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Umzug des Berliner Verlages: Betriebsrat fürchtet Stellenabbau, DuMont weicht aus

Versuchen den Berliner Verlag wieder in die Gewinnzone zu bringen: Die Geschäftsführer Michael Braun (l.) und Jens Kauerauf
Versuchen den Berliner Verlag wieder in die Gewinnzone zu bringen: Die Geschäftsführer Michael Braun (l.) und Jens Kauerauf

Der Betriebsrat des Berliner Verlages befürchtet mit dem Umzug einen weiteren Stellenabbau und rechnet der Belegschaft vor, dass in der neuen Residenz weitaus weniger Mitarbeiter Platz fänden als am derzeitigen Standort. Der zur DuMont Mediengruppe gehörende Berliner Verlag dementiert einen möglichen Stellenabbau nicht, lässt aber gleichzeitig offen, ob alle Unternehmensbereiche umziehen werden.

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Die DuMont Mediengruppe hat den Umzug des Berliner Verlages fix gemacht. Ab 2016 residiert das Unternehmen, in dem die Berliner Zeitung sowie der Berliner Kurier erscheinen, im Feratti-Neubau in der Nähe des Spittelmarktes. In der Belegschaft allerdings stellt man sich Fragen, auf die es bislang keine eindeutigen Antworten gibt. So bezweifelt der Betriebsrat, dass alle derzeit beschäftigten Mitarbeiter den Umzug mitmachen werden. Grund für die Überlegung ist, dass die neue Immobilien weniger Platz bietet als die alte. In einem Informationsschreiben an die Belegschaft erklären die Arbeitnehmervertreter: „Das neue Gebäude bietet bekanntlich weit weniger Platz… Derzeit arbeiten in unseren Betrieben hier am Alexanderplatz rund 650 Kolleginnen und Kollegen. Das neue Haus aber hat, selbst wenn alle ganz eng zusammenrücken, Raum für kaum 400 Arbeitsplätze.“ Wie genau der Betriebsrat gerechnet hat, legt er in seinem Schreiben nicht offen.

Auf Nachfrage bei der Geschäftsführung habe man keine konkrete Antwort erhalten, heißt es in dem Schreiben weiter. Zwar habe der Berliner Verlag bekräftigt, dass alle Unternehmensbereiche mit in den Feratti-Bau ziehen werden. Aber: „Die Geschäftsführung hat ausdrücklich nicht zugesichert, dass alle Mitarbeiter mit umziehen werden.“ Man sehe das als „bedrohliches Zeichen“, so der Betriebsrat.

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Dass die Sorge um Arbeitsplätze nicht ganz unberechtigt ist, macht auch das Statement eines DuMont-Sprechers gegenüber MEEDIA klar. Ob sich die Zahl noch vor, mit oder unmittelbar nach dem Umzug verändern wird, erklärt er auf Nachfrage nicht. Stattdessen verweist das Unternehmen auf eine „viel effizientere Raumnutzung“ im neuen Gebäude an der Alten Jakobstraße, die eine bessere Kommunikation und Zusammenarbeit zuließe. „Die einzelnen Bereiche können die Flächen so nutzen, wie sie dies für ihre Prozesse benötigen. Das sehr schmale Gebäude an der Karl-Liebknecht-Straße hat diese Möglichkeit nicht geboten.“ Die Informationen sowie die „Qualität der Berechnung“ des Betriebsrates könne man „nicht beurteilen“. Statt von 650 Mitarbeitern spricht die Verlagsseite von derzeit 550 Angestellten.

Gegenüber MEEDIA distanziert sich DuMont von den Ausführungen zum Umzug aller Abteilungen, die der Betriebsrat wiedergegeben hat. Es stehe noch nicht fest, „ob auch alle Unternehmungen der DuMont Medien- und Management-Services am Standort Berlin in den Feratti-Neubau umziehen“. Für eine Entscheidung wolle man erst die Ergebnisse eines „Redaktionsprojektes“ abwarten, das DuMont bereits zum Umzug angedeutet hatte, aber bislang nicht konkretisierte.

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Alle Kommentare

  1. Natürlich werden Mitarbeiter entlassen werden und zwar im dreistelligen Bereich.

    Wäre es anders hätte DuMount ja klipp und klar sagen können, es werde keinen Stellenabbau geben und das Thema wäre vom Tisch gewesen.

    Stattdessen Ein Rumgeeire mit irgendwelchen diffusen „Redaktionsprojekten“ und Mäkelei an der Zählmethode, also das wirkt nun echt nicht glaubwürdig.

    Die Frage scheint mir auch nicht zu sein, ob Mitarbeiter entlassen werden, sondern allenfalls noch wieviele.

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