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„WWDC wird die Aktie nicht bewegen“: Wall Street reagiert achselzuckend auf die Apple-Keynote

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Apple-Chef Tim Cook stellte bei seiner Keynote die neuesten Produkte vor – bald auch einen smarten Lautsprecher?

Wie gut war die Apple-Keynote nun? Nach Meinung der Wall Street dürften die Software-Upgrades, die Tim Cook, Craig Federighi, Eddy Cue und Kevin Lynch gestern in San Francisco vorgestellt haben, kaum dazu in der Lage sein, die abgestürzte Apple-Aktie wieder nach oben zu bewegen. Zwar würden die zahlreichen neuen Features Apples Vormachtstellung bei der Betriebsoberfläche untermauern, für echte Impulse dürfte indes erst die iPhone-Keynote im Herbst sorgen. Die Aktie stagniert.

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Viel Applaus für Apple Music-Marketingchefin Bozoma Saint John, eine snapchattige Umfunktionierung der Nachrichten-App in iOS und unzählige weitere neue Features in den anderen drei Betriebssystemen  – doch der Wall Street waren Apples Ankündigungen auf seiner Keynote wieder einmal nicht genug.

„Größtenteils im Rahmen der Erwartungen“ sei die WWDC-Keynote ausgefallen, befanden die Analysten der Deutschen Bank. Wall Street-Institution Goldman Sachs stimmt in den Tenor ein: „Die Ankündigungen entsprechen unseren Erwartungen und dürften die Aktie kurzfristig nicht bewegen“, erklärte Analystin Simone Jankowski, die sich gleichzeitig darüber enttäuscht zeigt, dass Apple – entgegen Spekulationen im Vorfeld  – keine Ankündigung zu eigenen Inhalten nach dem Vorbild von Netflix machte.

„Apple liegt im Bereich AI eindeutig hinter einigen Wettbewerbern zurück“

Ben Schachter von der australischen Investmentbank Macquarie beanstandete zudem, dass Apple im Gegensatz zu den jüngsten Konferenzen von Facebook und Google keine Ankündigung zu Anwendungen mit künstlicher Intelligenz (AI) gemacht hat: „Apple liegt im Bereich AI eindeutig hinter einigen Wettbewerbern zurück“, erklärte Schachter und rechnet erst zum Launch des iPhone 8 im nächsten Jahr mit Ankündigungen.

Positiv äußerte sich zur Software-Generalüberholung die japanische Investmentbank Nomura. „Mit iOS 10 dürfte Apple bei der Benutzeroberfläche seine Vormachtstellung behalten“, stellte Analyst Jeffrey Kvaal fest, der die neue „Ära der Offenheit“ lobte, die durch die Öffnung von Siri, Maps, iMessage und der Telefon-App entstünde.

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Gene Munster: „Apple bei Soft- und Hardware der Konkurrenz von Amazon, Android und Windows überlegen“

Auch der langjährige Apple-Analyst Gene Munster von Piper Jaffray sieht Apple nach den bei der WWDC angekündigten Neuerungen „bei Soft- und Hardware der Konkurrenz von Amazon, Android und Windows überlegen“. Die Rückkehr des Gewinnwachstums werde indes erst mit dem iPhone 7 erfolgen, glaubt Munster. Analyst Maynard Um von Wells Fargo teilt die Meinung und rechnet im Weihnachtsquartal wieder mit anziehenden Erträgen.

Jim Suva von der Citi Bank teilt den Optimismus der Branchenkollegen und richtet sich in seiner Einschätzung zur WWDC gegen die zuletzt immer größere Skepsis: „Während einige Investoren glauben, dass Apple der nächste Smartphone-Hersteller ist, der seinen Zenit überschritten hat und von nun an schrumpft,  glauben wir wegen der steigenden Nutzerzahl nicht an das Szenario.

An der Wall Street fällt die Reaktion auf die WWDC und die Analysteneinschätzungen indes achselzuckend aus: Nachdem die Apple-Aktie gestern nach der Keynote um 1,5 Prozent gefallen war, tendierten die Anteilsscheine heute bei rund 97 Dollar praktisch unverändert.

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