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Apple krempelt den App Store um: Abo-Modell für alle, höhere Umsatzbeteiligung für Entwickler, Werbung bei App-Suche

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Milliardenschwerer Erlösgarant: Apples App Store

Weitreichende Veränderungen in Apples App Store: Knapp acht Jahre nach dem Launch hat der wertvollste Konzern der Welt ein neues Ausschüttungsmodell an App-Anbieter angekündigt. So soll es ab Herbst allen App-Entwicklern möglich sein, Abonnements anzubieten. Der Einstiegspreis einer App könnte damit sinken, die Umsätze aber durch das neue Bezahlmodell steigen. Apple erhöht für Anbieter des Abo-Modells nämlich die Umsatzbeteiligung im zweiten Jahr auf nun 85 Prozent. Zudem startet Werbung bei der Suche im App Store.

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Es ist Apples Herzstück im Service-Segment iTunes, auf das CEO Tim Cook so große Hoffnungen setzt: Der im Juli 2008 gestartete App Store, über den iPhone- und iPad-Nutzer Apps herunterladen können.

Der App Store ist eine der größten Erfolgsstories in der vierzigjährigen Unternehmensgeschichte von Apple – ohne die mehr als 1,5 Millionen Kleinstprogramme, die inzwischen angeboten werden und bislang schätzungsweise 120 Milliarden Mal herunterladen wurden, hätten dem Kassenschlager iPhone die Verkaufsargumente gefehlt.

Acht Jahre nach dem Launch hat Marketing-Chef Phil Schiller, der die Führung des App Stores vor einem halben Jahr übernommen hat, nun weitreichende Änderungen im Geschäftsmodell angekündigt, die Apple dabei helfen sollen, App-Anbieter weiter an sich zu binden. In anderen Worten: App-Entwickler sollen neue finanzielle Anreizen bekommen – und das gleich doppelt.

Abomodell für alle, größere Umsatzbeteiligung für App-Anbieter nach einem Jahr

So kündigte Apple an, künftig das lukrative Abonnentenmodell, das bislang ausgewählten Medien-Unternehmen wie Netflix vorbehalten war, für alle Apps zu öffnen.

App-Anbieter können auf diese Weise einerseits durch einen günstigeren Einstiegspreis (bzw. sogar kostenlosen Testzeitraum) Nutzer anlocken, durch einen regelmäßigen Abbuchungszeitraum aber höhere Erlöse erzielen.

Gleichzeitig reduziert Apple seine Umsatzbeteiligung beim Abomodell: Nach einem Jahr will der Techpionier nur noch 15 Prozent der Erlöse einbehalten – bislang waren es stets 30 Prozent, die auch weiterhin in den ersten zwölf Monaten fällig werden.

Werbung im App Store bei Suche
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Zudem will Apple nach dem Vorbild von Google künftig auch Werbeerlöse über die Suche erzielen, durch die Nutzer nach Angaben von Phil Schiller in zwei Drittel der Fälle eine App finden. So könnten Nutzer, die im App Store etwa nach „Foto Filtern“ suchen, künftig zunächst ein als Werbung gekennzeichnetes Ergebnis angezeigt bekommen.

Nach dem Fiasko der mobilen Werbeplattform iAd ist es Apples zweiter Versuch, am lukrativen mobilen Werbemarkt zu partizipieren. Wie das Interactive Advertising Bureau (IAB) ausgewiesen hat, wurden 2015 allein in den USA durch bezahlte Mobilsuchen 9 Milliarden Dollar erlöst.

App Store-Chef Phil Schiller: „Änderungen ein Erdbeben – im positiven Sinne“

Die Änderungen im App Store, die Phil Schiller im Interview mit dem Techportal The Verge „ein Erdbeben – im positiven Sinne“ nannte, dürften nächsten Montag auf der Entwicklerkonferenz WWDC noch einmal detailliert vorgestellt werden und sollen dann im Herbst greifen.

Anleger reagierten indes achselzuckend: Die Apple-Aktie gab gestern minimal nach und notiert bei knapp 99 Dollar weiter sechs Prozent unter dem Startniveau des Jahres.

