Anzeige

„Tausche Brautkleid gegen Pistole“: Katja Kesslers neuer Ratgeber für die nicht ganz perfekte Ehe

Spitze Feder: Kolumnistin Katja Kessler widmet sich in ihrem neuen Buch den Finessen des Paarungsverhaltens geschlechtsreifer Großstädter und anderer Wesen
Spitze Feder: Kolumnistin Katja Kessler widmet sich in ihrem neuen Buch den Finessen des Paarungsverhaltens geschlechtsreifer Großstädter und anderer Wesen

Sie hat es wieder getan: Katja Kessler, Kolumnistin und Gattin von Bild-Babo Kai Diekmann, veröffentlicht kommende Woche einen Ratgeber, der es in sich hat und wohl auch von etlichen Brancheninsidern gelesen werden dürfte. "Das muss Liebe sein: 54 1/2 Pflegetipps für die glückliche Ehe" heißt das neue Opus, von dem die Bestsellerautorin (u.a. "Das Mami-Buch") sagt: "Dieses Buch kann Ehen retten, indem es uns Frauen hilft, Männern zu verzeihen, dass sie nur Männer sind."

Anzeige
Anzeige

Wer Katja Kessler zufällig nur für die schlanke Blonde an der Seite des seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten amtierenden Bild-Oberhäuptlings Kai Diekmann (seit Jahresbeginn Herausgeber der „Roten Gruppe“) halten sollte, liegt völlig falsch. Die promovierte Zahnärztin galt bereits Ende der 90er Jahre und noch vor Diekmanns Amtsantritt im Boulevard-Business als Frolleinwunder: Ihre mit Anzüglichkeiten gespickten Mini-Texte zu den Seite eins-Mädchen der Bild waren frivole Meisterwerke der Zunft, um deren Wortwitz Boulevardprofis die damalige Praktikantin und Quereinsteigerin beneideten.

Die Exotin im damaligen Macho-Gewerbe bekam bei Bild eine Festanstellung, eine eigene Kolumne und berichtete einige Jahre über die High Society im In- und Ausland. Spätestens durch die Hochzeit mit Chefredakteur Kai Diekmann gehörte sie selbst dazu und wurde zum Gesprächsstoff – etwa als eine der Hauptfiguren des 100 Tage-Blogs ihres Ehemannes wie auch durch aufmerksamkeitsstarke Buchtitel („Silicon Wahnsinn“, „Der Tag, an dem ich beschloss, meinen Mann zu dressieren“).

Mit dem inzwischen 500.000 Mal verkauften und in mehrere Sprachen übersetzten „Mami-Buch“ hatte Kessler ihren größten kommerziellen Erfolg. Das neue Werk ist mindestens hitverdächtig, da das Thema Ehe ebenso populär scheint wie Schwangerschaft und Geburt. Die vierfache Mutter, die mit dem Axel Springer-Manager in Potsdam lebt und von sich sagt, seit 13 Jahren glücklich verheiratet zu sein, hat ihre 54 1/2 Tipps über Jahre recherchiert und auch jede Menge Fachliteratur gewälzt. Ihr Ratgeber ist daher ein Hybrid – wie Kessler sagen würde, eine Tomatoffel, ein Artenmix – aus humoristischer Verpackung sowie gleichzeitig ernst gemeinter wissenschaftler Absicht, den Mechanismus einer funktionierenden Partnerschaft offen zu legen. Okay, das klingt für beide Geschlechter spannend.

