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Warum Sie nicht mehr als sechs Stunden arbeiten sollten

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Mehr zu arbeiten, heißt nicht besser zu arbeiten. Tatsächlich ist es genau andersherum: Wie ein Pilotprojekt in Schweden gerade zeigt, lässt sich die Produktivität wohl gerade dadurch steigern, dass man weniger schuftet. Als ideale Arbeitsdauer scheint sich der Sechs-Stunden-Tag zu entpuppen. In Deutschland wird noch immer weit länger geschafft.

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Valide Daten gibt es aus Schweden allerdings noch nicht, nur erste Erfahrungen. Aber die sind so positiv, dass längst in der ganzen Welt über die Mitarbeiterinnen des Svartedalens-Altenheim in Göteborg berichtet wird.

Auf Initiative der Linkspartei arbeiten dort die Pflegerinnen nur sechs statt acht Stunden am Tag. Die Folge soll sein, dass die Mitarbeiter entspannter sind, frischer und damit effizienter ihrem Job nachgehen und zudem auch noch weniger krank werden. Dadurch ließen sich die Mehrkosten, die bei rund  860 000 Euro liegen, auffangen.

Noch gibt es keine abschließenden Ergebnisse, doch die ersten Ergebnisse scheinen die Macher zu bestätigen. So zitiert die Süddeutsche Zeitung den Projekt-Berater Bengt Lorentzon: „Früher sind die Mitarbeiter müde zur Arbeit gekommen und müde nach Hause gegangen.“

Ganz aus dem Nichts ist den linken Politikern in Göteborg die Idee nicht gekommen. In ihrer Stadt verfolgt bereits eine Toyota-Werkstadt ein ähnliches Konzept. Seitdem dort die Mechaniker in zwei Schichten über jeweils nur sechs Stunden werkeln, stieg der Profit des Unternehmens um 25 Prozent.

Mit ihren Projekten handeln die Skandinavier im Grunde ganz im Sinne der aktuellen Forschung. Längst sind viele Wissenschaftler davon überzeugt, dass mit zunehmender Arbeitsdauer auch die Leistung überproportional abnimmt.

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Nach Ansicht der Experten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) belasten wöchentliche Arbeitszeiten von mehr als 40 Stunden die Gesundheit. Magen-Darm-Beschwerden oder auch Rückenschmerzen würden in solchen Fällen oft zunehmen.

Offenbar hören aber nur die wenigsten Deutschen den Experten richtig zu. Geht es nämlich nach den Arbeitnehmern selbst, würden diese, wenn sie den könnten, sogar noch mehr schaffen. So kam eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2011 zu dem Schluss, dass rund 3,7 Millionen aller Erwerbstätigen gerne mehr als bisher arbeiten würden, während nur eine runde Million ihre Arbeitszeit verringern wollten.

Dabei verbringen in Deutschland sowieso schon viele Menschen viel Zeit im Job. Im Jahr 2014 arbeiteten Vollzeitbeschäftige hierzulande rund 42 Stunden pro Woche.

Bonus-Info zum Schweden-Model: Sowohl die Mechaniker, als auch die Krankenschwestern werden in Göteborg natürlich nicht für sechs, sondern für acht Stunden bezahlt. Beim Zeitaufwand gilt also: weniger ist mehr. Bei der Bezahlung heißt es dagegen: keine Abstriche. Hört sich zu schön an, um wahr zu sein.

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Alle Kommentare

  1. So zitiert die Süddeutsche Zeitung den Projekt-Berater Bengt Lorentzon:

    „Früher sind die Mitarbeiter müde zur Arbeit gekommen und müde nach Hause gegangen.“

    =======

    Dann sollen sie abends halt eher ins Bett gehen, damit wäre doch zumindest schon mal der erste Teil des „Problems“ gelöst.

    1. Wenn es Ihnen dann besser geht……
      Wenn die AfD die Macht übernommen hat dürfen Frauen auch deutlich weniger als 6 Stunden arbeiten. Irgendwann müssen ja schließlich die gewünschten 3 Kinder zu Welt gebracht und dann im Schoße der Familie erzogen werden.

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