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Alle Kommentare

  1. Die Apple Erkrankung hat in den letzten Jahren aber sehr stark nachgelassen. Es nerven einfach zu viele Dinge. Es ist nicht mehr perfekt wie früher. Früher hat man Apple gekauft weil man die Technik benutzen wollte ohne irgendwas nach zu lesen oder jemanden fragen zu müssen. Die Verarbeitung war früher das beste was es gab und die Software war annähernd Mängelfrei. Das auspacken machte Spaß. Da war man noch bereit Apple zu verteidigen weil die Produkte einfach super waren.

    Heute hat Apple einfach zu sehr nachgelassen. Überall gibt es Mängel in iOS oder an den iPhones selbst. Mein iPhone 6 ist das dritte seit ich es gekauft habe. Mein iPhone 4 ist 4 Jahre gelaufen ohne Probleme. Mein zweites iPhone 6 musste ich einschicken zum Tausch. Dazu habe ich eine iTunes Sicherung gemacht. Was ich nicht wusste, es wurden keinerlei Gesundheitsdaten mit gesichert. Ich hatte kein Passwort vergeben. Das wird nirgendwo kommuniziert. Alle Gesundheits und Sportdaten von einem Jahr sind weg. Ohne dass nach zu googeln weis man das nicht. Ich war verwundert warum das nicht wieder hergestellt wurde, da habe ich es erst gemerkt.

    iOS9 hat fast noch überall Mängel. Apple Music ist für mich die größte Frechheit seit ich Apple benutze. Alle Einkäufe waren weg die Software der größte Mist seit ich Technik benutze und es gibt tatsächlich 13 Millionen Benutzer die das auch noch toll finden.

    Der AppStore wird mit diesen Änderungen keinen zweiten Boom erleben. Halten die ihre Benutzer wirklich für so gedankenschwach? Wer wird für Software die ich nur alle paar Tage mal brauche auch noch ein Abo abschließen? Für Netflix ist das noch ok das benutzt man täglich aber für Apps monatlich oder Jährlich bezahlen? Ich mache das auf keinem Fall.

    Am PC versucht man das auch ein zu führen. Mein Tune Up Utilitys, das ich früher echt gerne benutzt habe, würde ich derzeit nicht mehr kaufen. Es ist lediglich eine Lizenz für ein Jahr danach muss wieder bezahlt werden. Das können die behalten. Zum Glück gibt es Alternativen.

    Wo ich mir ein Abo vorstellen könnte wäre zB. ein Abo ähnlich wie Netflix in dem ich alle darin enthaltenen Apps werbefrei und so lange ich das Abo bezahle benutzen kann. Ich würde sowas zwar nicht benutzen aber dafür gebe es bestimmt Anwender.

    Free to Play und Abomodelle werden sich auf Dauer nicht durch setzen. Irgendwann werden die Leute Alternativen suchen. Niemand hat Lust dauerhaft zur Kasse gebeten zu werden. Ich bin mal gespannt wer dass nächste Apple wird. Windows hat sich aufgrund von Raubkopien durch gesetzt. Die Leute wollen es kostenlos und nicht abgezockt werden.

    Früher hat der AppStore mit günstigen Preisen überzeugt heute ist er verseucht mit free to Play was kein free to Play ist. Die Spiele können richtig teuer werden. Das hat schon fast ein Niveau erreicht wie damals diese Jam.. Sparabos.

    Ich lade fast keine Apps mehr weil Spiele auf dem Touchscreen schlecht zu spielen sind und weil es nur noch ftp gibt. Was soll man für Apps laden? Werbeverseuchte oder Abo und free to Play Apps? Hier liegt die Problematik. Das wollen die Verantwortlichen aber nicht sehen, sie haben andere Gründe ausgemacht und wollen uns jetzt Abos aufzwingen. Das wird in die Hose gehen. Derzeit finde ich Android deutlich attraktiver. Der Playstore ist besser als der von Apple. Es gibt tatsächlich noch gute kostenlose Apps.

    Ich bin echt mal gespannt wo es die nächsten 5 Jahre hin geht. Derzeit gefällt mir mein PC wieder deutlich besser als mein iPad oder iPhone. Aufgrund meiner immer weniger werdendem Interesse an Apps wird auch mein Interesse an den Geräten nachlassen. Ich benutze meine Geräte derzeit sowieso nur noch zum Surfen und für E-Mail. Mein iPod Touch wurde erst interessant als der AppStore kam. Der ist allerdings derzeit eher uninteressant.

