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Debatte: Warum Apple Tesla kaufen – und Elon Musk zum CEO machen sollte

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Tesla-Macher Elon Musk als neuer Apple CEO? Vielleicht wünschenswert, aber wenig wahrscheinlich

Apple muss etwas tun: Erstmals seit 13 Jahren schrumpft der Techpionier wieder. Aktuell es sieht nicht danach aus, als ob CEO Tim Cook über die Mittel verfügt, einen schnellen Turnaround einzuleiten. Die Folge: Die Spekulationen über eine mögliche Großübernahme flammen so schnell auf wie die Diskussionen über eine Nachfolge von Tim Cook. Das Finanzportal Marketwatch bringt eine Möglichkeit ins Spiel, die beides lösen könnte: Apple sollte Tesla kaufen – und Elon Musk zum CEO machen.

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Es sind schwere Tage für Apple-Fans: Vor einer Woche ging mit den enttäuschenden Quartalszahlen eine Ära mit einem Donnerhall zu Ende. Auch der letzte Fan, der sich für Verkaufsstatistiken interessiert, wird nach den jüngsten Geschäftszahlen realisiert haben, dass sich Apples enorme Erfolgsstory, die dem iKonzern 13 Jahre lang Umsatzzuwächse beschert hat, nicht länger fortschreiben lässt. Apple wächst nicht mehr, Apple schrumpft – und zwar zweistellig. Und das wohl auch auf Sicht. Zumindest zwei weiterer Quartale lang.

Auch wenn sich Tim Cook im Börsenfernsehen CNBC nach Kräften müht, einen anderen Eindruck zu machen, hat die Wall Street längst begonnen, die Zeitenwende einzupreisen. Was Apple nach dem Ende des iPhone-Booms offenkundig fehlt, ist ein neuer Wachstumstreiber, der groß genug ist, um seine Relevanz in der Konzernbilanz zu hinterlassen – keine zweite Beats-Übernahme, sondern ein echter Kracher.

Marketwatch: „Apple sollte Tesla kaufen – und Elon Musk zum CEO machen“

Ein Unternehmen wird reflexartig immer wieder genannt, wenn es um die Verwendung von Apples enormen Barreserven geht – der Elektroautohersteller Tesla. Das Finanzportal Marketwatch bringt die vermeintliche Traumlösung, die seit Jahren immer wieder hochkocht, in einem Meinungsartikel erneut auf die Tagesordnung.

Doch das nicht nur aus den augenscheinlichen Gründen, dass der hochgewettete Elektroautohersteller die Blaupause für Cupertinos iCar-Pläne liefern würde, sondern auch aus strategischen Gesichtspunkten: „Apple sollte Tesla kaufen – und Elon Musk zum CEO machen“, titelt das New  Yorker Finanzportal.

Tim Cook, der Anti-Steve Jobs: die falsche Nummer eins bei Apple

Es wäre eine höchst ungewöhnliche, aber äußerst wünschenswerte Übernahme, die das größere Problem der Tim Cook-Ära korrigieren würde – Tim Cook selbst. Der 55-Jährige Apple-Chef ist fraglos ein herausragender Manager für operative Geschäfte. Einer, der die Zuliefererkette optimiert wie kein Zweiter der Techbranche – aber er ist als Nummer eins eine klare Fehlbesetzung.

Warum, demonstrierte das gestrige Interview mit James Cramer, das exemplarisch für Cooks öffentliches Auftreten in den vergangenen fünf Jahren steht: Er ist defensiv, er ist uninspiriert, er verspricht viel mehr als er hält. („Wir haben große Innovationen in unserer Pipeline. Wir werden Dinge herausbringen, ohne die man nicht mehr leben kann.“)

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Mit einem Wort: Es ist das Gegenteil des „Reality Distortion Fields“, das sein Vorgänger Steve Jobs erzeugt hat. Tim Cook, daran besteht nach mehr als fünf Jahren als Apple-CEO kein Zweifel mehr, ist der Anti-Steve Jobs – allein diese Tatsache kostet Apple mehr Börsenwert als das Auslaufen des iPhone-Wachstums.

Elon Musk ist der neue Steve Jobs

Nun werden Apple-Fanboys einwenden, dass man sich einen neuen Steve Jobs nicht schnitzen kann. Vielleicht aber eben kaufen: Tausendsassa Elon Musk, der nicht nur Tesla zum größten Hoffnungsträger der Automobilbranche gemacht, sondern ganz nebenbei mit Space X und SolarCity zwei kaum weniger ambitionierte Unternehmen auf den Weg gebracht hat, wird im Silicon Valley seit Jahren als der neue Steve Jobs gefeiert.

Dass Musk Tesla nicht ohne eine erheblichen Premiumpreis verkaufen würde, versteht sich von selbst – aktuell wird der Elektroautohersteller mit 30 Milliarden Dollar gehandelt; für Apple dürfte schnell der doppelte Kaufpreis fällig werden. Vor allem wird Musk den erfolgsversprechendsten Teil seines Lebenswerks kaum ohne den entsprechenden Gegenwert veräußern – und der lässt sich für den umtriebigen Südafrikaner, für den Geld eher als Einsatz für große Wetten eine Bedeutung hat, kaum in Milliarden aufwiegen. Es dürfte Musk im Falle eines Verkaufs vor allem um Einfluss gehen.

„Eine Kombination aus Cook und einem Visionär wie Musk wäre famos.“

Und wo wäre der Einfluss größer als beim wertvollsten Konzern der Welt, den Musk zu alter, neuer Stärke führen könnte? Auch für Cook besäße eine Verpflichtung erheblich Charme – der glücklose CEO besäße bei einer Chairman-Position oder gar Rochade in die alte COO-Rolle einen Ausweg in Würde, der ihm einen Steve Ballmer-ähnlichen Abgang ersparen könnte. „Eine Kombination aus einem operativen Vorstand und einem Visionär wie Musk wäre famos“, träumt Marketwatch.

