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Zu viel Stress, zu wenig Erholung: Deutsche Arbeitnehmer sind am Limit

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Termindruck, schlechtes Arbeitsklima, emotionaler Stress - immer mehr Deutsche leiden unter der steigenden Belastung am Arbeitsplatz. Neun von zehn Bundesbürgern fühlen sich im Job gestresst. Vor allem junge Arbeitnehmer stoßen dabei an ihre Belastungsgrenze.

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Deutschlands Arbeitnehmer brennen aus: 86 Prozent der Bundesbürger leiden unter Stressfaktoren am Arbeitsplatz. Besonders zu schaffen machen den Befragten ständiger Termindruck, ein schlechtes Arbeitsklima und emotionaler Stress. Das sind die Ergebnisse der Studie „Betriebliches Gesundheitsmanagement 2016“, für die im Auftrag der pronova BKK 1.660 angestellte Bundesbürger repräsentativ befragt wurden.

Junge Arbeitnehmer weniger belastbar

Gerade besonders gefährdet sind junge Arbeitnehmer im Alter von 18 bis 39 Jahren, von denen sich rund 91 Prozent vom Job belastet fühlen. Die Spirale des Drucks wird häufig von der Führungsebene in Gang gesetzt, wie die Studie der pronova BKK offenbart. Denn mehr als drei Viertel der deutschen Arbeitnehmer sehen in ihren direkten Vorgesetzten kein Vorbild, wenn es um gesundheitsbewusstes Arbeiten geht. So verzichten sie auf die Mittags- oder Erholungspause, verlassen den Arbeitsplatz im Laufe des Tages nicht ein einziges Mal, weil das der Chef auch nicht tut. „Das setzt viele Angestellte unter Zugzwang“, sagt Dr. Gerd Herold, Arbeitsmediziner der pronova BKK. „Das Paradoxe: Sowohl die Arbeitnehmer als auch die Unternehmen sind sich darüber bewusst, wie die Studie zeigt. Wenn aber die Vorgesetzten nicht mit gutem Beispiel vorangehen, setzt sich eine gesunde Pausenkultur nicht durch.“

Pause ist nicht gleich Erholung
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Pausen sind zum Abschalten da. Das nutzen aber wenige Arbeitnehmer. 32 Prozent nutzen die Pause für dienstliche Besprechungen. Auch Einkaufen, zur Reinigung gehen oder Termine organisieren, führen nicht zur Erholung. „Führungskräfte wie Angestellte müssen sich in Pausen auch ganz bewusst Zeit für Entspannung nehmen“, so Dr. Gerd Herold. Denn zu viel Stress auf der Arbeit wirkt sich bei vielen Arbeitnehmern auch körperlich aus. Mehr als zwei Drittel klagen beispielsweise über Verspannungen im Nacken, leiden unter Rückenschmerzen, das sind fast 63 Prozent, oder haben Schmerzen in Schultern, Armen oder Händen.

Weitere arbeitsbedingte Beschwerden der Deutschen sind Kopfschmerzen, Unruhe und Nervosität, Schlafstörungen und schlussendlich auch Depressionen und Burnout. Besonders bei Frauen bewirken Stress und eine ungesunde Körperhaltung Schmerzen. „Frauen sind nach wie vor besonders betroffen von Stress durch die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, erklärt der Experte dieses Phänomen. Dies erkläre auch, weshalb krankheitsbedingte Ausfälle bei Frauen höher sind als bei Männern.

Zur Studie: Die Studie „Betriebliches Gesundheitsmanagement 2016“ wurde im März 2016 im Auftrag der pronova BKK im Rahmen einer Online-Befragung durchgeführt. Das Marktforschungsinstitut Toluna hat dafür bundesweit 1.660 Arbeitnehmer repräsentativ befragt.

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Alle Kommentare

  1. In jedem kompletten Atemzug ist auch die Entspannung und damit die Erholung enthalten. Wer dies verstanden und verinnerlicht hat, wird wenig Pausen und Erholung benötigen, da er ausgeglichen Arbeitet. Es ist sicherlich etwas Wissen und auch Übung nötig aber das Ergebnis ist auch pures Selbstbewusstsein!

    1. Lieber Herr Seger,

      ich falle fast vom Bürostuhl von so einer unglaublich einfältigen Meinungsäußerung.

    2. Genau. Und wer das nicht verstanden und verinnerlicht hat, ist ein Versager. Meinten sie das ? Hilfreicher als Besserwisserei ist m.E. eine verbesserte Arbeits- und Unternehmenskultur, die die Mitarbeiter stärkt und unterstützt. Und eine Kultur, die anerkennt, wenn jemand sagt, ich brauche eine Pause. Dafür können vor allem Führungskräfte etwas tun. Und Mitarbeiter können sich stärken und dafür Unterstützung holen. Das kann in Form von Coaching, Sport und Achtsamkeitstraining sein, auch ein Atemtraining kann für den einen oder anderen ein Baustein sein. Aber eben nur einer von vielen.

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