Frauen sind bei der Autorin dennoch Beuteschema-Gruppe Nummer eins. Denen spricht sie aus der Seele: „Verheiratet sein könnte so schön sein, wäre da nicht der eigene Mann.“ Da muss sich das angeblich starke Geschlecht wohl bei der Lektüre warm anziehen. Aber Kessler nimmt die eigene Spezies ebenfalls kritisch unter die Lupe und stellt dabei mit Blick auf die Partnerschaft eine interessante Regelhaftigkeit fest. „Für uns Frauen gilt: Jeder in einer Beziehung darf genau das machen, was die Frau will.“ Oder auch: „Eine Ehe kann nur so glücklich sein, wie die Frau glücklich ist.“ Mann ahnt bereits: Das Buch wird auch wenig Schmeichelhaftes über das männliche Paarungsverhalten enthüllen – so etwa, dass die Wahrscheinlichkeit des Fremdgehens nicht nur im Tierreich proportional ist zur Hodengröße ansteigt.

Anzeige

Biologische Gesetzmäßigkeiten und die Rolle der Hormone spielen generell bei den Betrachtungen der studierten Medizinerin eine große Rolle. So widerlegt sie die Mär, dass Schwäne gegenüber ihren Partnerinnen besonders treu seien und erklärt, warum plumpes „Anbaggern“ nach der Error Management Theory ein artbedingt erlerntes Verhalten der Männer sei, die paarungstechnisch „irgendwo zwischen Gorilla und Mistfliege“ angesiedelt seien. Beim Thema Seitensprung schließlich seien Männer wie Frauen gleichermaßen durchtrieben, die Männer stellten sich dabei nur dümmer an und ließen sich schneller erwischen. Mit einer biologischen Veranlagung habe das nichts zu tun. Was aber ist das Rezept für eine langfristig tragfähige Ehe, die der Autorin zufolge die durchschnittliche Lebenserwartung eines Rauhaardackels (14,2 Jahre) hat? Für Katja Kessler spielt dabei die innere Überzeugung eine entscheidende Rolle: „Als Frau muss ich mir sagen: Mein Mann ist vielleicht nicht perfekt, aber er ist perfekt für mich.“

Das gilt natürlich auch umgekehrt, weswegen das 340 Seiten starke Buch über Liebe und Partnerschaft in der Vorankündigung Lesern „ultimative“ und sogar „wissenschaftlich fundierte“ Tipps verspricht, damit diese es „mit Mr. oder Mrs. Right bis ins Seniorenstift zu schaffen“. Der Weg dorthin ist allerdings kein einfacher, weswegen es im Zustand erster Ehe-Ernüchterung auch schon „Tausche Brautkleid gegen Pistole“ heißen könne. „54 1/2 Plegetipps für die glückliche Ehe“ spannt den Bogen weit und bietet nützliches Wissen, überraschende Psycho-Einsichten und jeder Menge Entertainment – ein Ratgeber, der zugleich jede Menge Munition für den Party-Smalltalk liefert. Bonus-Info für Medienleute: die Illustrationen im Buch stammen von Clap-Gründer Peter „Bulo“ Böhling.

(ga)

„Das muss Liebe sein: 54 1/2 Pflegetipps für die glückliche Ehe“ von Katja Kessler (Autor) und Peter „Bulo“ Böhling (Illustrator) erscheint am Freitag, 13. Mai.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Man könnte denken, den Text hat sich Katja Kessler selbst geschrieben und von Meedia.de hochladen lassen. Peinlich! Allein schon, dass ein Buch mit Allerwelts-Sprüchen wie „Für uns Frauen gilt: Jeder in einer Beziehung darf genau das machen, was die Frau will.“ oder „Verheiratet sein könnte so schön sein, wäre da nicht der eigene Mann.“, die so oder ähnlich schon in unzähligen Pseudo-Ratgebern standen, hier so viel Platz bekommt. Außerdem kauft sich mit Sicherheit keine Frau so eine Schwarte, um darin Tipps für Ihre Ehe zu finden. So`n Buch schnappt man sich maximal im Buchladen am Hauptbahnhof, um was Kurzweiliges für die Zugfahrt zu haben.

  2. Ist MEEDIA eigentlich direkt eine Abteilung bei Axel Springer SE oder wird sie nur als Agentur bezahlt?

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*