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Absturz auf 2-Jahrestief: Apple-Aktie taumelt immer weiter in die Tiefe

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Der Fall des noch knapp wertvollsten Konzerns der Welt hat auch in der vergangenen Woche weiter an Dynamik gewonnen. Am Freitag hat die schwer abgestürzte Apple-Aktie nicht nur neue Jahres- und 52-Wochen-Tiefs aufgestellt, sie ist auf Schlusskursbasis sogar auf den tiefsten Stand seit Juni 2014 gefallen. Obwohl Tim Cook in der vergangenen Woche extra bei CNBC auftrat und dort Durchhalteparolen verkündete, fehlt der Wall Street der Glaube an den langjährigen Platzhirsch. Alphabet steht nun bereit, um Apple auf dem Börsenthron zu beerben.


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Der Knockout kam mit der Schlussglocke. Wie ein angeschlagener Boxer kassierte Apple in den vergangenen Handelstagen Treffer um Treffer, ehe der rasante Absturz des Techpioniers Freitag seinen vorläufigen Höhepunkt fand.

Gleich mehrfach stellte Apple an der Wall Street neue Negativrekorde auf: Zunächst taumelte Apple am Freitag gegen den positiven Markttrend bei 91,85 Dollar auf den tiefsten Stand des Jahres, der auch das 52-Wochentief vom vergangenen August nochmals unterbot. Tatsächlich notierte die Apple-Aktie seit Juni 2014 nicht mehr so niedrig – auch auf Schlusskursbasis nicht.

Seit den jüngsten Quartalszahlen im freien Fall

Der spektakuläre Absturz des über Jahre unantastbaren Platzhirsches der Wall Street hat mit dem 2-Jahrestief seinen vorläufigen Höhepunkt gefunden. Seit einem Dreivierteljahr befindet sich die Apple-Aktie im Abwärtstrend, doch vor allem nach den schwer enttäuschenden Quartalszahlen vor knapp zwei Wochen brechen die Dämme regelrecht.

Mehr als 11 Prozent oder 65 Milliarden Dollar Börsenwert hat die große Enttäuschung über den rapiden Umsatzeinbruch beim iPhone Apple allein in den letzten acht Handelstagen gekostet. In den letzten vier Wochen ist die Aktie um mehr als 15 Prozent gefallen und hat dabei rund 80 Milliarden Dollar Börsenwert ausradiert.

Mehr als 250 Milliarden Börsenwert in einem Jahr vernichtet

Vor allem der Absturz im 1-Jahreschart ist brutal: Seit den Allzeithochs im April 2015 hat der Techpionier inzwischen 31 Prozent an Wert eingebüßt und dabei mehr als 250 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet. Tief, tiefer, Apple.

Die Folge des Kollapses an den Kapitalmärkten: Apple steht erneut die überfällige Ablösung auf dem Börsenthron bevor. Am Freitag schleppte sich der wankende Hardware-Gigant mit einer Börsenbewertung von 508 Milliarden Dollar noch knapp vor dem Internet-Rivalen Alphabet ins Ziel, der mit einer Marktkapitalisierung von 498 Milliarden gerade mal noch zwei Prozent hinter Apple liegt.

Tim Cook will Trendwende in China erzwingen

Angesichts der prekären charttechnischen Lage der Apple-Aktie ist das ein Abstand, der nun praktisch jeden Handelstag geschlossen werden könnte. Apple-Chef Tim Cook reagiert auf den Ernst der Lage offenkundig mit erneutem Aktionismus: Nachdem der TV-Auftritt bei CNBC vergangene Woche nicht zur Kurspflege reichte, macht sich der angeschlagene Apple-Chef, der sich inzwischen von Wagnisfinanzierern bereits als „lebende Schlaftablette“ verspotten lassen muss, in den kommenden Wochen wieder auf den Weg nach China.

In Apples inzwischen wichtigstem Absatzmarkt hat sich die Stimmung mittlerweile erheblich eingetrübt: Die Umsätze brachen im jüngsten Quartal um 26 Prozent ein, während die chinesische Regierung den Zugang zum iTunes Movie Store und zum iBooks Store blockierte. Groß-Investor Carl Icahn liquidierte aus Sorge um die beunruhigenden Entwicklungen in China vollständig seine 4,5 Milliarden Dollar schwere Apple-Position.

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Alle Kommentare

  1. Herr Jacobsen ist länger Apple Benutzer als viele andere. Ich lese auch schon seit Jahren seine Artikel die stets kritisch geschrieben sind die aber den Tatsachen entsprechen. Seit 2008 benutze ich Apple und so lange lese ich schon seine Artikel.

    Oft wird Apple verteidigt dass man ja nicht ewig mehr verdienen kann usw.usw. Wir haben es hier nicht mit irgendeinem Konzern zu tun sondern mit dem „noch“ Wertvollsten Unternehmen der Welt. Da kann und darf man ruhig etwas mehr erwarten als 10.000.000 Millionen iPhones weniger zu verkaufen. Ich finde das durchaus dramatischer wie so mancher Fanboy.

    Das iPhone kränkelt, die Apple Watch kann das nicht auffangen, die MAC Sparte dümpelt vor sich hin und der Apple TV ist ein schlechter Witz. Die anderen Produkte will ich hier garnicht erst aufzählen die Apple seit Jahren nicht aktualisiert hat.

    Apple fehlt es definitiv an Innovationskraft. Früher hätte es nie eine neues iPhone gegeben das so aus sieht wie eine vorige Generation. Steve hätte denen den Allerwertesten aufgerissen. Was will man mit den aktuellen Macs? Viel zu teuer für das gebotene. Wenn ich mir da das Surface Book ansehe ist das MacBook dagegen eine veraltete Kiste. Was kommt an Innovationen von Apple? Man rationalisiert alle Schnitttstellen weg und verkauft es als “ seiner Zeit voraus“! Apple geht’s noch?

