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„heute journal“-Interview auf Twitter gefeiert: Wie Claus Kleber den Erdogan-Anwalt bloßstellt

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Harte Fragen, kurze Antworten: ZDF Anchor Claus Kleber und Erdogan-Anwalt Sprenger

Jan Böhmermann – und kein Ende. Auch heute auf Twitter viel diskutiert: Das Interview von Claus Kleber im "ZDF heute journal" mit dem Anwalt des türkischen Präsidenten Erdogan. Es war eine Sternstunde des Journalismus: Kleber lässt den Erdogan-Anwalt Hubertus von Sprenger im fünfminütigen Interview nicht gut aussehen. Auf Twitter wird Kleber gefeiert.

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Die Causa Böhmermann elektrisiert die Medienrepublik auch heute. Bild-Chef Kai Diekmann narrte das Web mit einem Fake-Interview – und zahlreiche Medien fielen herein. Künstler forderten die Einstellung der Ermittlungen und solidarisierten sich mit Jan Böhmermann. Und dann war das Interview mit dem Anwalt des türkischen Präsidenten Erdogan mit Claus Kleber im „ZDF heute journal“.

Claus Kleber ging Medienanwalt  Hubertus von Sprenger von der ersten Sekunde des fünfeinhalb Minuten langen Interviews frontal an. „Was hat denn der türkische Präsident davon, wenn Jan Böhmermann zu einer – nach aller Erfahrung – verkraftbaren Geldstrafe verurteilt wird?“ fragte Kleber ohne eine Miene zu verziehen.

„Wie kann es sein, dass sich ein Staatspräsident darum überhaupt kümmert?

„Warum wurde noch der Weg des kleinen Mannes nachgeschoben, eine private Strafanzeige des Bürgers Erdogan beim Amtsgericht Mainz“, wollte der 60-Jährige wissen.  Und setzte nach: „Wie kann es sein, dass sich ein Staatspräsident darum überhaupt kümmert?“ Kleber lockt von Sprenger: „Es ist ja doch recht selten, dass sich ein türkischer Staatschef nach dem Rat eines Kabarettisten richtet?“

Hubertus von Sprenger selbst rechnet eher nicht damit, dass Böhmermann zu einer erheblichen Strafe verurteilt wird, „es wird eine Strafe sein, die erforderlich ist, um ihn auf den rechten Weg zurückzuführen, Satire zu machen und nicht plumpe Beleidigungen“, erklärt der Medienanwalt und liefert Twitter damit die entsprechende Vorlage. Das Echo auf Klebers Interview mit von Sprenger fällt entsprechend aus:

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Alle Kommentare

  1. Jetzt ist Merkels Zenit Überschossen wie damals bei Papa Helmut.
    Mama lässt sich von Türken erpressen und spielt der AFD in die Karten.
    Unglaublich was man da abliefert.SPD schon am Boden und CDU dann auch.
    Glaube ich alles nicht.Arroganz gegen ein ganzes deutsches Volk.

  2. Lieber Herr Jacobsen,

    schreiben bitte kurz, wo genau Claus Kleber den Anwalt wie in Ihrer Überschrift behauptet „bloßstellt“? Habe das Interview konzentriert geschaut und kann nichts entdecken. Der Anwalt hat Klebers Offensive doch cool und ungerührt abperlen lassen.

    Vielleicht könnten Sie nächstes Mal, anstatt irgendwelche Tweets zu zitieren, mal Fachleute in Krisenkommunikation befragen. Bei denen dürfte das Interview nämlich als Lehrbeispiel gelten, wie man aufdringliche Fragen elegant weichkocht.

    VG Sven K.

  3. Ich war jetzt schon länger nicht mehr hier, habe diese Seite aber mal geschätzt wegen ihrer eigenen Perspektive auf das mediale Geschehen, die sich nicht gemein macht mit einer Position. Und nun das hier. Ich habe das Interview auch gesehen, Kleber hat den Anwalt kein bißchen „bloßgestellt“. Man merkte lediglich, dass er medial etwas geübter ist, und sich unbedingt investigativ geben wollte, wie zumeist natürlich bei jemandem, der wenig zu sagen hat. Das als „Sternstunde des Journalismus“ feiern zu wollen, ist einfach nur lächerlich.

  4. Ein ganz normales deutsches Interview. Der Anwalt antwortet sachlich auf falsch adressierte Fragen und freut sich über den willkommenen Werbeeffekt. Und was hierzulande als grandioser Journalismus gefeiert wird, gilt andernorts als gerade noch hinnehmbar schlecht!

