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Weniger als 8 Mio. sehen den Bremer „Tatort“, ProSieben mit „12 Years a Slave“ erfolgreich

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Doppelter Tagessieger, aber mit weniger Zuschauern als gewohnt: der "Tatort" aus Bremen.

Lürsen und Stedefreund müssen am Feiertag den zweitschwächsten "Tatort"-Wert des Jahres hinnehmen, siegen aber trotzdem in beiden Zielgruppen. ProSieben punktete am Pfingstmontag mit "12 Years a Slave", RTL mit "Bauer sucht Frau". Bei RTL II leiden Reimanns und Katzenberger unter einem kleinen Schwächeanfall.

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Das sind die fünf Dinge, die Sie über die Quoten vom Montag wissen müssen:

1. Der „Tatort“ siegt im Ersten mit deutlich weniger Zuschauern als gewohnt

Mit Umweltaktivisten, die drohen, Bremen zu terrorisieren, hatten’s die Kommissare Lürsen und Stedefreund am Pfingstmontag im „Tatort“ zu tun. Mit 7,85 Mio. gehörte „Der hunderste Affe“ allerdings zu den schwächeren „Tatort“-Erstausstrahlungen – genau genommen hatte nur der Til-Schweiger-„Tatort: Fegefeuer“ zu Beginn des Jahres weniger Zuschauer (7,78 Mio.). Zum Vergleich: Im Juni des vergangenen Jahres waren noch 8,53 Mio. beim vorigen Fall aus Bremen dabei. Für den Tagessieg am Feiertag reichten 22,5% Marktanteil aber allemal. „Mord auf Shetland – Tote Wasser“ hielt im Anschluss noch 3,71 Mio. im Ersten (14,3% und Platz 6).

2. Fast 4 Mio. sehen bei RTL „Die neuen Bauern“, ZDF kommt mit „Rosamunde Pilcher“ auf Platz 3

Es ist nicht so, dass den deutschen Zuschauern seit vergangenem Donnerstag die Lust auf Bloßstellungs-Dokusoaps mit einem Mal vergangenen wäre, und ob Jan Böhmermann auch schauspielernde Landwirtsdarsteller beschäftigt, ist vorerst unklar. Jedenfalls: Am Montagvorabend präsentierte Inka Bause bei RTL in „Baucher sucht Frau: Die neuen Bauern“ die Kandidaten für die folgende Staffel, und 3,9 Mio. Zuschauer ab 3 Jahren hatten eingeschaltet. Das reichte am Vorabend für 14,2% Marktanteil. Das ZDF hatte am Abend satte drei Stunden „Rosamunde Pilcher“ im Programm, kam damit aber nicht über 5 Mio. hinaus: 4,52 Mio. (14,2%) entschieden sich für „Die andere Frau“: Platz 3 nach der „Tagesschau“. Richtig mies lief’s nach 23 Uhr für „King Kong“, den im ZDF lediglich 490.000 Zuschauer ab 3 Jahren aufs Empire State Building klettern sehen wollten (5,3%).

3. ProSieben mit „12 Years a Slave“ klar vor RTL-„Fleischbällchen“ und Sat.1-„Pretty Woman“

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Auch im jungen Publikum positionierte sich der Bremer „Tatort“ auf Platz 1, und zwar mit 2,27 Mio. 14- bis 49-Jährigen sowie 18,4% Marktanteil. Dicht dahinter folgt ProSieben mit der Free-TV-Premiere von „12 Years a Slave“, die 1,91 Mio. junge Zuschauer eingeschaltet hatten – 16,2% Marktanteil. (Mit insgesamt 3,13 Mio. rückte der Film außerdem in die Top 10 des Gesamtpublikums.) Auf Platz 3 folgt sofort RTL mit „Bauer sucht Frau“ und starken 17,9% (1,54 Mio.). Zur Primetime musste sich der Sender aber schon wieder der Münchner Konkurrenz geschlagen geben. Über 11,2% in der jungen Zielgruppe kam „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2“ nämlich nicht hinaus. Außerdem waren die 1,46 Mio. gefährlich nah dran an den 1,39 Mio. und 11,7%, die Sat.1 mit „Pretty Woman“ zur gleichen Zeit schaffte. Am späteren Abend erzielte „Hannibal Rising – Wie alles begann“ bei ProSieben schließlich noch 11,8%.