    Man merkt dass bei Apple etwas gewaltig nicht stimmt als das iPhone SE vorgestellt wurde. Es mag ein tolles Smartphone sein aber es hat ein Design von vor 3 Jahren und was steckt an Technik drin? Die vom iPhone 6, wow was für ein innovatives Produkt! Was soll diese Mist 3D Touch? Das hätte es früher nie gegeben. Apple hat erst Technologien verbaut wenn sie auch reif dafür waren benutzt zu werden. Das sehe ich bei 3D Touch übhaupt nicht. Das SE soll die Antwort auf sinkende Verkäufe sein?

    Apple produziert keine Produkte für den Menschen sondern entwickelt gegen den Nutzer. Seit Jahren wollen die Apple Freunde eine SD Karte in ihrem Gerät, Apple juckt es nicht. Viel Mac Benutzer haben sich darüber beschwert das der Mac mini und die MacBooks keinen auswechselbaren Speicher mehr haben, Apple juckt das nicht. Dem iMac wurde die Fähigkeit genommen als externen Monitor zu fungieren, das hat auch viele gestört. Ich hätte mich darüber sehr gefreut weil ich dann meinen PC weiter daran betreiben gekonnt hätte.

    Ich finde Apple immer noch ganz nett, langsam aber sicher sollte sich mal wieder was tun. IOS ist mir mittlerweile zu langweilig geworden. Die Macs sind hüpsch aber ihr Geld nicht wert und das iPad ist im Prinzip immer noch das selbe wie 2010. Obwohl es Probleme beim Absatz von den iPads gibt ist Apple nicht in der Lage den sinkenden Verkäufen entgegen zu wirken. Da fehlt es auch an Innovationen. Man bringt ein iPad Pro das in meinen Augen kein Pro ist und man verkauft dazu auch noch einen Tastatur die noch nicht einmal ein deutsches Layout bietet. Garniert mit einem Satten Aufpreis gegenüber dem Air 2. Bravo Apple wie innovativ! Ich bin gespannt wo Apple in 5 Jahren steht. Ich denke es wird mit Apple noch viel weiter bergab gehen. Ich glaube die sind garnicht mehr in der Lage in kürzester Zeit tolle neue innovative Produkte zu entwickeln. Nur Sprüche von tollen neuen Produkten klopfen wird auf Dauer keinen mehr beeindrucken.

    Steve war selbst von seinen Produkten überzeugt und auch davon begeistert. Das konnte er auch sehr gut rüber bringen. Das fehlt komplett bei Apple. Niemand ist bei Apple in der Lage die Produkte mit einer glaubwürdigen Begeisterung zu präsentieren. Es wirkt bei Keynotes wie wenn etwas auswendig gelerntes vorgetragene würde. Leider spiegelt sich das auch in den Produkten wieder.

    1. Interessanter Vortrag. Schick den doch mal an die Apple Unternehmensführung… vielleicht passiert dann was. 😉

  2. Hi Ecki,

    nett Dich mal wieder zu treffen, habe Dich lange nicht auf dem Wasser gesehen…;-) Ich kann dem nur beiflichten, etwas sachlich fundierter wäre deutlich infomativer. Grundsätzlich wird hier mal wieder gezeigt, wie schnell überbezahlte Analysten echtes Geld vernichten und einen Konzern durch überzogene Umsatzerwartungen in Schieflage bringen können. Steigende Umsätze reichen nicht aus, nein, die Messlatte muss immer noch höher gehängt werden… Gier frisst mal wieder Gehirn. Dass irgendwann mal eine Marktsättigung eintreten wird ist nur logisch, die Spirale kann nicht endlos nach oben gehen. Und wenn dann die überzogenen Erwartungen nicht erfüllt werden, obwohl weiterhin unglaubliche Umsätze generiert werden, dann wird so ein Unternehmen einfach abgewertet und Geld vernichtet.

    Wie alle Probleme auf unserem noch schönen Planeten und besonders in der Finanzpolitik sind selbst gemacht, weil die menschliche Gier leider schneller wächst als der Verstand.

  3. @Nordschwert
    ????was hat ein Windows User mit den Fakten des derzeit sinkenden Börsenwertes von Apple zu tun ???
    Der Artikel mag sehr überspitzt zeichnen was gerade mit Apple passiert geht aber an den Tatsachen nicht vorbei – auch wenn man das als Apple-Jünger nicht gerne liest.
    (Nur um einer „Windows User“ Anschuldigung aus dem Weg zu gehen: ich bin zufriedener Apple User)

  4. @Eckart Burgwedel

    Ich will jetzt auch mal, was sagen. Seine Berichten kommen mir auch so rüber: Ich habe mehr Ahnung als die anderen (z.b in der Analyse, Apple Zukunft, fast immer negatives suchen,so ist richtig sonst wird Apple untergehen usw…)

    Er überschätzt sich extrem selber, aber bemerkt es nichtmal (ähnelt bisschen an die Narzissten)

    1. Da kann ich nur zustimmen – mir reicht das Geschreibsel bis hin zum zusammengestückelten, verzerrten Apple-Horrorgemälde auch schon seit einiger Zeit! Dabei ergötzt sich der „Redakteur” (er ist vermutlich selbst Windows-User) in einer Art und Weise am „Thema Apple”, die der wahren Situation so nicht gerecht wird – und schon garnicht in der prophetischen Kaffesatzleserei, was die angebliche Zukunft von Apple betrifft … die Rückkehr zum ernsthaften, differenzierenden und soliden Journalismus ist längst überfällig!

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