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Wie der Spiegel seine Vermarktung umbaut: externe Dienstleister sollen Disposition und AdManagement übernehmen

Spiegel-Geschäftsführer Thomas Hass: ehrgeizige Wachstumsziele weiter fest im Blick
Spiegel-Geschäftsführer Thomas Hass: ehrgeizige Wachstumsziele weiter fest im Blick

Der Umbau in der Vermarktung des Hamburger Spiegel-Verlags wird konkreter. Danach plant die Geschäftsführung die Disposition und das AdManagement auszulagern, also vor allem den technischen Bereich. Das dürfte endlich die Gerüchte ersticken, dass der Spiegel seine gesamte Vermarktung in fremde Hände legen will.

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Vermarktung, Rechnungswesen, Vertrieb sowie Werbung – in diesen Bereichen will Spiegel-Geschäftsführer Thomas Hass, Teile an fremde Dienstleister auslagern. Jetzt bestätigt der Spiegel-Verlag auf MEEDIA-Anfrage, welche Teile hiervon zumindest in der Vermarktung betroffen sind. Wie eine Spiegel-Sprecherin erklärt, handelt es sich hier um die Disposition sowie das AdManagement, also vor allem um den technischen Bereich. Der Spiegel-Verlag redet hierzu mit verschiedenen Dienstleistern. Im Gespräch sind bislang das Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr, das ebenfalls am Spiegel beteiligt ist, sowie der Münchener Burda-Verlag. Von der Auslagerung sind nach Angaben eines Verlagssprechers 14 Vollzeitstellen betroffen.

Mit der Ausgliederung von Disposition und AdManagement wird aber auch klar, dass die Spiegel-Spitze nicht plant, die gesamte Vermarktung außer Haus zu geben. In Branchenkreisen war lange Zeit die Rede davon, dass das Management komplette oder große Teile des Anzeigengeschäfts an einen anderen renommierten Vermarkter abgeben oder mit ihm zumindest eng kooperieren will. Immer wieder fiel hier in der Vergangenheit auch der Name eines Medienhauses aus München: der Verlag der Süddeutschen Zeitung.

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Dass der Spiegel nun diesen wichtigen Firmenzweig weiterhin unverändert in eigener Regie betreiben will, ist allzu verständlich. Hätte das Printhaus den ganzen Vermarktungsapparat an einen Portfolio-Vermarkter abgegeben, wäre fraglich gewesen, ob der gedruckte Spiegel mit derselben Energie und Kraft wie bisher vermarktet worden wäre. Zudem dürfte die Spiegel-Spitze an ihrer bisherigen zurückhaltenen Rabattpolitik festhalten. Sie sieht vor, dass Spiegel QC – im Gegensatz zu anderen Verlagshäusern – nur geringe Preisnachlässe auf den Bruttolistenpreis zulässt. Dem Vernehmen nach sollen es maximal 35 Prozent sein. Andere Medienhäuser hingegen sind in ihrer Rabattpolitik deutlich großzügiger, um Marktanteile zu gewinnen. Hier sind Rabatte von 50 bis 70 Prozent und mehr keine Seltenheit.

Jetzt muss allerdings der neue Vermarktungschef Andre Pätzold zeigen, dass er die Werbeerlöse steigern kann. Damit kommt auf ihn keine leichte Aufgabe zu. Denn in den vergangenen Jahren hatte der inzwischen ausgeschiedene Vermarktungschef Norbert Facklam bereits immer größere Schwierigkeiten, die Werbeerlöse im hart umkämpften Wettbewerbsumfeld zu steigern. Zuletzt wollte er vor allem Unternehmen aus der Pharmaindustrie verstärkt als Anzeigenkunden gewinnen, um die unter Druck geratenen Werbeeinnahmen mit Kunden aus der Finanz- und Autoindustrie zu kompensieren. Mit diesem Plan stieß er jedoch intern auf Granit. Im besten Einvernehmen schied Facklam Mitte März aus dem Unternehmen aus.

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Alle Kommentare

  1. So fängt es an … Outsourcing.
    Wobei…
    Klingt eher nach Konzernumstrukturierung mit Gruner + Jahr, Burda-Verlag und Verlag der Süddeutschen Zeitung.

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