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„Look where Spiegel gets its cover ideas“: Magazin enthüllt, woher der Spiegel seine Titel-Idee hat

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Der neue Spiegel liegt in dieser Woche zweisprachig in deutsch und englisch an den Kiosken. Passend zum flehenden Brexit-Titel: "Please don't go!". Möglicherweise mussten einige beim Nachrichtenmagazin davor noch ihre Sprach-Skills verbessern und blätterten ein wenig zu oft durch das Englisch-Lernheft Business Spotlight. Denn die aktuelle Titelseite des Spiegels ähnelt doch sehr der des Wirtschaftsmagazins.

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Oder, wie es die Business Spotlight-Macher formulieren: „Look where Spiegel gets its cover ideas“. Passend dazu legen sie einmal ihr aktuelles Titelbild neben die erste Seite aus Hamburg. Auf beiden ist ein Union Jack zu sehen und dazu die Zeile: „Please don’t go“.

Die Kollegen des Spotlight-Verlages hätten daraufhin laut „Diebstahl“ rufen können und offensiv dem Spiegel vorwerfen, dass man ihre Aufmacherseite abgekupfert hätte. Stattdessen geben sie sich jedoch viel Mühe, den Fall mit Humor zu kommentieren. So heißt es gleich in mehren Facebook-Postings, die im Laufe des Wochenendes online gingen: „Danke, dass Sie unser aktuelles Cover noch schöner gemacht haben. Übrigens ist unser Heft noch bis Ende Juni im Handel!“ oder auch „thank you so much for improving on the Business Spotlight cover which has been on the newsstands since April.“

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Das Sprachmagazin will Menschen helfen, ihr Englisch für den Beruf zu verbessern. „Muttersprachliche Journalisten und Sprachexperten gehen auf branchenübergreifend relevante Themen wie interkulturelle Kommunikation in der Firma und auf Reisen, Business-Skills, Management, technische Entwicklungen oder Karriereplanung ein“, heißt es in der Selbstbeschreibung. Das Heft erscheint alle zwei Monate und hat eine verkaufte Auflage von 33.655 Exemplaren.

Nicht zum ersten Mal wird dem Spiegel vorgeworfen, bei seiner Titelseite abgekupfert zu haben. So beschwerte sich beispielsweise der Künstler Gürsoy Dogtas 2011 über die  Aufmacherstory zur Bild-Zeitung („Die Brandstifter“). Dem entgegnete das Nachrichtenmagazin damals gegenüber MEEDIA, dass es sich offenbar um eine „Doppelschöpfung“ handelt. „Wir sind beide, völlig unabhängig voneinander, auf dasselbe Motiv gekommen.“

Diese Argumentationskette wird in dem aktuellen Fall nicht so richtig funktionieren. Denn einige im Verlagshaus kennen die eigentlich weitgehend unbekannte Business Spotlight und ihren Chefredakteur Ian McMaster. Immerhin schrieb er in dieser Funktion bis zum Herbst 2013 die bei Spiegel Online veröffentlichte Kolumne „Nobody’s Perfect“. Dieser Titel passt natürlich auch perfekt als Erklärung zum abgekupferten Cover.

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Alle Kommentare

  1. Lächerliche Aktion dieses Sprachmagazins, das keiner kennt, um bekannt zu werden. Ein Union Jack und „Please don’t go“ ist nun halt mal eine sehr einfache und naheliegende Idee, da gibt’s nichts abzukupfern.

    1. Sequenzen einer Melodie sind teilweise ebenfalls „sehr einfach“ und trotzdem bleibts ein Abkupfern.

      Wenn das Spotlight-Magazin bereits erschienen war (und das war es wohl), dann mag es ja sein, das der Spiegel es nicht gewußt hat und das mit der Titelseite *vielleicht* einfach Pech war.

      Justiziabel ist sowas eh nicht (vermute ich als Nichtjurist jetzt einfach mal) aber sehr peinlich für den Spiegel auf alle Fälle.

    2. @Torben
      Dass jemand wie Sie diese bekannte Zeitschrift Business Spotlight nicht kennt, ist offensichtlich. Die eigene Ideologie verträgt sich bekanntlich nicht mit einem Blick über den linksextremen Tellerrand.
      Peinlich für den Spiegel, aber aussagekräftig für das Niveau dieses politisch zuverlässigen Blättchens mit journalistischer Vergangenheit.

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