4. Nachmittags-Wiederholungen entern die Top 10, kleiner Schwächeanfall bei RTL-II-Dokusoaps

Die zweite Primetime war am Pfingstmontag der Nachmittag. Bei den 14- bis 49-Jährigen kletterte eins der von RTL ausgestrahlten „Minion Mini Movies“ bis auf Platz 8 und begeisterte 1,09 Mio., „Ich – Einfach unverbesserlich 2“ holte mit der Wiederholung 0,98 Mio., während ProSieben mit „Die Tribute von Panem – Catching Fire“ auf 1,04 Mio. junge Zuschauer kam (Platz 9). Einen womöglich feiertagsbedingten Schwächeanfall müssen „Die Reimanns“ bei RTL II hinnehmen, die nicht an die grandiosen Werte aus den Vorwochen heranreichten, sondern nur auf 5,8% Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen kamen. Diesmal hatten 710.000 junge Zuschauer eingeschaltet. Etwas besser lief es davor für „Daniela Katzenberger – Mit Lucas im Hochzeitsfieber“ (0,86 Mio. und 7,0%). Auf 4,5% kam „Cast away“ bei kabel eins, Vox lag mit 5,2% für „Inception“ nur knapp darüber.

5. Überschaubares Interesse an ZDF-Reportagen mit Gerster und Hayali, NDR holt 3% mit „Kaum zu glauben!“

Das ZDF hatte sein Vorabendprogramm am Montag ganz und gar pfingstgerecht gestaltet, ab 18.15 Uhr lief „Die Feuertaufe: Petra Gerster auf den Spuren von Pfingsten“, allerdings enthielt die Sendung nur Spuren von Zuschauern: Lediglich 6,5% Marktanteil waren der Reportage vergönnt (1,45 Mio.). Nach „heute“ fragte außerdem Dunja Hayali „Was glaubt ihr denn?“ und versprach im „außendienst XXL“ eine Reise durch die Religionen, kam jedoch auch nicht über 8,5% hinaus (2,55 Mio.). Arte machte den Feier- zum „Thementag Tankstelle“. Die Minifilmchen „Tankstellen des Glücks“ mit Entertainer Friedrich Liechtenstein holten aber tagsüber nur einmal über 1% Marktanteil – und das gleich mit der ersten Folge um 11.30 Uhr (150.000 Zuschauer, 1,2%). Sehr gut lief’s für die Kai-Pflaume-Sendung „Kaum zu glauben!“ im NDR am Abend: 1,04 Mio. reichten für 3,0%, 2,5% waren nachher noch für den Trödelklon „Wer bietet mehr?“ drin.

Hier finden Sie bei MEEDIA täglich die Top 20 des Gesamtpublikums und der 14- bis 49-Jährigen. Eine Liste aller Quoten-Analysen der Vergangenheit lesen Sie immer an dieser Stelle.

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Alle Kommentare

  1. In einem Land mit Fair Use, ohne Softwarepatente und natürlich bezahlbaren Rechtskosten und vorhersehbaren Prozess-Dauern wäre es trivial, eine App zu schreiben welche ich schon ewig realisieren möchte: GEZ-Decide:
    Jeder kann mit und für seine GEZ-Gebühren bestimmen welche Sendungen er finanzieren will und welche nicht. Der Rest vom Budget kann dann ja von der Verwaltung wie bisher oder wie auch immer verteilt werden.

    Regierungswechsel haben selten Vorteil erzielt. Eine Sendung zu streichen macht den Nachfolger auch nicht besser wie man oft an Fußballtrainer-Wechseln erkennen kann. Wenn man aber sieht, das die Luft dünner wird, muss man sich anstrengen und an die Verhältnisse anpassen was die Evolution und das wahre kapitalistische Markt-Prinzip vorgeben. Auch sollten Verträge (auch für Trainer, Fußballspieler usw.) natürlich immer nur eine Saison lang sein und Ablöse/Abfindungsfrei wie ein Handy-Tarif enden.

