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AfD-Vizechefin Beatrix von Storch erklärt dem Stern ihre skurrile EM-These – und legt mit „EU-Bundesliga“ nach

AfD-Vizechefin Beatrix von Storch bei Facebook
AfD-Vizechefin Beatrix von Storch bei Facebook

Der Facebook-Post löste kollektives Kopfschütteln aus: "Anders als Sie wollen wir die Fußball-EM nicht abschaffen", teilte AfD-Vizechefin Beatrix von Storch am Montag überraschend gegen Bundeskanzlerin Merkel aus. In einem neuen Post präzisierte von Storch nun im weltgrößten sozialen Netzwerk ihre abenteuerliche These und hält gar eine "EU-Bundesliga" für absehbar. Mit dem Stern, den von Storch exemplarisch für das Unverständnis der Medien zitiert hatte, lieferte sich die AfD-Vizechefin zudem einen amüsanten Schlagabtausch auf Facebook.

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Es war eine steile These: „Und anders als Sie, wollen wir die Fußball-EM auch nicht abschaffen, sondern auch künftig gegen Italien und Spanien spielen, statt in einer gemeinsamen EU-Mannschaft“, schloss AfD-Vizechefin Beatrix von Storch am Montag einen Facebook-Post, der zunächst Angela Merkels Reaktion in der Causa Boateng kritisiert hatte.

Stern.de nannte von Storchs Facebook-Beitrag – wie MEEDIA eine Stunde zuvor – einen „wirren Post“. Diese Einschätzung wollte die AfD-Vizechefin nicht umkommentiert lassen und legte keine 24 Stunden später auf Facebook mit einem neuen Post nach, der die bemerkenswerte These erklären sollte.

Bundeskanzlerin Merkel wolle „letztlich aus der EU einen selbständigen Staat machen und die Nationalstaaten abschaffen und in der EU auflösen“. Die Folge: Keine Nationalstaaten, keine EM! „Wer das will, der schafft auch die EM ab. Denn bei der EM spielen National-Mannschaften gegeneinander. Ohne Nationalstaat keine Nationalmannschaft und keine EM.“

Stattdessen werde es nur noch „EU-Bundesliga“ geben, mutmaßt die 45-jährige Lübeckerin – und verrutscht dabei auf Vereinsebene, auf der bekanntlich seit vielen Jahrzehnten in diversen europäischen Ligen (Champions League, Europa League) gegeneinander gespielt wird.

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Doch das war noch nicht alles: In bekannter ‚Schuld-sind-immer-die-anderen‘-Rhetorik versucht von Storch auch einen Konter gegen die Medien zu setzten. „Wirr ist nur der STERN“, beginnt die AfD-Vizechefin nach denselben rhetorischen Baukastenprinzip wie tags zuvor mit einer Gegenbehauptung („niederträchtig“ ist eine Politik…“) ihren Beitrag, der mit einer sarkastischen Breitseite gegen das Hamburger Nachrichtenmagazin endet. „Aber wahrscheinlich ist das für den STERN zu kompliziert. Egal. Schwamm drüber“, schließt von Storch ihren Post zur EM-These.

Der Konter des Social Media-Teams von Stern Online ließ indes nicht lange auf sich warten: „Danke Frau von Storch. Ja, das war uns wirklich zu kompliziert. Schön, dass sie es uns nochmal erklärt haben“, kommentierten die Hamburger auf der Facebook-Seite von Storch – und sammeln für den Kommentar praktisch genauso viele Likes ein wie von Storch für ihren Post.

Die gelernte Rechtsanwältin will es dabei nicht bewenden lassen und gibt dem Stern den doppelzüngigen Ratschlag mit auf den Weg: „Wenn Sie wieder mal im Dunkeln tappen, einfach vorher fragen.“

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Alle Kommentare

  1. Hoeneß hat doch eine EU-Liga mit regelmäßigem Spielbetrieb gefordert. Von Storch hat vollkommen recht.
    Hoeneß isz die Bundesliga viel zu klein und in einer EU-Liga könnten die Vereine Milliarden mehr scheffeln.

  2. Also ehrlich. Die Frau ist eine widerliche Brandstifterin. Aber die könnte auch einen Furz lassen, es finden sich immer ein paar Klatschpappen. Peinlich.

  3. Wo bleibt denn die meedia-Aufarbeitung zu diesen Dilettanten von der FAZ zum Boateng-Gauland „Interview“?

    Die Afd Hetze zeugt von wenig Charakter und noch weniger Verständnis von Demokratie, Sachlichkeit und Substanz.

    Der Lügen- und Systempresse Sumpf ist scheinbar ziemlich tiefgehend in der Deutschen Presselandschaft und erinnert an die gleichgeschaltete Presse in der Nazi-Diktatur. So langsam sollte sich Merkel mal Gedanken machen über ihr Renomee.

    1. Von einer gleichgeschalteten Presse im heutigen Deutschland zu schreiben, zeugt von der Unkenntnis über die Breite unserer Presselandschaft. Und der Vergleich mit der Nazi-Diktatur ist schlicht dumm oder gemeingefährlich, da er das Ausmaß der damaligen Einschränkungen, Verfolgungen und Bedrohungen komplett verharmlost. Wissen Sie eigentlich, worüber Sie da schreiben?
      Übrigens: Die meedia-Aufarbeiteung zur FAZ-Gauland-Boateng-Geschichte gab’s schon gestern, wobei die FAZ nicht gut weggekommen ist.

  4. Dass die beim Stern es schon lange nicht mehr kapieren, verwundert doch keinen informierten Leser mehr.
    Aber wer sich mit sinkenden Auflagenzahlen über Wasser halten muss, der geht auch als selbsternanntes „Qualitätsmedium“ den Weg in die sozialen Netzwerke um dort nach Aufmerksamkeit heischend den Nahkampf mit dem Klassenfeind zu suchen und sich anschließend über die Likes der verbliebenen letzten bornierten Genossen zu freuen.
    Wer soll für sowas noch Geld ausgeben? Rezepte gibts im Internet kostenlos und Bilder auch.

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