    Was wird das iPhone 7 bringen. Es wird definitiv ohne Klinke kommen und man wird gezwungen sein einen Adapter zu verwenden. Was soll das Apple? Das MacBook mit nur einem USB? Was soll das Apple? YouTube ist voll mit Videos die Adapter im Einsatz zeigen. Das kann man doch keinem zumuten. Das ist der Anspruch von Apple? Apple der Adapter Hersteller. Lol…

  2. Bei Apple könnte das mit dem Abomodell und sogar das mit der Werbepest sogar funktionieren, den Apple ist ein Sonderfall in der Technikwelt.

    Apple-Produkte werden hauptsächlich von zwei Gruppen von Menschen gekauft:

    Von denen, die nicht mit Geld umgehen müssen und von denen, die nicht mit Geld umgehen können.

    Hinzu kommt eine pseudoreligöse Komponente (Hype) sowie die typisch menschliche Eigenschaft zu protzen, welche aber zum Glück dann doch sehr unterschiedlich stark ausgeprägt ist.

    Auch Minderwertigkeitskomplexe bei bestimmten Berufsgruppen tragen zum problematischen Apple-Hype bei. Nehmen wir nur mal die Journalisten, ein Beispiel, welches sich gerade hier, in diesem Forum, ja direkt anbietet:

    Die gesamte Medienbranche ist durchweg iPhone-verseucht, so schlimm wie sonst nur noch bei Künstlern, etc. Warum?

    Auch wenn von den Apple-Erkrankten gerne anderes behauptet wird:

    Objektiv kann dieser Eierwecker nichts, was die Produkte anderer Firmen nicht auch können, im Gegenteil sogar. Rein technisch und ganz sachlich betrachtet sind Apple-Produkte im Schnitt nicht nur deutlich teurer als die Konkurrenz, sondern auch technisch eher im Mittelfeld angesiedelt.

    Sicher kann man auch für Konkurrenzprodukte genauso viel wie für ein iPhone ausgeben – aber man kann es eben auch lassen und sich für Produkte desselben Herstellers aber mit einem besseren Preis-Leistungsverhältnis entscheiden. – Diese Wahl hat man im Apple-Gefängnis nicht.

    Und trotzdem besitzen absurderweise fast alle Journalisten ein iPhone, selbst solche, die sich vielleicht kritisch mit dem Thema Apple beschäftigen.

    Die – ihrem Beruf nach *eigentlich* der Vielfalt und Freiheit Verpflichteten, begeben sich allesamt in ein propitäres, geschlossenes System und sind dann darin gefangen. Unter diesem Aspekt ist der von mir erwähnte Begriff „Apple-Gefängnis“ auch keine Polemik, sondern die nüchterne Beschreibung eines objektiv bestehenden Sachverhaltes.

    Das ganze ist für mich nur mit einer Art Gruppendynamik zu erklären, den rationale Gründe gibt es nicht wirklich.

    Diese Menschen sind arm dran und bald ist Herbst, wo Apple dann wieder dafür sorgen wird, das das mit dem „arm“ auch wirklich (und in jeder Hinsicht) so bleibt.

    Die Apple-Fans werden sich also alles gefallen lassen müssen (!), Werbung und Abo-Modelle und alles, was da auf dem Markt noch so kreucht und fleucht, denn sie haben innerhalb des Apple-Systems keine Wahl als es hinzunehmen. Ob murrend und maulend ist fürs Geld verdienen egal, so rechnet man jedenfalls in Cupertino.

    Leider ging diese Rechnung zumindest unter Jobs meistens auf.

  3. Google mit QuickLoadApps und insbesondere ohne lange Installation und Konfiguration Apps (in Urlaubsgebieten z.b. Radarfallen-Warner oder lokale Wetter-Apps) im Suchergebnis gleich benutzen scheint da (sehr überraschend für Google) deutlich schlauer zu sein.

