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Online last: Spiegel stutzt Web-Redaktion beim manager magazin zusammen

Steffen Klusmann, Chefredakteur des manager magazins
Steffen Klusmann, Chefredakteur des manager magazins

Harter Sparkurs beim Manager Magazin. Das Wirtschaftsmagazin will sich von Mitarbeitern bei seinem Web-Auftritt trennen. Der Betriebsrat fürchtet weitere Einschnitte und fragt, ob dies eine "zukunftsweisende Online-Strategie" ist. Offenbar stehen die Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Konsolidierungsprogramm der gesamten Spiegel-Gruppe. Unklar ist, warum ausgerechnet der Digital-Bereich schrumpfen soll.

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Die Sparrunde im Spiegel-Verlag trifft jetzt auch das Manager Magazin. Das Wirtschaftsmagazin will die Kosten bei seinen Online-Aktivitäten drücken und hierfür Mitarbeiter loswerden. „Seit vergangenen Donnerstag ist klar, die Chefredaktion von manager magazin schränkt die Online-Aktivitäten von manager magazin new media weiter ein. Drei langjährigen Kollegen wurde ein Abfindungsangebot angekündigt, damit sie „freiwillig“ das Haus verlassen“, erklärt der Betriebsrat von Spiegel Online (SpON) in einer Mail, die MEEDIA vorliegt. Die Chefredaktion hätte sich bereits ein paar Wochen zuvor von fast allen Aushilfen getrennt und damit die Arbeitsbelastung der verbliebenen Redakteure und Producer verschärft, rügen die Arbeitnehmer-Vertreter.

Aktuell sind bei dem Online-Auftritt des Wirtschaftsmagazins 15 Mitarbeiter (11,48 Vollzeitstellen) beschäftigt. Jetzt sollen drei das Unternehmen verlassen. Dies entspreche 2,1 Vollzeitstellen. Ob zudem Zeitverträge verlängert werden, sei ungewiss. Der Betriebsrat geht deshalb mit der Geschäftsführung hart ins Gericht. „So spart man eine Redaktion kaputt, Ideen für innovative Online-Projekte fehlen komplett. Soll das eine zukunftsweisende Online-Strategie sein?“, fragen die Arbeitnehmervertreter.

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Zudem bemängelt der Betriebsrat die Informationspolitik des Unternehmens. So blieben Fragen seitens der Arbeitnehmervertreter zur aktuellen wirtschaftlichen Situation der Online-Aktivitäten des Wirtschaftsmagazins bislang von der Geschäftsführung unbeantwortet. Bekannt sei lediglich, dass „der Etat für dieses Jahr deutlich gesenkt wurde.“ Der Betriebsrat fürchtet daher weitere Einschnitte.

Die Chefredaktion übe derzeit massiven Druck auf die betroffenen Mitarbeiter aus. „Wir verurteilen dieses Vorgehen scharf und fordern, fair und sachlich mit den Mitarbeitern umzugehen und sich nicht hinter dem Tendenzschutz zu verstecken. Mitarbeiter können geschult werden, ändert sich an der inhaltlichen Ausrichtung etwas. Und man muss schauen, ob Kollegen innerhalb der Spiegel-Gruppe weiter beschäftigt werden können“, heißt es. Als direkten Angriff auf die Arbeitnehmer-Vertreter wertet der Betriebsrat, dass unter den jetzt betroffenen Mitarbeitern auch die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende sei. „Das ist eine Aufkündigung der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat, denn damit will das Unternehmen unsere Arbeit massiv behindern.“

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