    Die Grundidee wäre trivial. Gäbe es diese App (z.B. von vorbildlichen Parteien oder Mallorca-Rentnern betrieben) endlich und hätte viele User, könnte man Meinungs-Verstärker wie Briefe an den Abgeordneten usw. nutzen damit die Zahlen dann wirklich zur Budget-Verteilung genutzt werden. Wie schon gesagt: Wer nicht teilnimmt dessen Budget steht der Verwaltung zur Verfügung. Das ermöglicht langsame Anpassung und Abbau oder Rückbau unerwünschter Formate. Ein paar Fans haben die meisten Sendungen sicher. Dann läuft die Talkshow nicht mehr jede Woche sondern einmal pro Monat oder die Tatort-Budgets fliessen zu beliebteren Tatorten oder Pfarrer Braun kommt zurück…

    Star Trek lief auf irgendeinem Sender leidlich. Die großen Senderketten gabs da glaube ich noch nicht und manche Gebiete hatten nur RTL (mit Hulk, Knight Rider und natürlich Der Chef und Metalla(?) und Luigi(?) ) und andere nur Sat.1 wo Fußball lief. Als Star Trek dann auf einem anderen Sender – evtl auf anderem Sendeplatz – lief, war es voll der Durchbruch. Citizen Kane bekam wohl auch keinen Oscar aber an den damaligen Oscar-Abräumer-Film erinnert sich wohl kaum noch jemand. Und manche Serien werden vielleicht sogar absichtlich gegen zeitgleiche zuschauerstärkere Formate verheizt.
    Daher wären die Wiederholungs-Zuschauer dieses Tatorts auf ewig auch hineinzurechnen. Denn jede Senderminute ist dem GEZ-Zahler gleich viel wert, kostet aber vielleicht unterschiedlich. Und in der Wiederholung schauen vielleicht mehr zu als dieses Mal an einem Feiertag mit zeitgleich fast kaum Serien und fast nur Spielfilmen. Die hatten also vielleicht nur Pech.

    Und wer mit seinen GEZ-Gebühren z.B. Schlager oder Politiker gucken will, dem habe ich nicht reinzureden so lange ich für meine GEZ-Gebühren kriege bzw. finanziere, was ich gut finde. Jeder entscheidet (wie an der Kaffee-Theke) für sich selber und bezahlt was er will. So eine App ist trivial und wäre hoffentlich schnell nicht mehr nur eine unverbindliche Umfrage – wie Wahlergebnis-Vorhersagen oder Analysten-Vorhersagen – sondern Teil der GEZ-Verteilung.

    Bestätigen würde ich allerdings, das es gestern wirklich schwer war, etwas zum gucken zu finden. Nach Eisheiligen wenn die Leute länger und öfter draussen bleiben oder Grillen oder am Schrebergarten sind (tja, hättet ihr DVB-T mal besser unterstützt oder auch nicht nur DVB-H versteigert sondern etabliert) und noch weniger zuschauen also wohl prozentual entsprechend weniger für Werbung bezahlt wird, werden die Sender wohl noch viel vorsichtiger. Die Luft wird wohl dünner. Man sieht leider kaum Berichte darüber 🙁

    Ich glaube Porsche hat wohl mal die Börse gewechselt weil sie keine Quartalsberichte abliefern wollten. Nur die Zuschauer und Werbe-Minuten und Presse-Druck führen bei den Werbe-TV-Sendern leider dazu, das man sinnvolle Formate vielleicht schneller als sinnvoll absetzt so wie vielleicht möglicherweise damals die TV-Sendung mit Heiner Geissler(?) und noch einem von der SPD. Dingens-Show hingegen ist vielleicht eher für Frauen und müsste entweder per Cross-Werbung auf z.b. TLC und Sixx beworben werden oder auf Sixx o.ä. laufen falls Tele5 überwiegend Männer-Zuschauer haben sollte und die Show dort evtl. nicht in die Gänge kommt.
    So gesehen war diese Sendung wo verschiedene Formate ausprobiert werden gar nicht schlecht weil man realtime die Rezeption beim Zuschauer messen kann und sieht was/wie die Kochrezepte für schmackhafte Sendungen sind.

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