    Wenn sich eine einzige App „vordrängelt“ weil sie Werbung bezahlt mag das ja noch ok sein. An den Bewertungs-Verteilung (wie bei Filmen bei imdb oder allen Apps) erkennt man aber, das die Qualitäts-Kontrolle nicht mehr zu existieren scheint weil genau so viele User bei MacOS nachweislich unzufrieden sind und nur 1 Sternchen geben wie 5 Sternchen (für Yosemite z.B. glaube ich. Die Recherche kann nicht schwer sein weil MacOS in den Top10 rechts am Rand meist ganz oben ist und die Sternchenverteilung offen sichtbar ist.). Solche Verteilungen haben bestenfalls deutlich mangelhafte Apps.

    Und jedes Jahr teuer nachkaufen müssen findet wohl keiner gut.

    Softwarelizenzen (also auch bei Apps) weiterverkaufen können hätte Rot-Grün explizit erlauben müssen. Aber bei der Insolvenz müssen oft wohl Lizenzen für hundertttausende Euros weggeworfen werden während jedes Auto ratz fatz verkauft werden kann. Danke rot-grün schwarz-gelb und schwarz-rot. Wer bei Insolvenzen im Schnitt wohl nur 3-5% auszahlen lässt, verdient bei jeder Wahl auch nicht mehr Prozente.

    Und was soll das Beispiel mit Netflix ? Ebay Amazon und natürlich Netflix-Apps sind natürlich KOSTENLOS und dann kauft man (bei Ebay, Amazon, Netflix) im Supermarkt Prepaid-Karten, bucht sie in der App ein und kann einkaufen oder einen Monat lang z.B. Netflix-Programm gucken.

    Der Unterschied ist aber das man (wenn Apple besser wäre) längst Laptops usw. durch iPadPro ersetzt hätte haben können. Ein MDE-Gerät (von UPS, DHL, POST, Hermes usw…) kostet vermutlich viel wie ein iPad-Pro womit man die Barcodes und den Empfänger genau so gut und besser erfassen bzw. fotografieren kann.

    Und „Kleine mickrige Mini-Programme“ sind 500 Megabyte-Spiele natürlich nicht.
    Das richtige Beispiel wäre vermutlich Photoshop (oder deren Nachfolger) gewesen welche man monatlich im Abo nutzen kann und Adobe-Produkte in der Verlags-Industrie der Standard-Workflow sind und man PDF der Druckerei liefern muss.
    Dazu würde natürlich die quickload-Technik helfen (welche Telekom schon vor Jahren als Startup für Windows in den USA hatte) damit man immer die aktuelle Version hat wenn man die Fotos von der Jogi Löw Pressekonferenz im Pressecenter bearbeitet und hochlädt oder mit Adobe Movie (oder wie das heisst) die Videos fertigstellt und im Pressecenter hochlädt.
    D.h. man kauft für $10 30 Nutzungstage bzw. 400 Nutz-Stunden von Photoshop und nennt das dann Abo.
    Wäre ich Adobe hätte ich das längst durchgesetzt und jeder Reporter kann dafür (an einem Arbeitsplatz) alle Adobe-Softwareprodukte nutzen und z.b. Texte, Photos, Videos schneiden und bearbeiten und Fertigstellen und hochladen. Man kauft nicht die App sondern mietet – wie bald bei Auto-Clouds oder jetzt schon bei Uber/BlaBlaCar/… per Handy – die Infrastruktur-Nutzung.
    Nett wäre sowas auch für Netflix oder News-Stand wo man dann tageweise das Guthaben abrechnet und nicht mehr monatsweise wie damals im Mittelalter. Kabel-TV-Anbieter erodieren ja auch und machen kleinere Pakete.

    Die kleinen User haben jetzt ein mulmiges Gefühl und denken, jedes Jahr bezahlen zu müssen.
    Wie es in der Praxis wirklich aussieht, müsste man dann mal sehen. Die negativen Presse-Darstellungen helfen nicht.
    Es wurde ja schon mal aufgedeckt, das man pro Monat ganze 500 Euro als App-Entwickler verdient. Damit ist eindeutig bewiesen, das der Fachkräftemangel nicht existiert. Die wirklich profitablen Jobs sind das, was die Kinder der Politiker oder von Bill Gates studieren.

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