen Finanzierungssäule ihres Geschäftsmodells beraubt. Vor diversen Gerichten laufen einige Prozesse, in denen Medienhäuser gegen Anbieter von Ad Blocker-Software klagen, bislang allerdings fast ohne Erfolg.

Einige Anbieter, wie Axel Springer mit Bild.de, sind dazu übergegangen, Nutzer ohne Bezahlzugang, die Ad-Blocker verwenden von ihrer Webseite auszusperren. Wie Netzpolitik.org berichtet, gibt es nun offenbar von Seiten der Medien verstärkt Bestrebungen, das Problem von der gesetzgeberischen Seite her anzugehen. Die Medienanbieter argumentieren dabei, dass die Digitalwerbung der Refinanzierung journalistischer Inhalte dient. Durch die massive Verbreitung von Ad Blockern könne es zu Beeinträchtigungen der Medienvielfalt kommen. Im Bericht der Kommission heißt es dazu:

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Es bestünde aber kein Anspruch auf unentgeltliche Information, weshalb entweder für ein Medienprodukt gezahlt oder die Werbung geduldet werden müsse. Ad-Blocker wurden als existentielle Bedrohung der wirtschaftlichen Basis insbesondere für die digitalen Angebote der Zeitungs- und Zeitschriftenverleger bezeichnet.

Die Medienunternehmen fordern daher ein generelles gesetzliches Verbot von Ad Blockern. Die Kommission bezeichnet Ad-Blocker in ihrem Bericht als „medienpolitisch problematisch“ an und hält es „mit Blick auf die Refinanzierung journalistisch-redaktioneller Angebote“ für erforderlich, die bestehenden gesetzlichen Regelungen zu prüfen.

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Alle Kommentare

  1. Das Internet wurde geboren als „freies Netz“. Nun gibt es einige, die meinen, dass sie das (deutsche) Gesetz auf ihre Seite ziehen müssen, um sich auf diese Art und Weise (Teilen) des Internets zu bemächtigen. Weil theoretisch jeder Deutsche die (kostenlose) Mediathek der Öffentlich-Rechtlichen sehen kann, zahlt nun jeder Bundesdoofe GEZ, auch der, der sich jeglichen Medien entzieht. Nun meinen die nächsten Oberschlauen dem frei denkenden Internetnutzer das eigene Geschäft aufzwingen zu müssen – hier Geschäft mit der Werbung.
    Ich habe auch Webseiten, aber ich lasse mich dafür nicht bezahlen und schon garnicht per Gesetz.

    Es gelten – von Grundrechten mal abgesehen – immernoch folgende Regeln: wenn Du dir was nicht leisten kannst, lass es.
    Wenn sich Verlage also keine Server leisten können, dann sollen sie sie abschalten. Sie halten die Server mit den Informationen in erster Linie zum Selbstzweck (Werbung für ihr Produkt) und nicht aus Freundlichkeit der Allgemeinheit gegenüber.
    Ferner: Wenn Du ein Produkt verkaufen willst, bist Du allein für die Art und Weise der Vermarktung verantwortlich. Heisst: wenn ich eine Zeitung verkaufen will muss ich mit Gedanken machen, wie ich zu Geld komme. Der Gesetzgeber kann auch den Bürger nicht zwingen künftig bei T*ngelmann einzukaufen, damit die Läden gerettet werden, oder ein Konto bei der D*utschen Bank anzulegen, damit die aus der Krise kommen.
    Das ganze nennt sich „Marktwirtschaft“ und das Internet ist eine mögliche Plattform. Verantwortlich für Deinen Scheiss und Deine Einnahmen ist aber jeder Geschäftsmann selbst.

    Stattdessen soll hier die Bringeschuld umgedreht werden: der Bürger darf nicht mehr, damit andere Kasse machen können.

    Was bringt ein Verbot von Adblockern? Dass sich der freie Internetnutzer den Adblocker ausserhalb des Geltungsbereichs unserer Gesetze holt und dennoch einsetzt. Soll nun jede IP-Adresse verfolgt werden, die widerrechtlich einen Adblocker nutzt? Als Ordnungswidrigkeit? Als Straftat vielleicht? Oder mittels einer Unterlassungsklage auf dem zivilen Sektor?
    Und die Hersteller solcher Adblocker? Sie verlagern ihren Sitz ins Ausland, ausserhalb des Geltungsbereichs dieser Gesetze.

