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Netflix-Quartalszahlen: 6,7 Millionen neue Abonnenten sind der Wall Street nicht genug

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Netflix 2016

Kurssturz nach Handelsschluss: Die Berichtssaison in den USA beginnt mit einem satten Einbruch von Netflix. Dabei wächst der Streaming-Video-Anbieter weiter rasant: Fast sieben Millionen neue Abonnenten konnte CEO Reed Hastings im ersten Quartal präsentieren. Doch der Ausblick auf die laufenden Geschäfte verhagelte nachbörslich die Stimmung: Weil Netflix bis Ende Juni international nur mit zwei Millionen neuen Abonnenten rechnet, bricht die Aktie zweistellig ein.

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Es war definitiv nicht der Tag von Reed Hastings: Erst kündigt Internet-Gigant Amazon an, sein Streaming-Angebot durch ein monatliches Abo-Modell flexibler zu gestalten und Netflix im Kernmarkt damit unter Druck zu setzen, dann patzte der Video-Streaming-Platzhirsch nach Handelsschluss an der Wall Street bei Vorlage seiner eigenen Quartalsbilanz selbst.

Ergebnis: Zu einem Minus von drei Prozent im regulären Handel kamen noch einmal Abschläge von zehn Prozent nach Handelsschluss. Der Auslöser für den Kurssturz lag freilich nicht an den Geschäftszahlen für den Dreimonatszeitraum von Anfang Januar bis Ende März, in dem Netflix nach jeder Lesart die Analystenschätzungen pulverisierte.

Wall Street-Erwartungen übertroffen…

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2016, in dem Blockbuster „House of Cards“ mit der vierten Staffel zurückkehrte, konnte Netflix bereits 1,97 Milliarden Dollar umsetzen – ein Plus von 33 Prozent. Analysten hatten durchschnittlich lediglich mit Erlösen in Höhe von 1,82 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettogewinn fiel mit lediglich 9 Millionen Dollar erwartungsgemäß niedrig aus, da Netflix weiter voll auf Expansion setzt.

Die Abonnentenzahlen legten dynamischer zu als prognostiziert: In den USA konnte Netflix in den ersten 91 Tagen des Jahres nochmals 2,23 Millionen neue Kunden zugewinnen; die Konsensschätzungen hatten zuvor noch bei 1,75 Millionen gelegen.

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International erlebt Netflix nach seinem Start in 130 neuen Ländern zu Jahresbeginn den erwarteten Boom: Nach 2,4 Millionen neuen Kunden im Vorjahreszeitraum lockte das 18 Jahre alte US-Unternehmen im ersten Quartal nunmehr 4,51 Millionen neue Abonnenten an – Analysten hatte mit 4,35 Millionen gerechnet. Weltweit kommt Netflix damit bereits auf über 81 Millionen zahlende Kunden.

…doch der Ausblick enttäuscht

Dass an der Börse indes nichts älter ist als die Vergangenheit, musste Netflix nach Handelsschluss erfahren. Zum Verhängnis wurde Netflix der Ausblick auf den laufenden Dreimonatszeitraum, in dem Reed Hastings international lediglich 2 Millionen neue Kunden erwartet – die Wall Street hatte indes mit 3,45 Millionen neuen Abonnenten gerechnet.

In anderen Worten: Das hyperbolische Wachstum nach dem Launch in 130 neuen Nationen im Januar scheint ausgereizt.  Wenn es nun an der Wall Street etwas gibt, was Investoren allergisch reagieren lässt, dann das: nachlassendes Wachstum. Entsprechend verkauften Anleger die Netflix-Aktie gnadenlos ab – und schickten das Papier nach Abschlägen im nachbörslichen Handel um 10 Prozent wieder unter die magische 100 Dollarmarke auf 97 Dollar.

Aktionäre, die seit Jahren investiert sind, werden es verkraften: Wer etwa Anfang des laufenden Jahrzehnts investierte, kann sich bis heute über die enormen Kurszuwächse von 1000 Prozent freuen.

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