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Fette Kohle, fette Kinder: Foodwatch geißelt EM-Werbedeals des DFB mit Coca-Cola, Ferrero und McDonald’s

Die Nationalelf und die Dickmacher: DFB-Werbung mit McDonald’s, Coca-Cola und Ferrero
Die Nationalelf und die Dickmacher: DFB-Werbung mit McDonald's, Coca-Cola und Ferrero

Die Lobby-Organisation Foodwatch hat eine Aktion gegen Sponsoring-Aktivitäten des Deutschen Fußball Bundes (DFB) zur Europameisterschaft 2016 ins Leben gerufen. Foodwatch geißelt dabei, dass der DFB Werbe-Deals mit CocaCola, Ferrero und Mc Donald's eingegangen ist. Dadurch werde Zucker-Konsum bei Kindern und Jugendlichen gefördert. Der DFB hält dagegen.

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„DFB ist Diabetes Fördererbund“ schreibt Foodwatch in bekannter Manier über den Eintrag, der sich mit den Sponsoring-Aktivitäten des DFB zur EM 2016 befasst. Vor allem die langjährigen DFB-Sponsoren Coca-Cola, Ferrero (u.a. Kinderschokolade, Kinder-Überraschung) sind Foodwatch dabei ein Dorn im Auge. Die Werbung mit der Fußball-Nationalmannschaft richte sich eindeutig an Kinder, die „ohnehin zu viel Süßigkeiten und Zuckergetränke verzehren“, so Foodwatch. McDonald’s verlost eine Fußball-Eskorte, Ferrero verkauft EM-Aktionspackungen von Hanuta oder Duplo und Coca-Cola wirbt für die sehr stark zuckerhaltige Classic-Coke mit Sammeldosen der Nationalelf.

Foodwatch verweist auf „zahlreiche einschlägige Studien“, die belegen würden, dass Zuckergetränke wie Cola Übergewicht, Fettleibigkeit und Diabetes Typ II fördern. Foodwatch hat den DFB aufgefordert, die Werbe-Partnerschaften mit den drei Unternehmen aufzukündigen. Wenig überraschend macht der DFB das nicht, hat Foodwatch aber geantwortet.

DFB-Marketingdirektor Denni Strich verweist auf die Aufgaben des Fußball-Bundes, die vor allem im Aufbau des Fußball-Nachwuchses sowie der Förderung des Breitensports und der Förderung des Mädchenfußballs bestehen. Um diesen Aufgaben nachzukommen, sei der DFB auf Sponsor-Partnerschaften angewiesen. Was die konrkete Kritik von Foodwatch betrifft schreibt Strich:

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Zu den von Ihnen angeführten Partnern Mc Donald’s & Coca-Cola beweisen aktuelle Untersuchungen, dass ein kontrollierter und bewusster Konsum von Produkten bpsw. aus Quick Service Betrieben nicht zu adipösen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen führt. So stellt z.B. der Genuss eines Hamburgers mit Salat und Orangensaft nach ökotrophologischen Empfehlungen keine Fehlernährung dar.

Übergewicht muss nach dem heutigen Stand der Ernährungswissenschaft ebenso wie die Entstehung von adipösen Kranheitsbildern auf multikausale Ursachen zurückgeführt werden.

Strich führt außerdem eine Kieler Adipositas-Studie an, laut der für die Zunahme des Übergewichts bei Kindern verschiedene Faktoren verantwortlich seien, wie mangelnde Bewegung, genetische Veranlagung und sozioökonomische Faktoren, nicht aber die Bevorzugung von süßen oder salzigen Lebensmitteln oder Getränken.

Foodwatch meint dazu, der DFB ignoriere die Ansicht der wissenschaftlichen Community und verstoße gegen seine eigene Satzung. Darin verpflichte sich der Fußballverband der „Förderung gesunder Ernährung (…) als gesundheitliche Prävention“.

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