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„Mensch Gottschalk“ am Sonntag bei RTL – Thomas Gottschalks neuer Sprung in eine TV-Todeszone

Thomas Gottschalk
Thomas Gottschalk

Am kommenden Sonntag versucht sich Show-Dino Thomas Gottschalk bei RTL erneut an einem Ausflug in eine TV-Todeszone. Um 20.15 Uhr moderiert er dann bei RTL erstmals die dreistündige Live-Show "Mensch Gottschalk". Damit tritt er gegen der Deutschen liebstes TV-Ritual an: den "Tatort" in der ARD.

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Schon bei Thomas Gottschalks erstem Nach-„Wetten dass..?“-Projekt, der spektakulär gescheiterten täglichen Sendung „Gottschalk Live“, war die Rede davon, dass sich der Entertainer in eine TV-Todeszone wagt. Gemeint war damals das notorisch schwierige Vorabendprogramm der ARD.  Nun ist das T-Wort wieder aktuell. Die Bild am Sonntag zitierte einen „Brancheninsider“ unlängst mit den Worten: „Wenn er in dieser Todeszone drei Millionen Zuschauer holt, ist das für alle ein Riesen-Erfolg!“

Gemeint ist diesmal der Sonntagabend, der im TV vom „Tatort“ in der ARD überdeutlich dominiert wird. Und damit es noch ein bisschen schwieriger wird, zeigt ProSieben für alle, die nix mit „Tatort“ am Hut haben, parallel zu Gottschalks neuerlichem Comeback den Hollywood-Streifen „Planet der Affen: Revolution“ als Free-TV-Premiere. In den Hoch-Zeiten von „Wetten dass..?“ versammelte Gottschalk in den 90er Jahren mal über 20 Millionen Zuschauer vor dem Fernseher. Bei seiner letzten „Wetten dass..?“-Show waren noch über 15 Millionen. Davon können TV-Macher heute natürlich nur noch träumen und solche Zahlen erwartet auch niemand. Alles über drei Millionen würde am Sonntagabend wohl als Erfolg gelten.

Dass sich RTL mit Thomas Gottschalk auf den schwierigen Sonntagabend wagt, hat noch einen besonderen Grund. Die neue Sendung, in der Gottschalk glatte drei Stunden mit Gästen über mehrere – angepeilt sind etwa 15 – Themen plaudern wird, ist eine Gemeinschaftsproduktion von dctp und Spiegel TV für RTL. Der Sender hat seine Lizenz von der Landesmedienanstalt in Niedersachsen. Sie macht zur Bedingung, dass RTL am Sonntag einen sogenannten Drittsendeplatz für dctp und Spiegel TV frei halten muss. Deshalb ist für die Gottschalk-Show kein anderer Wochentag möglich.

Für RTL ist das eine vergleichsweise bequeme Lösung. Der Sender bekommt eine große Gottschalk-Show und hat damit gleichzeitig seine Lizenz-Verpflichtungen erfüllt. Für Gottschalk selbst und die Produktionsfirmen ist das Risiko eines Flops deutlich größer.

„Das wird hart gegen den ‚Tatort‘, das weiß ich, aber ich hol‘ zumindest die ab, die um 20.35 Uhr aus der Bibliothek kommen und die Leiche schon verpasst haben», sagte Gottschalk bei einem Pressegespräch in Berlin. „Ich bin nicht mehr gefährdet, die biggest show ever zu verkaufen. Wenn man wie ich von den Leuten noch gemocht wird, muss man nur das Richtige im Angebot haben.“

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Das Richtige sollen nun drei Stunden voller Gäste, Talks und Show-Einlagen sein. Gottschalk will über aktuelle und auch ernste Themen sprechen, also auch über Terrorangst vor der Fußball-Europameisterschaft, Krebs und die Zukunft der Mobilität. Einer seiner Gäste in der Premierenshow wird Samuel Koch sein: Der junge Mann, heute 28, verletzte sich beim Sprung über fahrende Autos am 4. Dezember 2010 bei „Wetten, dass..?“ so schwer, dass er querschnittsgelähmt blieb. Gottschalk erklärte ein paar Wochen später seinen Rücktritt, den er Ende 2011 vollzog.

Danach scheiterte er mit „Gottschalk live“, saß dann eher unglücklich neben Dieter Bohlen in der Jury des RTL „Supertalents“, probierte es ohne großen Erfolg mit „Gottschalks großem Klassentreffen“. Seine gemeinsame Show mit Günther Jauch bei RTL, „Die 2 – Gottschalk und Jauch gegen Alle“, lebt vor allem vom Retro-Charme und dem Zusammenspiel mit Jauch. Gottschalk könnte einen Erfolg mit einer neuen Show vermutlich am dringendsten gebrauchen.

Andrea Malgara, Geschäftsführer der Mediaplus Gruppe, schätzt die Chancen für „Mensch Gottschalk“ folgendermaßen ein: „Grundsätzlich ist diese Format interessant. Gerade bei älteren Zielgruppen kann es sogar sehr erfolgreich laufen. Allerdings ist der Sendeplatz am Sonntagabend für einen dreistündiges Talkformat eher ungünstig. Die jüngeren Zuschauer werden verstärkt beim Filmhighlight auf ProSieben zu finden sein und v.a. ältere Zuschauer werden sich den ‚Tatort‘ nicht entgehen lassen. Die Reichweite wird also die Herausforderung für RTL werden. Das wird auch der entscheidende Punkt sein, ob RTL in Serie geht – vielleicht wenn sie es nur in der Sommerpause laufen lassen. Von der Affinität passt es aber sicher für die meisten Werbetreibenden, welche RTL belegen, sehr gut.“

Und Gottschalk selbst gibt sich kämpferisch: „Das ist kein schlaffer letzter Versuch, das liegt mir“, sagte er. „Das persönliche Involviertsein wird man der Show anmerken. Kein hippen Themen, kein Hashtag Gottschalk, das hatte ich schon mal, keine erhobenen Daumen, keine Smileys, ich werde auch niemanden in meinem Leben Ziegenficker nennen, sondern bin der Gottschalk, den die Leute kennen.“ Einen Hauch von Selbstkritik erlaubt er sich dann doch: „Wenn ich gegen den ‚Tatort‘ halbwegs respektabel abschneide, bin ich froh – Früher habe ich mir den Vorabend schön geredet, heute den Sonntag.“

Wir dürfen gespannt sein.

(Mit Material von der dpa)

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Alle Kommentare

  1. wünsche mir am nächsten Mal Leah Remini als Buch Troublemaker Leah Remini als Gast , sollen Sie mitreden. Ich muss wissen über Troublemaker.

    Bitte senden Sie mir eine Nachricht.

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