    Kopf einschalten: Phillipp Zimmerman hatte die amerikanischen Ermittlungsbehörden am Hals wegen PGP! Was hat es genutzt? Er hat den Quellcode ins Netz gestellt und es hat sich verbreitet in alle Welt, heute ist es Verschlüsselungsstandard bis ins Darknet.

    Die Verfolgbarkeit eines solchen Verbotes ist mehr als fraglich.

    Wenn Medien meinen, sie müssten Geld machen, sollen sie ihre Seiten mit einem bezahlpflichtigen Zugangskonto ausstatten, Zeitungen wie die „Ostseezeitung“ (www.ostsee-zeitung.de) machen es bereits.

  2. Denke den Werbesüchtigen schreckt das nicht daß er weniger Content bals Werbung erhält. Aber für alle anderen ist die Paywall eine Option. Obwohl es ja skuril ist, dafür zu bezahlen um nicht mit und von Werbung belästigt zu werden.

    Genauso wie Schutzgelderpressung, nur halt legal…….

  3. Wie wollen Die son Verbot durchsetzten? Die Herstellung der Software kann man wohl kaum verbieten, da die Hersteller dann einfach ins Ausland gehen. Bleibt nur die Bestrafung ertappter User. Hausdurchsuchungen wegen „Raubsurfens“ kann ich mir nicht vorstellen, also bleibt nur noch die Abmahnung, wo dank der VDS die IPs lange genug gespeichert werden.
    Das sollte bei der Abmahnindustrie die derzeit stark schrumpft die Champagnerkorken knallen lassen.
    Ich werde nicht zahlen und würde lieber Beugehaft in Kauf nehmen bevor ich mich so einen Unrechtsregime beuge!

  4. „Es bestünde aber kein Anspruch auf unentgeltliche Information, weshalb entweder für ein Medienprodukt gezahlt oder die Werbung geduldet werden müsse.“

    Grundsätzlich richtig. Dann packt halt euern Scheiß hinter ne Paywall, dann werdet ihr ja sehen, ob das die Leute tatsächlich genug interessiert.

    1. Tja Abu,

      Freibier für alle und keiner zahlt die Rechnung gibt es nicht einmal in der Kneipe. Wer zahlt, das ist jeder Anbieter von Inhalten, schafft an. Wie soll sich denn ein Anbieter refinanzieren, wenn nicht durch Werbung oder Pay Wall? Sie arbeiten auch für den berühmten feuchten Händedruck und der Rest kommt vom Amt?
      Mir sind nun wirklich die Verlage unbedingt sympathisch, aber vom Adblocker ist im Prinzip jeder Anbieter betroffen, das finden Sie gut?

  5. Also… wie war das?
    Wir hatten ein Internet
    Dann kamen ein paar Werbebanner und statische Seiten
    Irgendwann dachten die Medienhäuser, dieses Internet wäre doch was feines und fingen an, ihre Inhalte kostenlos in unser Internet zu stellen.

    […]

    Und nun maulen sie rum, dass die Adblocker-Nutzer ihr kostenloses Angebot ausnutzen? Dann sollen sie damit aufhören, es anzubieten!

    1. Es gefällt nicht den Medien, dass die Menschen sich untereinander über alles mögliche und auch politische unterhalten, ohne sich hinter die Meinung zu stellen, die sie ihnen eintrichtern wollen!
      Wenn die Medien an der Wahrheit interessiert wären, dann bekämen sie Daumenschrauben von denen von deren Gunst sie abhängen.
      Werbung ist nun mal deren Haupteinnahmequelle!
      Jeder will seine Existenz sichern, das kann man niemanden übel nehmen.
      Aber dann bitte soll das Wort Demokratie in unserem Wortschatz einen anderen Platz bekommen! So man es keinen Sinn!

  6. Kennst du seinen Namen
    seinen Namen kennst du nicht.
    Sieh zu ihm hinüber
    dann kennst du sein Gesicht.

    (Peter Alexander)

    =========

    Na, dann machen wir das doch einfach mal mit dem Hinübersehen:

    =========

    „Die Forderungen gehen auf einem Workshop zurück, der im März 2016 stattfand und die einschlägigen Verdächtigen zusammenholte:

    – Organisation der Mediaagenturen (OMG),

    – Omnicom Media Group Germany GmbH,

    – Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV),

    – Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ),

    – Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW),

    – Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT),

    – ARD

    – Geschäftsführer der ZDF Werbefernsehen GmbH,

    – AG Privater Rundfunk (APR),

    – Anzeigenchef eines (ungenannten) Verlags.

