Anzeige

Gute Zahlen im ersten Quartal: ProSiebenSat.1 wird immer unabhängiger von TV-Werbung

ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling
ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling

Scheinbar unberührt von den Umwälzungen der Digitalisierung wachsen Umsatz und Gewinn beim TV-Konzern ProSiebenSat.1 weiter zweistellig. Der Umsatz stieg im 1. Quartal 2016 um 22 Prozent auf 802 Mio. Euro. Der operative Gewinn (Recurring EBITDA) kletterte um 12 Prozent auf 170 Mio. Euro. 43 Prozent der Erlöse stammen von außerhalb des TV-Werbegeschäfts.

Anzeige
Anzeige

Unterm Strich blieben im 1. Quartal 76 Mio. Euro hängen, 8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. CEO Thomas Ebeling ist einmal mehr mit sich und seinem Konzern höchstzufrieden: „Durch die Vernetzung unserer reichweitenstarken TV-Sender mit den digitalen Aktivitäten verfügen wir über einen großen Vorteil, den wir weiterhin nutzen, um in neue Märkte vorzustoßen. Auch bei der Umsetzung unserer mittelfristigen Ziele kommen wir sehr gut voran. Bis 2018 wollen wir unseren Konzernumsatz auf 4,2 Mrd Euro steigern, das sind 1,85 Mrd Euro mehr als im Jahr 2012. Knapp 60 Prozent davon haben wir bereits realisiert.“

Besonders wertvoll: 43 Prozent der Umsätze stammen schon heute von außerhalb des volatilen TV-Werbe-Geschäfts, bis 2018 sollen es 50 Prozent sein. Trotz der stärker werdenden Unabhängigkeit von der TV-Werbung, wächst auch dieses traditionelle Kerngeschäft. Broadcasting German-speaking steigerte die externen Umsätze um 5 Prozent auf 493 Mio Euro (Vorjahr: 471 Mio Euro). Das recurring EBITDA stieg um 4 Prozent auf 131 Mio Euro (Vorjahr: 126 Mio Euro).

Die gute Konjunktur und ein gutes Ostergeschäft trugen maßgeblich zu den guten Zahlen bei. Gleichzeitig steigerte der Konzern seine Vertriebserlöse durch Pay-TV. Die Anzahl der HD-Abonnenten hat sich auf 6,5 Mio erhöht (Vorjahr: 5,6 Mio). Bis 2018 rechnet ProSiebenSat.1 mit einem Anstieg auf über 9 Mio HD-Abonnenten.

Das Segment Digital & Adjacent verzeichnete ein Umsatzwachstum um 75 Prozent auf 242 Mio Euro (Vorjahr: 138 Mio Euro). Das recurring EBITDA erhöhte sich um 29 Prozent auf 35 Mio Euro (Vorjahr: 27 Mio Euro). Stärkster Umsatztreiber war das Ventures- & Commerce-Geschäft, das der Konzern 2015 vor allem mit den Zukäufen von etraveli und Verivox weiter ausbaute. Die beiden E-Commerce-Portale lieferten im ersten Quartal 2016 einen wesentlichen Beitrag zum Umsatzanstieg.

Anzeige

Beim Digital Entertainment hätten sich die Umsätze der hauseigenen Streaming-Plattform Maxdome dynamisch entwickelt, heißt es. Zahlen nennt P7S1 hier wohlweislich nicht. Maxdome wurde zwar gerade mal wieder relativ aufwändig neu gestaltet und mit eigener Redaktion ausgestattet, die internationale Konkurrenz wie Netflix und Amazon Prime ist im Streaming-Markt aber geradezu übermächtig.

Ab dem dritten Quartal 2016 wird die ProSiebenSat.1 Group ihr Digitalgeschäft in zwei Einzelsegmente gliedern: Ventures & Commerce sowie Digital Entertainment haben laut Unternehmen nunmehr relevante Umsatzgrößen erreicht, um gesondert ausgewiesen zu werden. Aus diesem Grund ersetzt der Konzern das bisherige Segment Digital & Adjacent durch die neuen Segmente Digital Ventures & Commerce sowie Digital Entertainment.

P7S1 bestätigt den Jahresausblick und rechnet weiter mit einem Anstieg um mehr als zehn Prozent beim Konzernumsatz. Das recurring EBITDA sowie der bereinigte Konzernüberschuss sollen das Vorjahresniveau abermals übertreffen, was neue Rekorde bedeuten würde. Während vor allem Print stark unter der Digitalisierung leidet, gehören die TV-Konzerne immer noch zu den Profiteuren der Entwicklung. 

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Na, das ist doch endlich mal eine gute Nachricht:

    Wenn man es schon nicht schafft in der Berichterstattung unabhängig von politisch vorgegebenen Meinungen zu werden, dann doch zumindest (ein klein wenig) von der Werbung. – Ist doch auch was.

    Das die ÖR noch schlimmer sind, macht die Privaten nicht automatisch besser, sondern es bleibt am Ende die Wahl zwischen Pest und Cholera.

    Zumindest für diejenigen, die eine andere Meinung haben, als ehemalige taz-RedakteurInnen, die heute in wichtigen Teilen der Medien „meinungsbildende“ Funktionen einnehmen.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*