Allein: Sie ist nicht besonders wahrscheinlich. Einerseits wäre ein freiwilliger Verzicht von Cook auf den CEO-Posten höchst ungewöhnlich, andererseits liegen Musks Zukunftspläne bekanntlich auf dem Mars – und nicht in vierstündigen Montagsmeetings, gespickt mit Flipcharts zum Abverkauf des iPhone SE in Indien.

Und dann ist da noch Musks Verbundenheit mit Apples Erzrivalen Google. So fantastisch eine Übernahme von Tesla durch Apple mit anschließender CEO-Auffrischung klingt – so unwahrscheinlich bleibt sie auch.

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Alle Kommentare

  1. Ähhh…ein Konzern, dessen immenser Milliardengewinn erstmals seit Jahren um ein paar Prozent geschrumpft ist, soll gerettet werden durch eine Firma, die immer schon Verluste geschrieben hat? Also irgendwie habe ich den Witz nicht verstanden…

  2. Warum sich Apple den notorischen Verlustbringer Tesla ans Bein binden soll, um seine MARKETING-Position zu verbessern, muss man mir aber anders erklären… Das Geheimnis von Apple ist doch, selbst NICHTS zu produzieren (sondern z.B. bei Foxconn produzieren zu lassen…) und: wie kommt jemand darauf, Tesla zum „größten Hoffnungsträger der Automobilbranche..“ zu ernennen? es wurden nie schwarze Zahlen geschrieben, andere haben ein deutlich größeres Angebot an Elektro-Autos (machen aber darum weniger Gewese…)
    und dann: Warum sollte Musk, der in den letzten Wochen durch stetig zurückgenommene und korrigierte Prognosen aufgefallen ist, bei Apple neuen Schwung bringen?

  3. Die meisten Firmenübernahmen scheitern. Google und Yahoo kaufen ständig Firmen auf und die Produkte werden zum Nachteil des kleinen Kunden beendet oder stagnieren vor sich hin. Dasselbe nach dem Kauf von ICQ durch AOL oder Paypal und Skype durch Ebay und Skype dann durch Microsoft. NEST kommt nicht in Gang obwohl sie wohl viel Geld von Google bekommen und in USA die Heizungen (im Gegensatz zu hier) sehr einheitlich angesteuert werden.

    Hier sagt auch Richard Branson das und weist auf die armen Kunden hin:
    http://meedia.de/2016/04/05/uebernahme-von-virgin-america-alaska-air-entreisst-medien-mogul-richard-branson-teil-des-lebenswerks/ („… Kundensicht …“ in der Text-Mitte).

    Bei Verlagen wird ja auch immer noch zwischen online und print unterschieden obwohl es nur unterschiedlich umfangreiche und unterschiedlich interaktive Texte für unterschiedliche Ziele sind. Bei mir würde derselbe Schreiber auch die Audio-Version für im Auto neben der Online, Facebook, AMP, InstantArticle, und natürlich platzbegrenzten Print-Version und vielleicht noch Video-Version produzieren.

    Die meisten Firmenkulturen und auch Firmenziele sind inkompatibel und der Kunde kriegt keine besseren Produkte durch die Milliarden der Aufkäufer-Firma (Google, Microsoft,…). Bei Biermarken oder Lebensmitteln soll sich ja nichts ändern. Aber die möglichen Vorteile fürs Volk bleiben bei Tech-Übernahmen fast immer aus. Z.b. Oculus hat eine lange Warteschlange obwohl jeder weiss das die iPhone-Produzenten wegen Apples Kürzungen große freie Kapazitäten haben und somit Oculus produzieren könnten weil sie ja auch viel mehr iPhones produzieren könnten und gerne würden. Die Facebook-Milliarden bewirken anscheinend weniger wirksame Management-Motivation als wenn die Firma unabhängig wäre und jederzeit durch Heuschrecken oder Hedgefonds oder Chinesen aufgekauft werden könnte.

    Hätte diese Videothekenkette Netflix damals für ein paar Millionen aufgekauft, hätten sie es zum Schutz der Videokassetten/DVDs/BluRays oder mangelnder Motivation und ständiger Fokussierung auf das althergebrachte Verleih-Geschäft vermutlich in den Sand gesetzt und wir hätten 24-Monats-Verträge für Mediatheken.

    Hoffentlich wirkt sich die Übernahme des DVB-T2-Betreibers (Media Broadcast) nicht negativ aus. Die sollten ihre Dauerschleifen auf Satellit um kurze DVB-T2-Infos ergänzen und vielleicht jede Woche überarbeiten.

  4. Ein weiterer, nicht genannter Aspekt könnte die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Deal vielleicht erhöhen:
    Tesla braucht (viel) Geld, um die bislang ca. 400.000 Reservierungen für den Tesla 3 in einem realistischen Zeitraum Produzieren zu können. Die erforderlichen Kapazitäten hat Tesla derzeit noch nicht – bekanntlich hat dort niemand mit einem solch überragenden Erfolgt gerechnet. Auch wenn ein (vielleicht nicht unwesentlicher) Teil der Reservierungen frühzeitig wieder storniert werden, bleibt dennoch eine sehr große Anzahl von zu produzierenden Tesla 3 – und hierfür sind entsprechende Kapazitäten aufzubauen.
    Unter diesem Gesichtspunkt vielleicht eine Win-Win-Situation…?!

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