    Die Medienunternehmen forderten […] ein generelles gesetzliches Verbot von Ad-Blockern.

    Man könnte laut lachen, allerdings wissen wir nicht erst seit dem Leistungsschutzgeld für Presseverleger, dass Forderungen dieser speziellen „betroffenen Kreise“ in der Politik regelmäßig sehr ernst genommen werden. “

    Quelle:

    https://netzpolitik.org/2016/betroffene-kreise-fordern-generelles-gesetzliches-verbot-von-ad-blockern/

  7. Kann das Argument der Medienhäuser nachvollziehen, ein kostenfrei konsumierbares Angebot muss ja trotzdem finanziert werden. Allerdings wäre es dann auch freundlich, wenn die Medien dann auf Werbung verzichten, die nervt.

  8. naja, eine „Zapp-Sperre“ gibt es nicht, aber so etwas Ähnliches. HDD Videorekorder machen es ja an sich leicht Werbung zu überspringen. Die Lösung (und Verkaufs-Rohrkrepierer) ist da CI+ (HD+) beim TV. Da kann dann überspringen von Werbung (auch bei Aufnahmen) technisch verhindert werden, bzw. selbst Aufnahmen verhindert werden.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Common_Interface#Kritik_an_CI.2B

    Ich find es spannend wie die bisher lernresistenten Medienunternehmen diesen Schwachsinn umsetzen wollen. Ich bin gespannt wie sie ein Verbot SW auf meinem Rechner laufen zu lassen gesetzlich umsetzen wollen.

    BTW was sollen die Strafen bei Umgehung des Verbots durch den Nutzer sein? Knöllchen – und bei Wiederholungsfall Knast?

  9. Wenn eine Medienseite nicht will, das jemand mit Adblocker seine Seite besucht, dann soll er es halt machen wie Bild und Co. und ihn komplett aussperren.

    Das wäre soweit in Ordnung.

    Ein gesetzliches Verbot von Adblockern aber wäre nicht nur saudumm, weltweit einmalig und mit hoher Wahrscheinlichkeit verfassungswidrig, sondern auch vollkommen wirkungslos, da bin ich von überzeugt.

    Das Internet kennt keine Grenzen und es wird (deutschsprachige) Seiten geben, die dann halt im Ausland gehostet werden.

    Die gierigen und skrupellosen Medienhäuser (im Artikel wohlweislich nicht namentlich genannt) welche das durchsetzen wollen werden abgestraft werden.

  10. Ein gesetzliches Werbeblocker-Verbot wäre absoluter Unfug.

    Das eigentliche Problem ist, dass die Mehrheit der Webseitenbetreiber und Werbeschaffenden nicht aus dem Ad-Blocker-Problem lernen und keine neuen Wege suchen, Werbung auffällig aber nicht störend zu platzieren. Stört die Werbung meinen Konsum nicht, habe ich auch keinen Grund einen Werbeblocker zu installieren.
    Klassische Banner kann ich aushalten. Facebook macht außerdem vor, wie auch deutlich weitergehende Werbung effektiv und clever in Apps und Webseiten integriert werden kann, ohne meine „Nutzererfahrung“ deutlich zu verschlechtern. Fast jeder setzt heute diesen Minimummaßstab bei App- und Seitennutzung an.

    Kein Nutzer will im Netz bevormundet werden. Er will selbst entscheiden, was er wie konsumiert. Hindert die Werbung daran, hat sie es verdient geblockt zu werden.

    Die klassischen Beispiele: Popups und Overlaybanner. Einige Seiten sind ohne Werbeblocker kaum nutzbar, zumal eben diese Form der aggressiven Ausspielung von Werbung meist nicht für mobile Geräte oder ausgefallene Displayauflösungen optimiert ist. Gleich mehrere namhafte Seiten spielen Overlays aus, die nichteinmal auf einem hochkant-gekippten Monitor weggeklickt werden können, weil die Schließen-Funktion außerhalb des sichtbaren Bereichs liegt.