  5. Sternstunde des Journalismus? Bloßstellen? Welche Interview hat der, der das schreibt, bitte gesehen? Jedenfalls nicht Herrn Klebers gescheiterten Versuch, zu dem Anwalt vorzudringen, einem Mann, der ruhig, gelassen und sachlich die Fragen beantwortet, mit denen sich der Journalist an ihm die Zähne ausbeißt.

  6. Alle 20 Post-Schreiber haben die Jubel-Arie über Klebers Interview verrissen. Völlig zu recht.
    Auch die ZDF Redaktionskonferenz diskutierte das Interview selbstkritisch. Kleber sei am Erdigan-Anwalt regelrecht „zerschellt“.

    Nils Jacobsen als Medienkritiker…wenn er wenigstens nicht gleich so unkritisch zu begeistern wäre… Er sollte das Thema Böhmermann lieber an seine Kollegen abgeben. Die können es.

    1. Das ist leider eine ziemliche Unart geworden in den Schnell-Schnell-Medien: These nehmen, ein paar Tweets suchen, die These bestätigen und sowas wie Repräsentativität und Realitätsabbildung suggerieren sollen, diese in den Artikel pappen und fertig.
      Dass auf Twitter in Deutschland fast nur Medienleute von der narzisstischen Sorte unterwegs sind und vielleicht eine klitzeklein verzerrte Wahrnehmung darstellen könnten… egal.
      Das ist einfach Bequemlichkeits-Journalismus der schlechtesten Sorte.

  7. Das Interview war ein Witz. Wie die Sache an sich. Aber was erwartet man, wenn man die dumme Mehrheit der Bevölkerung bestimmen lässt, was zu machen ist? Diktatoren wie Merkel werden gewählt (am besten immer wieder obwohl nichts brauchbares rumkommt) und unter dem Namen Demokratie verkauft. Alle „Demokratien“ sind Rechtsstaaten wo der recht hat, der die Kohle hat (also die reichen). Wer das nicht begreift ist selber schuld!

  8. Da ist Herr Kleber aber jetzt nicht schlauer als vorher. Auch dumme Fragen verdienen eine sachliche Antwort. Der Kollege von Sprenger versteht sein Fach. Eine Bloßstellung vermag ich nicht zu entdecken.

  9. Als Kohl gegen Berichte über seine angeblich gefärbten oder nichtgefärbten Haare gerichtlich vorging, da hat man von diesem Qualitätsjournalisten Kleber nichts dergleichen gehört.
    Kleber glaubt offensichtlich, dass man einen Türken in seiner Ehre nicht verletzen kann und es diesem nicht zusteht eine Ehrverletzung gerichtlich überprüfen zu lassen. Was eine Strafanzeige bringt? Kleber ist wohl ein Rassist.
    Oder verzichtet er in eigenen Angelegenheiten selbst auch darauf gerichtlichen Rechtsschutz in Anspruch zu nehmen?
    Was ein dilettantischer Qualtiätsjournalist auf der Tasche des Zwangsgebührenzahler.

  10. Wonderful, marvelous. Herr Erdogan muss sich nach diesem Interview einen neuen Anwalt suchen. Da hilft auch die modische Brille nicht.

  11. Das Interview wird „gefeiert“ als Sternstunde des Journalismus ? Hä ??
    Das war ein normales Interview. Ich fand die Fragen von Kleber eher plump, die Antworten des Anwalts brilliant! (Das soll nicht heissen, dass die Klage hiermit verteidige!!)

  12. @ Sarah Reichstein… herrlich frech, amüsant und immer – egal ob man die Meinung immer ganz teilt – auf den (persönlichen) Punkt gebracht. Schön!

  13. @Mike Munkel – in Deinem Beitrag pflichte ich einigen Passagen bei. Der „Staat“ nimmt von seinen „Bürgern“ (dan ach so wichtigen Wählern… einmal in x Jahren..) Steuern, Abgaben, mochmal Steuern vom schon versteuerten… macht Gesetze im Rahmen eines Rechtsstaates, der hilflos ist bei Straftätern, die Bescheid wissen aber nie hilflos ist, wenn er „seine Bürger“ rechtsstaatlich in jeder Hinsicht durch Justiz, Beamte, Steuerbehörden, Punktezähler und und und verfolgen und verurteilen kann. Und ja… wer Kohle, Schotter oder Millionarden hat, bedient sich dieses „Rechtsstaats“ in dreister Manier. Wer nicht, zahlt und trifft im schlimmsten Fall den soeben verhafteten Antänzer, Dieb, Einbrecher grinsend vor den Türen des „Rechtsstaats“ wieder, während er selbst wegen 100 Euro „Steuerhinterziehung“ oder „dududu warst doch glatt 1 km/h zu schnell“ auf Listen, im Gefängnis, mit Punkten oder mit Führungszeugnis-Lebensbarrieren da sitzt. SO funktioniert „Rechtsstaat“. Gesetze aus dem Heimatland gemischt mit Gesetzen aus „Europa“ fürs schon abgezockte Steuer-Volk – die Deutschen dazu als Abgaben/Strom/Krankenkassen-Superzahler ohne anständige Rente fürs Arbeitsleben…

