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Hulk Hogans Millionenklage und eine alte Outing-Rechnung: Wie ein Facebook-Milliardär Gawker an den Rand des Ruins bringt

Gawker-Boss Nick Denton (li.), Hulk Hogan und Peter Thiel (re.)
Gawker-Boss Nick Denton (li.), Hulk Hogan und Peter Thiel (re.)

Von wegen Don't be evil: Auch den Stars des Silicon Valleys sind niedere Instinkte wie Rache offenbar nicht fremd. In der New York Times gab der in Deutschland geborene Facebook-Investor Peter Thiel nun zu, dass er heimlich die millionenschwere Klage des Ex-Wrestlers Hulk Hogan gegen das Klatsch-Blog Gawker finanzierte. Der Grund: Über ihr Gossip-Portal Valleyweg hatten die New Yorker vor neun Jahren Thiel als schwul geoutet.

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Unter der wenig missverständlichen Überschrift „Peter Thiel is totally gay, people“ hatte Valleyweg am 19. Dezember 2007 der gesamten Branche erzählt, was bis dahin nur hinter vorgehaltener Hand im Silicon Valley geflüstert wurde. Selbst bestätigte Thiel seine Homosexualität erst gut zwei Jahre später.

Der Karriere von Thiel hatten die Veröffentlichungen jedoch nicht geschadet. Zum Zeitpunkt der Valleywag-Enthüllungen war sein Facebook-Anteil rund 750 Millionen Dollar wert. Heute liegt das Vermögen des 48-Jährigen – laut Forbes – bei rund 2,8 Milliarden Dollar. Damit ist auch klar, dass er die Hogan-Klage aus der Portokasse bezahlte. Insgesamt investierte er bislang rund zehn Millionen Dollar in seinen Kampf gegen den Blog-Verlag.

In der Klage von Hogan, dessen echter Name Terry Bollea ist, geht es um die Veröffentlichung von Fragmenten eines heimlich gedrehten Sex-Videos. In dem Clip aus dem Jahr 2007, den Gawker im Oktober 2012 veröffentlicht hatte, ist zu sehen, wie Hogan Sex mit der Frau seines damaligen besten Freundes hatte. Hogan will nicht gewusst haben, dass er gefilmt wurde. In einer ersten Entscheidung sprach eine Jury dem Wrestler bereits 140 Millionen Dollar zu. Am gestrigen Mittwoch wies ein Gericht im US-Bundesstaat Florida das Berufungsgesuch von Gawker Media zurück. Damit müssen die New Yorker wohl zahlen.

Ob und wie Gawker diese Summen stemmen kann, ist noch nicht ganz klar. Bereits nach dem ersten Jury-Spruch musste der Online-Verlag rund 50 Millionen Dollar als Sicherheit hinterlegen. Um diese Summe zu stemmen, sahen sich die New Yorker bereits gezwungen Unternehmens-Anteile an den Milliardär Viktor Vekselberg zu verkaufene.

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Seitdem Forbes als erstes über die Rolle Thiels in dem Fall berichtete, herrscht in den USA eine heftige Diskussion um den Einfluss reicher Bürger auf die Pressefreiheit und die Medien.

Thiel rechtfertigte jetzt erstmals sein Verhalten. So sagte er der New York Times, dass die Gawker-Blogs wie Valleyvag das „Leben von Leuten ohne Grund ruiniert“ hätten. Er habe ein Team von Anwälten finanziert, um „Opfer“ der Gawker-Berichterstattung zu finden und bei Klagen zu unterstützen. „Es geht weniger um Rache als um konkrete Abschreckung“.

Mit Material von dpa

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