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Das „Daily“-Dilemma des Spiegel – die schwierige Sache mit der digitalen Tageszeitung

Cordt Schnibben (li.) und Spiegel-Geschäftsführer Thomas-Hass
Cordt Schnibben (li.) und Spiegel-Geschäftsführer Thomas-Hass

Die MEEDIA-Meldung, dass sich der Start der digitalen News-App des Spiegel, die derzeit unter dem Namen „Daily“ läuft, verzögert, bringt einen ins Grübeln. Ob das noch was wird mit „Spiegel Daily“? Die Zeichen dafür stehen eher schlecht.

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Man muss sich nur einmal vergegenwärtigen, wie lange das Projekt „digitale Tageszeitung“ beim Spiegel schon gedreht und gewendet wird. Spiegel-Reporter Cordt Schnibben bastelt seit 2013 an dem Projekt, bzw. an dessen Vorläufer, einer News-App mit Namen „Der Abend“, die aus einer Debatte rund um die Zukunft der Zeitung beim Spiegel hervorging.

Nun schreiben wir 2016 und es ist immer noch nicht klar, ob und wann die News-App des Spiegel starten wird. Immer noch werden die „wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ geprüft. Für ein Digital-Unternehmen ist das ein Tempo, das in etwa dem der Kontinentaldrift entspricht.

Natürlich gibt es immer Gründe. Der Spiegel war lange mit sich selbst beschäftigt. Die neue Chefredaktion musste sich erst einmal finden, es gab einen neuen Geschäftsführer, die Agenda 2018 wurde ins Leben gerufen, ein Stellenabbau wurde verkündet. Das alles mag als Erklärung taugen, es hilft aber nicht bei der Lösung.

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Von außen betrachtet lässt sich festhalten, dass sich der Spiegel in Sachen Daily in einem strategischen Dilemma befindet. Durch die Länge der Projektphase sind die Erwartungen an „Daily“ mittlerweile fast unerfüllbar hoch. Dadurch, dass der Spiegel selbst gerne betont, wie wichtig es sei, dass das Produkt perfekt an den Markt gebracht wird. Chefredakteur Klaus Brinkbäumer erklärte gegenüber MEEDIA noch im Februar, dass es ein „großartiges Produkt“ werde. Dazu sickert nun durch, dass es noch nicht einmal eine eigene Redaktion für „Daily“ gibt. Ohne eigene Redaktion dürfte es schwerfallen, ein großartiges Produkt zu schaffen, für das Nutzer gerne Geld zahlen. Aber selbst wenn der Spiegel Verlage viel Geld in Daily investieren würde, ist überhaupt nicht gesagt, dass sich diese Investitionen in überschaubarer Zeit rechnen. Die Monetarisierung einer News-App ist – vorsichtig gesagt – schwierig. Es ist eine Wette auf die Zukunft und solche Wetten muss man sich leisten können.

Mehr als 9,99 Euro pro Monat kann man vermutlich nicht verlangen, eher deutlich weniger. Am Ende steht die Sorge dass der Preis, egal wie hoch oder niedrig er ausfallen wird, zu teuer für die Nutzer sein wird und zu billig für die Produzenten. Ein Verlag, der sparen muss und Stellen abbaut, ist für solch ein Projekt in einer schlechten Position.

Im Rahmen der Agenda 2018 hat der Spiegel neben einem Sparprogramm eine ganze Reihe von Zukunftsprojekten vorgestellt, von denen das erste (die NRW-Seiten) schon wieder kassiert wurde. Gut möglich, dass auch die News-App zu jenen Projekten gehört, die vielleicht wünschenswert aber nicht zufriedenstellend machbar sind. Womöglich wäre der Spiegel besser beraten, wenn er sich auf die Entwicklung eines schlüssigen digitalen Pay-Konzepts neben Spiegel Online konzentriert. Das alleine wird schwierig genug.

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