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Zu „Marktforschungszwecken“: Gruner + Jahr senkt Copypreis für Newcomer frei! auf 1,20 Euro

Gruner + Jahrs jüngstes Print-Projekt hat es nicht geschafft: Am Donnerstag gab der Verlag die Einstellung bekannt
Gruner + Jahrs jüngstes Print-Projekt hat es nicht geschafft: Am Donnerstag gab der Verlag die Einstellung bekannt

Rettungsaktion für frei!? Gruner + Jahr versucht, die unter Druck geratene Auflage des seit Anfang Februar wöchentlich erscheinenden Frauenmagazins mit einem Kampfpreis zu stimulieren. Das Hamburger Medienhaus testet jetzt in einigen Grossogebieten einen Copypreis von 1,20 Euro. Bislang kostet das Magazin 1,90 Euro. Laut G+J dient die Maßnahme offiziell zum Zwecke der Marktforschung.

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„Verliebt in mein Leben“: Mit dem Bekenntnis der Schauspielerin Maria Furtwängler auf dem Cover brachte Gruner + Jahr Anfang Februar den Titel Frei! an die Kioske. Weitere exklusive Geschichten aus der Welt der Schönen und Reichen, eine hochwertige Haptik und ein großer Serviceteil sollten dem Magazinhaus am Baumwall hohe sechsstellige Verkaufszahlen bescheren. „Wir sind die perfekte Lektüre für die Frau von heute, die ein großes und vor allem breitgefächertes Interesse hat“, trommelte Chefredakteur Philipp Jessen für das Blatt. Offenbar stößt das Magazin am Kiosk aber bislang nicht auf die vom Verlag erhoffte Gegenliebe – jedenfalls nicht in dem für die Weiterführung erforderlichen Ausmaß.

Bereits die erste Ausgabe lag wie Blei in den Regalen und bewegte sich weit hinter den Erwartungen. Danach soll Gruner + Jahr deutlich weniger als 100.000 Exemplare verkauft haben, heißt es in Branchenkreisen. Daran hat sich offenbar bis heute wenig geändert. Jetzt setzt Gruner + Jahr zum Befreiungsschlag an, um das Blatt aus dem Auflagentief zu steuern und bei mehr Lesern bekannter zu machen. So testet der Verlag nach MEEDIA-Informationen in einigen Grossogebieten einen Kampfpreis von 1,20 Euro. Damit würde Gruner + Jahr den Copypeis von frei! weit unter dem bisherigen Verkaufspreis von 1,90 Euro ansetzen. Mit dem neuen Testpreis wäre frei! auch deutlich preisgünstiger als Konkurrentinnen wie Frau im Spiegel (1,70 Euro) oder Tina (1,45 Euro) aus der Bauer Media Group.

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Eine Gruner + Jahr-Sprecherin hierzu: „Wir führen kontinuierlich und permanent Tests und Erhebungen für unsere Titel durch – so nun auch bei  frei!. Wir senken testweise den Copypreis des Magazins – dabei handelt es sich nicht um eine Auflagenmaßnahme, sondern um eine Marktforschung. Der Test wird bundesweit bei ausgewählten Grossisten stattfinden“, heißt es. Fraglich ist, ob und wann das Medienhaus den Magazin-Preis flächendeckend auf 1,20 Euro senkt.

Der Gruner + Jahr-Vorstoß hatte im Markt heftige Reaktionen ausgelöst. Vor allem beim Wettbewerber Bauer Media stieß der Neuling sauer auf. Das Hamburger Verlagshaus (Bravo,Tina, Maxi) drückte bereits wenige Wochen nach dem frei!-Launch den Titel Olivia zum Dumpingtarif von 0,99 Cent in den hart umkämpften Markt. Damit griff Bauer nach Meinung von Branchenkennern Gruner + Jahr mit seinem Magazin Grazia frontal an. Diesen gibt die Bertelsmann-Tochter gemeinsam mit der Klambt Mediengruppe heraus.

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Alle Kommentare

  1. Guten Abend,

    frei, von Gehirnschmalz, von Intelligenz oder von Ideen 😉 ganz schwache Nummer!
    Armselige 50 000 verkaufte Exemplare je Ausgabe trotz Millionen Werbung……
    Ihr könnt Euer Heftchen auch verschenken, es will trotzdem niemand haben 😉
    Beste Grüße aus Norddeutschland

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