    Fast ebenso schlimm sind selbststartende Werbevideos, die ungewollt Bibliotheken, Bahnabteile oder (natürlich nur in den Pausen) Büros beschallen und nebenbei bei mobiler Nutzung geräteunabhängig das Datenvolumen auffressen. Dem schieben die passenden Plugins im Browser den Riegel vor.

    Wer Gesetze fordert, sollte zunächst darüber nachdenken wie Probleme selbstständig zu lösen sind. Der falsche Weg ist auf jeden Fall, Werbung im Netz heute noch nach den Standards frühen 2000er zu denken.

  11. In islamischen Ländern hat man einen schönen Kompromiss gefunden. Fünfmal am Tag ruft der Muezzin alle Bürger zum religiös-politischen Unterricht auf. Wer sich dessen entzieht bekommt erst Ärger mit dem denunzierenden Nachbar, dann mit der Religionspolizei.
    Das wäre doch auch was für uns. Jetzt muss nur noch ein Ausgleich gefunden werden zwischen dem Mitteilungsinteresse eines Bedford-Strohm, Frau Merkel, Herrn Gabriel und dem örtlichen Islamverband…. wobei man mittlerweile inhaltlich die Unterschiede tatsächlich suchen muss. Zwischen den Beiträgen könnte dann die Medienlandschaft verpflichtend Werbung schalten, wer wegschaut wird ausgepeitscht. Damit wäre doch allen gedient. Jetzt muss nur noch die Finanzierung geklärt werden. Ein Rundfunkbeitrag könnte passen.

  12. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Niemand hat SWMH, Funke, Springer Madsack u.a. gezwungen das Internet zu nutzen. Und ich werde mir von solchen Leuten auch nicht vorschreiben lassen, welche Inhalte ich im Internet sehen möchte oder zu sehen habe. Werbung möchte ich nicht sehen, weder allgemeine noch zielgruppensegmenierte Werbung hat bei mir einen Platz. Wird Zeit, dass die Medienhäuser endlich vom Zeitenwandel dahin gerafft werden. Wäre der Inhalt der Medienhäuser heute noch interessant würde sich die Information verkaufen lassen. Da die Infos/News, etc. eben nix sind, muss ich nun den Fehlbetrag mit Werbung gegenfinanzieren, die mir meine Zeit stiehlt. Gehts noch?

    Ich finde man sollte schleunigst eine Diskussion anregen wie man es ermöglicht Werbung die mir ohne und gegen meinen Willen aufgehaslt wird genauso zu behandeln wie Anrufe oder faxe ohne zuvoriges Double Opt-In.

  13. AdBlocker sind eine Seite, der Wille des Internetnutzers von Werbung verschont zu werden eine andere.
    Es geht wohl kaum um AdBlocker, sondern eher um den Störenden Willen des Nutzers sich von Werbung freizuhalten. Weshalb sollte den Menschen verboten werden, sich gegen störende Werbung zunwehren?
    Welche Politiker will sich aus der Deckung wagen und offen seine verfassungsfeindliche Einstellung zur Schau stellen um so für die erwünschten Einnahmen bei der „unabhängigen“ Presse zu sorgen?

    1. Mit besseren Worten kann man diese Thematik kaum auf den Punkt bringen. Während Gesellschafter, Geschäftsleitungen und leitende Angestellte der Verlage den Hals nicht voll kriegen arbeiten in den Redaktionen immer mehr „Praktikanten“ für’n Nuller. Das was wir früher als ernsthaften Journalismus bezeichnet haben, gibt es schon seit über 20 Jahren nicht mehr. Und viele Themen unterliegen einer deutlich lobbyzugewandten Zensur. Während unsere öffentlich-rechtlichen Strukturen aufgrund der vielen Parteibücher in den redaktionen und hohen Ämtern schon von sich aus die eigene Weltsicht zum Kern ihrer journalistischen Arbeit machen, läuft das bei den kommerziell arbeitenden Medienbetrieben sehr viel subtiler frei nach dem Motto: Beiße niemals die Hand, die Dich füttert. Kaum anders bei den aktuellen Tageszeitungen, die längst nicht mehr so viel Kohle verdienen wie vor Internetzeiten. Ängstlich wir alles vermieden, was Ärger (und weitere Umsatzeinbußen) bringen könnte. So darf z. B. der kleine Politredakteur einer Zeitung z. B. nicht darüber schreiben, dass ein gewisser Ex-Bundeskanzler, der am Grab seiner Frau eine Menge Krokodilstränen vergossen hat, schon lange ein Bratkartoffelverhältnis mit ’ner Kollegin pflegte. Der gelogen hat, dass sich die Balken biegen in so vielen Dingen wie etwa in der Spendenaffäre (es gab keine Spender!) oder der Wiedervereinigung, seine engen (wirtschaftlichen) Verstrickungen mit einem Münchner Medienmogul (sehr lesenswert: „Außer Kontrolle. Die Medienmacht des Leo Kirch“ / da tauchen so einige alte Bekannte auf) usw. usw. To make a long story short: Die meisten von unseren Medienbetrieben jammern auf höchstem Niveau. Natürlich haben sie evtl. weniger nach Abzug der Steuern, aber es reicht definitiv noch für ’ne Menge Pelzmäntel für die Ehefrau zu Weihnachten, für riesige Anwesen, teure Autos und Urlaube. Wenn die wirklich die Ad-Blocker gesetzlich abschaffen wollen, dann ist echt aber mal so richtig was los im Staate Deutschland. Denke, dass so ein Ansinnen gar nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Ich lasse mir jedenfalls keine gesetzlich vorgeschriebene Werbung oktroyieren. Glaube so langsam es geht los!

