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Mafia- und Drogenreport statt „Halligalli“: ProSieben setzt im Sommer auf Wissensformate

Propaganda- und Drogenreports sowie digitale Experimente: ProSieben geht im Sommer in die Wissensoffensive
Propaganda- und Drogenreports sowie digitale Experimente: ProSieben geht im Sommer in die Wissensoffensive

Es wird kein leichter Sommer für die Privaten: Mit der Europameisterschaft in Frankreich und den Olympischen Spielen in Rio stehen gleich zwei sportliche Großereignisse an, die Millionen von TV-Zuschauern auf die öffentlich-rechtlichen Kanäle locken. Die Konkurrenz von ProSieben gab nun einen ersten Einblick, mit welchem Programm sie gegensteuern will – und setzt in der Spät-Prime auf sehenswerte Reportageformate.

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Woher stammt eigentlich das ganze Koks, das während durchzechten Partynächten von Klobrillen gezogen wird? Und wie genau kommt es eigentlich nach Deutschland? Das sind Fragen, die Thilo Mischke als – wie er sagt – Berliner und Angehöriger einer – wie man ihr nachsagt – dem Koks ziemlich freundlich eingestellten Branche sehr beschäftigen. Für ProSieben ging der Journalist, der Zuschauern bereits aus einigen „Galileo“-Beiträgen bekannt ist, auf die Suche nach Antworten.

Für seine Reportage-Reihe „Undercovered“ flog er nach Kolumbien und machte sich auf die Suche nach dem Drogen-Kartell. Was Mischke beim Programmscreening von ProSieben am Dienstag über seine Recherche berichtete, macht neugierig. Zur Vorbereitung hätten Mischke und sein Team als erstes ein Training zum Aufspüren von Tretminen bekommen. Denn, so Mischke, Kolumbien sei eines der vermintesten Länder der Welt. Es sei die „Faszination des Verbotenen“, die sein neues Format ausmache, so ProSieben. „Mischke geht als Journalist zu Menschen, die nahezu nie Reportern begegnen.“ So besuchte er unter anderem auch den Boss einer japanischen Yakuza, um mit ihm über Mafia-Geschäfte zu sprechen und mehr über das Rollenverständnis der kriminellen Organisation zu erfahren. „Undercovered“ belegt – zumindest lässt sich das nach ersten gezeigten Ausschnitten sagen –, dass Journalismus und Privatfernsehen sehr wohl seriös und unterhaltsam zugleich miteinander funktionieren können. Wohl deshalb hat man sich bei ProSieben dafür entschieden, das Format als Ersatz für das im Sommer pausierende „Circus Halligalli“ auf den Sendeplatz am Montagabend (22.15 Uhr) zu setzen.

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Noch keine Terminierung gibt es für ein weiteres Format mit „Galileo“-Moderator Stefan Gödde. Auch er war in der Welt unterwegs, um für „Inside“ herauszufinden, wie es in gewissen Ländern hinter der Propaganda-Maschine wirklich aussieht. So bereiste Gödde, der vergangenes Jahr bereits aus Nordkorea berichtete, China, um die Schattenseiten des Wirtschaftsbooms zu erleben, oder nach Russland, wo er einen russischen Oligarchen trifft und über Reichtum spricht. In Fukushima, wo es 2011 zur schrecklichen Nuklearkatastrophe gekommen war, geht der Moderator der Frage nach, ob – wie vom Staat behauptet – tatsächlich alles unter Kontrolle sei. Das sei „Bullshit“, wie der Moderator bei der Programmpräsentation deutlich gemacht hat. Für Gödde geplant sind vier Folgen, von denen drei bereits im Kasten sind. Unklar sei derzeit, wie die Recherchen im Iran verlaufen werden, so Gödde am Dienstag. Bislang haben die Journalisten kein Visum zur Einreise erhalten. Der nächste Dreh sei für Juli geplant.

Das Sommerprogramm soll auch technologisch Neues bieten. Dafür beschäftigt sich „Galileo“ ab dem 18. Juli eine Woche lang mit „Virtual Reality“. Diese sollen Zuschauer auch selbst erleben. Mithilfe einer App und einer VR-Brille soll das Publikum in das Programm eintauchen können und einzelne Beiträge – auch das „Galileo“-Studio – begehen können. Ob das tatsächlich angenommen wird, bleibt abzuwarten. Auf den Kern der Marke „Galileo“ zahlt das Experiment zum neuen Trendthema allemal ein und haucht der Sendung, die mittlerweile 18 Jahre lang im Programm von ProSieben läuft, erneut frischen Wind ein. Generell solle „Galileo“ zukünftig wieder schneller, vor allem tagesaktueller werden, bekräftigte Redaktionsleiter Stefan Vaupel. Seine Sendung solle fortan wieder schneller auf derzeit diskutierte Themen, wie im Moment beispielsweise die Debatte um den Milchpreis, reagieren können. Darüber hinaus wolle „Galileo“ auch online stärker werden. Man habe eine Redaktion aufgebaut, die sich lediglich auf den digitalen Kanal konzentriere. Das Ziel: Online soll „Galileo“ zur selbstständigen Marke werden – kein leichtes Vorhaben.

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