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DuMont-Tochter Berliner Verlag: Verlust fällt 2015 offenbar geringer aus als erwartet

Versuchen den Berliner Verlag wieder in die Gewinnzone zu bringen: Die Geschäftsführer Michael Braun (l.) und Jens Kauerauf
Versuchen den Berliner Verlag wieder in die Gewinnzone zu bringen: Die Geschäftsführer Michael Braun (l.) und Jens Kauerauf

Die Mediengruppe Berliner Verlag, seit diesem Jahr eine 100-prozentige Tochter des Medienhauses DuMont, hat das vergangene Geschäftsjahr offenbar besser überstanden, als erwartet wurde. Nach einer vorläufigen Ergebnismeldung, die MEEDIA vorliegt, verzeichnete der Verlag 2015 einen Verlust von rund 3,3 Millionen Euro.

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Erwartet worden war laut Planung ein Verlustergebnis von fast 5,8 Millionen Euro. Das Ergebnis ist insofern beachtenswert, da sich laut Medienberichten im Dezember noch ein Ergebnis von -8,342 Millionen Euro abgezeichnet hatte. Gegenüber MEEDIA wollte der Verlag die vorliegenden Zahlen nicht bestätigen und ebenfalls keine Gründe für die Verlustminderung nennen. „Ich kann Ihnen jedoch eine Verbesserung gegenüber den ursprünglichen Erwartungen bestätigen“, so ein DuMont-Sprecher.

Im Fall des Berliner Verlages war in der Vergangenheit vor allem sparen angesagt, das Haus musste gleich mehrere Restrukturierungsmaßnahmen über sich ergehen lassen. In einem Fall führte es sogar zur Trennung des Kurier-Chefredakteurs Hans-Peter Buschheuer. Dass sich das laufende Geschäftsjahr ohne Kostenoptimierungen erfolgreich abschließen lässt, darf bezweifelt werden. Die Zukunft des Verlagshauses hängt auch vom Kartellrecht ab, das die Bundesregierung voraussichtlich noch in dieser Legislaturperiode lockern könnte, um unternehmensübergreifende Zusammenarbeiten auf nicht-redaktioneller Ebene leichter zu ermöglichen. DuMont strebt dies in der Hauptstadt an und wünscht, Abteilungen wie Technik, Buchhaltung und Anzeigenvermarktung mit den Konkurrenten von Tagesspiegel (Holtzbrinck) und Berliner Morgenpost (Funke) zu bündeln.

Laut den MEEDIA vorliegenden Unterlagen stiegen die Online-Erlöse zwar weiter an (+11,6), blieben aber unterhalb der Erwartungen und konnten die Verluste aus dem Print-Geschäft auch nicht auffangen. Hier brach das Geschäft in 2015 um weitere 5,1 Prozent ein. Steigern konnte der Verlag die Vertriebserlöse für fast jedes seiner Blätter – bei sinkender Auflage kann hier nur eine Erhöhung des Copypreises eine Erklärung sein. Lediglich der Kurier verlor (-1,7 Prozent zum Vorjahr). Größter Erlösbringer (Anzeigen- wie Vertriebserlöse) blieb hierbei die Berliner Zeitung.

In der Mediengruppe Berliner Verlag erscheinen neben der Berliner Zeitung und dem Berliner Kurier auch das Anzeigenblatt Berliner Abendblatt, einige Magazine sowie der in Hamburg erscheinende Boulevardtitel Hamburger Morgenpost.

Anmerkung der Redaktion: Für die Berliner Zeitung lagen im Juni 2014 aus technischen Gründen keine Online-IVW-Daten vor.

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