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Springer-CEO Mathias Döpfner im SZ Magazin: „Von den heutigen Verlagen werden nur wenige überleben“

Axel Springer-CEO Mathias Döpfner im aktuellen SZ-Magazin: „Der bunte Binder ist modisch gesehen 20. Jahrhundert. „
Axel Springer-CEO Mathias Döpfner im aktuellen SZ-Magazin: "Der bunte Binder ist modisch gesehen 20. Jahrhundert. "

Im großen Interview mit dem SZ Magazin gibt der Axel Springer CEO Mathias Döpfner persönliche Einblicke in sein Seelenleben und seine Motivation. So spielten Selbstzweifel bei ihm immer noch eine Rolle. Die Chancen für digitalen Journalismus sieht er rosig - aber nicht für alle Verlage.

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Im Interview mit Sven Michaelsen und Lorenz Wagner zeigt sich ein nachdenklicher Mathias Döpfner, der auch viel über seine Kindheit und Jugend spricht. An seiner Schulzeit im Hessischen habe ihn der antiautoritäre Ansatz genervt: „Es war wie im antiautoritären Kindergarten, in dem nach ein paar Wochen ein Kind die Kindergärtnerin fragt: ‚Müssen wir heute schon wieder spielen, was wir wollen?’“

Seine Körpergröße sei ihm schon als Jugendlicher unangenehm gewesen, mit Sport hatte er nicht viel am Hut: „Um die 15 herum ist Sport die entscheidende Währung, und ich konnte keinen Sport. Wenn man Sport nicht kann und sich stattdessen für Literatur und Musik interessiert, ist das eher schwierig. Thomas Mann hilft nicht, wenn man beim Fußball immer als Letzter gewählt wird.“

Es wird viel vom Menschen Döpfner und seinen Einstellungen sichtbar, etwa wenn er darüber spricht, warum er das Tragen von Krawatten als „Geste der Unangepasstheit“ empfindet: „Ich beobachte es immer mit einem gewissen Amüsement, wie viele Manager, die bis vor Kurzem im dunklen Anzug mit Krawatte rumliefen, jetzt plötzlich einen auf ganz locker machen. Diese krampfhafte Geste der Anpassung finde ich eher peinlich.“

Döpfners Büro, notieren die beiden Interviewer sei „so klein wie eine Mönchsklause“. Weil sie zu dritt keinen Platz darin fanden, musste das Gespräch in einem Vorraum stattfinden. Döpfner begründet die räumliche Enge seines Arbeitsplatzes: „Man spricht mehr miteinander, alles geht schneller. Und es ist ein Signal ins Unternehmen hinein, die Kröten zusammenzuhalten. Axel Springer schreibt seit mehr als zehn Jahren Rekordgewinne. Da besteht akute Gefahr zum Übermut bei Managern und Mitarbeitern.“

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Was den digitalen Wandel im Journalismus betrifft, ist Döpfner bekanntermaßen optimistisch. Digitaler Journalismus habe alle Chancen, besser zu sein als der analoge, sagt er. „Am Ende gilt: Eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte. Der Geist bestimmt die Materie, nicht umgekehrt. Journalisten und Verleger werden sich doch von ein bisschen Technologie-Fortschritt nicht den Schneid abkaufen lassen.“

Allerdings gilt dieser Optimismus nicht unbedingt für alle im Mediensektor tätigen Unternehmen: „Von den heutigen Verlagen werden nur wenige überleben, und ich hoffe, dass wir dabei sind.“

Das Interview des SZ-Magazins mit Mathias Döpfner gibt es hier bei Blendle (Link führt zu kostenpflichtigem Artikel).

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Alle Kommentare

  1. So wie Herr Döpfner die Funke-Gruppe über den Tisch gezogen hat werden diese anscheinend als erstes von den Grossen die Grätsche machen. Ein Verlust wird es nicht sein.

    1. Döpfner hat doch ne schöne Schlagzeile gesagt. Als Ex-Journalist lese ich schon seit Jahren keine gedruckten Blätter, auch keine Magazine. Online ist das Sauberwort. Wer das nicht begreift, geht unter. Ganz klar!

      Und ehrlich gesagt, wäre es nicht schlecht, wenn es nicht sooo viele dieser heutigen „Journalisten“ gäbe, die nur Meinungsmache und Propaganda im Auge haben. Die sind ja selbst schuld, wenn die Leser von dem Müll, was sie oft produzieren, die Schnauze voll haben.
      Ich finde Döpfner macht das nicht schlecht.

  2. Was er redet, ist irrelevant. Mit solchen Sprüchen hat er Friede Springer ja sein 100-Mio-Euro-Aktienpaket aus den Rippen geleiert. Inzwischen soll sie dieses Geschenk ja bitterlich bereut haben. Warum dieser Herr also weiter seine Kalendersprüchlein zum besten geben darf, während Bild usw. sich der Bedeutungslosigkeit annähern, wundert mich doch sehr. Da könnte man auch Ron Sommer zur T-Aktie befragen oder Middelhoff zu cleveren Management-Strategien… alles nur blabla.

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