  14. Der Faschismus in diesem Land wird immer schlimmer.
    Jetzt soll sogar der Gesetzgeber der Lügenpresse zur Seite springen, damit sich der Bürger der Werbung und dem Ausspähen seinerseits Surfverhaltens nicht mehr entziehen kann. Das Regime braucht halt gefällige Medien. Da stört ein aufgeklärter Bürger mit seinen Entscheidungen nur.

      1. Wenn man seinen ersten Satz mal ignoriert, dann hat er im Kern doch recht.

  15. Aus meiner Sicht ist alleine die Diskussion schon schlicht unfassbar!
    Ob es hier Vorteile oder Nachteile gibt ist doch komplett irrelevant … es kann ja wohl kaum eine Pflicht für „Werbung schauen“ geben.
    Natürlich ist ein Ad-Blocker nicht gut für Medienhäuser … und,? Stehen die etwa unter dem staatlichen Schutz vor technischer Innovation?
    Wenn ich etwas blocken will, oder von jemand anderem blocken lassen will, ist das ja wohl ausschliesslich meine ureigene und private Entscheidung!
    Wie alle anderen Bewohner diesen Landes müssen sich Medienhäuser und natürlich auch andere kommerzielle site Betreiber halt neue Modelle ausdenken oder eben pleite gehen!
    Das ist ganz normal und hat seit dem Neandertaler sicherlich schon zig tausende von Berufen/Firmen/Ideen/Geschäftsfelder getroffen – u.a. auch mich.
    Aber, so ist da Leben und das ist auch gut so!

    1. „Stehen die etwa unter dem staatlichen Schutz vor technischer Innovation?“ Nein. Aber der Gesetzgeber hat durchaus die Pflicht Märkte zu regulieren. Und AdBlocker sind, zumindest in ihrer aktuellen Form, der falsche Weg.

      Vor allem das Geschäftsmodell von AdBlock Plus (Eyeo), das man durchaus mit Wegelagerei vergleichen kann, ist höchst fragwürdig. Auch die Umgehung von AdBlock-Sperren (Bild.de und Co) könnte durchaus das Urheberrecht (Kopierschutzmaßnahmen) tangieren.

      Ein generelles Verbot halte ich auch für falsch, aber AdBlocker sind zu mächtig und einfach zu installieren und haben mittlerweile eine Verbreitung erreicht, die die offene Medienlandschaft zerstören könnte. Und der freie Zugang zu (journalistisch aufbereiteten/geprüften) Informationen ist essentiell für eine Demokratie und auch im GG verankert.

      Die massenhafte Einführung von Paywalls würde zu einer 2-Klassen-Gesellschaft in der Informationspolitik führen und damit vor allem arme Menschen benachteiligen.

