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Das Erwachen der Betriebsrat-Macht bei Axel Springer

Medienphilosoph von der Decken, Bunte-Gala-Doppel, Springer Wars und Magazin-Bock Bulo
Medienphilosoph von der Decken, Bunte-Gala-Doppel, Springer Wars und Magazin-Bock Bulo

Der Betriebsrat bei Axel Springer macht auf Star Wars, der ehemalige Burda-Sprecher Nikolaus von der Decken bekommt ein wenig schmeichelhaftes Streiflicht gewidmet, Peter Bulo Böhling hat Bock auf ein neues Magazin und Bunte und Gala gingen mit der gleichen Titelstory schwanger. Im MEEDIA-Wochenrückblick.

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Bei Axel Springer erwacht die Betriebsrat-Macht. Und zwar am kommenden Dienstag im Glashof des Jüdischen Museums in Berlin. Der Betriebsrat lädt zur Betriebsversammlung und hat die Einladung im Stil des Star-Wars-Films „Das Erwachen der Macht“ gestaltet. Hinter Han Döpfner grüßt Cornelia Haß, Bundesgeschäftsführerin der Journalistengewerkschaft dju, als Prinzessin Leia. Auch im Bild: BamS-Fotoredakteur Alexander Blum, der über ein Jahr Mitarbeiternetzwerk queer:seite Auskunft geben wird, und Gesamt-Betriebsratschefin Petra Pulver. Auf sie kommt vermutlich mehr als nur ein bisschen Arbeit zu. Denn der Stellenabbau bei der Welt ist der Stimmung im Hause nicht gerade förderlich, wie zu hören ist. Und um das Mindeste zu sagen. Chefredakteur Stefan Aust ist aber ja auch nicht direkt als Kuschelchef bekannt geworden. Wieso ist der eigentlich nicht auf dem Plakat? Obwohl: Da ist ja noch dieser Typ mit der Maske …

Plakat

Da kann sich der frühere Burda-Sprecher und aktuelle Leiter der Burda-Journalistenschule, Nikolaus von der Decken, ein kleines Edelfederchen ans Revers heften. Ihm wurde ein ganzes SZ-Streiflicht gewidmet. In die Kult-Glosse der Schönschreiber schafft es nicht jeder. Ja, na gut, was der Streiflicht-Glossist da über ihn schreibt, ist nicht unbedingt super-schmeicherlisch. Da heißt es beispielsweise:

Der Journalist und Medienphilosoph Nikolaus von der Decken hat diese aufregende Umformatierung von Journalismus in Doofheit gerade in einem großen medienkritischen Essay betrieben und seine Überlegungen mit der finsteren Prognose abgerundet: Die lesende Welt muss sich von den Edelfedern und der Reporterromantik verabschieden.

Die Apparatschik-Aussagen von von der Decken, die die edlen Streiflichter so ärgern („monetarisierbare, inhaltlich getriebene Plattformen“), tätigte er in diesem kleinen Mediendienst ihres Vertrauens. Das erwähnen die Streifenheinis natürlich nicht, weil sie uns, den „Meediokren“ (war, glaube ich, mal eine Wortschöpfung von S.Niggemeier), vermutlich nicht mal das Schwarze unter dem Fingernagel gönnen und erst recht nicht den Fame, auch mal in ihrer Hammer-Glosse aufzutauchen. Und so darf sich einzig Nikolaus von der Decken in der Streiflicht-Sonne aalen. Glückwunsch! Getoppt werden kann das nur noch durch einen „Brief an die Leser“ in der Titanic.

Was macht eigentlich der Bulo, also Peter Böhling, die eine Hälfte des notorisch grimmig dreinschauenden Chef-Duos des Clap-Magazins (in Wirklichkeit sind der Bulo und sein Ex-Co-Chef Daniel Häuser ja sehr, sehr freundliche Zeitgenossen. Der Django-Blick ist für ihre Editorial-Fotos reserviert.)? Er macht ein eigenes, neues Magazin und seit heute wissen wir ein bisschen mehr darüber: Es heißt „Bock!“ und ist laut Eigenbeschreibung ein „Gagazin für alle, die Bock auf geilen Scheiß haben“. Als Maskottchen hat der Bulo einen netten Ziegenbock gemalt. Im Mai soll es erste Inhalte im Web unter bockgagazin.de geben. Jetzt schon kann man dort eines von 1.000 Frei-Abos ergattern. Im Juni soll das „Bock!“-Heft dann am Kiosk liegen. Dann erfahren wir auch, was der Bulo unter „geilem Scheiß“ versteht.

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Schon seit gestern am Büdchen liegen die aktuellen Ausgaben von Bunte und Gala als eine Art Story-Zwilling. Beide People-Hefte machen mit einem Liebes-Interview der Schauspielerin Natalia Wörner auf, die „verrät“, wie es denn so läuft mit ihrem Maas-Männchen, dem Justizminister und am besten angezogenen Mann von der SPD, Heiko Maas.

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Tja, mit dem exklusiven Charakter solcher Intim-Enthüllungen ist das heutzutage halt so eine Sache, wenn die „Stars“ ihren Marktwert kennen. Neben privaten Oberflächlichkeiten („sehr glücklich“) ist das für Frau Wörner freilich eine prima Gelegenheit, gleich zweimal Werbung für sich und ihre Filme zu machen. Ob das vielleicht mit ein Grund war, das „Liebes-Geständnis“ als publizistischen Doppelschlag genau zu timen? Ach woher! Frau Wörner sagt der Bunten: „Keiner hat es sich einfach gemacht. Wenn man wie ich selbst eine Trennung erlebt hat und weiß, wie viele Schmerzen das mit sich bringt, kann man mit solchen Situationen nicht leichtfertig umgehen.“ Das Glück! Der Schmerz! Da gibt man lieber gleich zwei Interviews hintereinander weg.

Ich wünsche Ihnen ein sehr glückliches und schmerzfreies Wochenende!

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