      1. Wenn der Gesetzgeber tatsächlich die Pflicht hat Märkte zu regulieren, etc., warum hat er dann nicht z.B. auch die gesamte Kunstwelt, insbesondere die Musiker geschützt?
        Eine ganze Industrie samt hunderttausende Musiker wurden locker mal eben ruiniert. Massen von Arbeitsplätzen und Existenzen gingen verloren.
        Heute wird Musik (auch Bilder/Filme) um ein Vielfaches mehr gestohlen als erworben – soviel zum Thema „Urheberrecht (Kopierschutzmaßnahmen)“. Es geht hier um viele Milliarden $ und €! Letztlich weit mehr als die Journalisten mit Artikeln generieren können.
        Und, wen hat´s interessiert? Niemanden so wirklich, weil jeder jetzt ja so schön billig alles kostenlos besorgen/downloaden kann.
        Hier hat der Staat sehenden Auges einen rechtsfreien Raum zugelassen.
        Ich denke mal, schwersten Diebstahl zu verhindern ist auch durchaus essentiell für eine Demokratie und, soweit ich weiß Bestandteil unserer Gesetze.
        Machen Sie sich keine Sorgen, Ad Blocker werden den freien Journalismus genau so wenig zerstören, wie der gesellschaftlich gebilligte Kunst-Massendiebstahl die Kunst zerstört hat.
        Ihre Angst beruht nur auf der Wirkung von guter Lobbyarbeit.
        Früher hat es auch zu keiner 2-Klassen-Gesellschaft geführt, dass man eine Zeitung bezahlen musste und außerdem wird es immer genug Möglichkeiten des kostenfreien downloads geben.

        Sollten Sie allerdings journalistisch in einem Medienunternehmen arbeiten, dann würde ich mich schon einmal nach neuen Perspektiven umschauen. AD-Blocker wird es ab sofort immer in irgend einer Art und Weise geben.

      2. „Die massenhafte Einführung von Paywalls würde zu einer 2-Klassen-Gesellschaft in der Informationspolitik führen und damit vor allem arme Menschen benachteiligen.“

        Das Argument sticht nicht wirklich. Denn auch die Print-Presse war und ist nicht kostenlos. Und eine FAZ hat auch schon immer mehr gekostet als eine BILD.

        Es gibt ja durchaus wirksame Anti-AdBlock-Mechanismen. Wer die AdBlock-User aussperren möchte, soll dies mit gutem Recht tun. Abgestimmt wird dann „mit den Füßen“. Aber AdBlocking in irgendeiner Form zu regulieren oder gar zu verbieten hat wirklich etwas von „den Zeiger an der Uhr festhalten damit die Zeit nicht weiterschreitet“. Die Hausaufgabe besteht nicht darin, AdBlock-Techniken zu umgehen oder zu unterbinden, sondern neue moderne Erlösmodelle zu erfinden oder Werbung so attraktiv zu machen, dass die Leute sie sehen wollen.

  16. Diese Oberwichtige Problem ist natürlich sooooo wichtig das es dafür extra eine GESETZ!!!(?) geben muss.

    Leute habt Ihr Sie noch alle?
    Der Staat soll ein Gesetz erlassen damit „Medienunternehmen und Agenturen“ ein leichteres Leben haben?

    Haben wir wirklich keine – wirklich keine anderen Probleme die man eher gesetzlich regeln sollte und die dem Land Deutschland und seiner Bevölkerung deutlich mehr bringen?

    1. Da eine offene Medienlandschaft essentiell für eine Demokratie ist… Ist das schon eine Sache, die man langsam einmal angehen sollte 😉 Es muss ja kein Verbot werden, aber zumindest eindeutige Spielregeln was erlaubt ist und was nicht.

  17. Alles hat zwei Seiten: Manche Webseiten kann man doch ohne AdBlocker und NoScript-Plugin gar nicht mehr betreten, ohne dass man von einer Flut von Pop-Ups, Overlay-Werbebannern, Rein-Rausschiebe-Bannern etc. erschlagen wird. Bei den Overlays ist das X zum wegklicken zum Teil so klein (oder verspringt kurz bevor man mit dem Mauszeiger drauf ist), dass man zwangsläufig die Werbebanner anklickt und die beworbene Seite öffnet. ABER: Wer mich so auf seine Produktseiten zwingt, dessen Produkte kaufe ich „zum Dank“ sicher nicht.

    Würden die Werbebanner auf allen Seiten in vernünftigem Maße und ohne Störer etc. platziert, dann hätten auch nicht so viele User einen AdBlocker installiert und der Klick auf ein Werbebanner hätte auch etwas mit echtem Interesse am Produkt zu tun. Dann könnte man auch wieder einen besseren TKP nehmen und der Lead-Anteil würde steigen.

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