  14. Tatsächlich war es ein überflüssiges „Interview“, wohl dazu gedacht, einen juristisch gänzlich uninformierten und journalistisch eher mäßig qualifizierten („Ein guter Journalist macht sich keine Sache zu eigen“) Moderator sich mit ganz viel Gratis-„Mut“ als Helden der Meinungsfreiheit inszenieren zu lassen. Man muss schon reichlich naiv sein, ihn dafür zu „feiern“; ob zwei Dutzend Posts auf Twitter dazu überhaupt taugen, ist fraglich.

    Auf mit bebender Stimme vorgetragenes empörtes Nichtwissen des ZDF-Mannes, dessen Staats-/Regierungs-Sender seiner Chefin im Berliner Kanzleramt das massive Problem mit dem „Ziegenficker“-Gedicht erst eingebrockt hat, reagierte der dem Anwaltsgeheimnis unterliegende Rechtsanwalt von Sprenger absolut professionell und ließ Kleber abtropfen.

    Natürlich kann man politisch überlegen, ob Herr Erdogan die gebührenfinanzierte Pöbelei nicht souverän hätte ignorieren sollen. Aber auf dem Politik-Bazar greift man halt beherzt zu, wenn sich eine internationale Super-Show aufziehen und bei der in die hinterste Ecke getriebenen deutschen (Noch-) Kanzlerin noch mehr Milliarden und noch mehr Unterwerfung herausholen lassen. Auch wäre Klebers Inszenierung glaubwürdiger, wenn er sich über die inflationären „Volksverhetzungs“-Strafanzeigen grüner Ikonen wie Drogen-Beck und Schluchz-Roth (gerade wieder beim OLG Köln gescheitert) rechtzeitig erregt hätte.

  15. Schhließe mich Heinz ebenfalls an. Was für ein mieses Theater, nun den Kleber zu loben für etwas, das er – wieder mal – vollkoimmen falsch als Belustigungs-Vorführung eines Rechtsberaters geplant und durchgeführt hat. Und DAFÜR, gibts Beifall für einen öffentlich-rechtlich JOURNALISTEN, der – wie wir inzwischen zu Recht fordern – NEUTRAL seine Nachrichten vorzubringen hat und seine MEINUNG extra ankündigensollte. Alle, die dieses Kleber“Interview“ feiern haen keine Ahnung der Aufgaben eines Rechtsanwaltes für seinen Klienten. Anwälte vertreten auch Verbrecher und kämpfen für die. Was soll also der Vergleich einer „Twitterperle“ (hahaha), dass „dieser Anwalt“ schon andere „Böse“ vertreten hat. Da haben aber viele Null Ahnung worüber sie gackern. Und das wird leider immer schlimmer.

    1. Was Herr Kleber als Super Journalist da abgeliefert hat dafür gelobt wird ,ist schon eine Zumutung .Wenn das Fragen eines Guten Journalisten waren dann Bitte kein Beifall .

  16. Ganz sachlich betrachtet wurde hier niemand „bloßgestellt“. Herr Kleber stellt Fragen, die sein Anwalt nicht beantworten kann oder wegen des laufenden Verfahren nicht beantworten darf. Ich empfand die Reaktion des Anwalts eher als clever, da er sich nicht in Ausreden geflüchtet hat, sondern sehr einsilbig war.
    Die Kanzlei des Anwalts ist in Anbetracht ihrer Klienten sicher fragwürdig. Geglänzt hat Herr Kleber mit seinen Fragen aber auch nicht. Dafür hatte er einfach den falschen Gesprächspartner.

  17. Der hat Kleber doch aalglatt gegen eine Wand reden lassen. Wenn das schon guter Journalismus ist, dann sind ÖR Zuschauer auf unterstem Niveau angelangt. Herzlichen Glückwunsch.
    Übrigens sind in diesem Land Anwälte, die RAF-Mörder verteidigt haben, sogar Minister und Bundestagsabgeordnete geworden.

  18. Was soll eigentlich „mutig“ oder „tough“ daran sein (die Hamburger AbendBLÖD feierte das heute so ab…), als „Staranwalt“ bis zur letzten Instanz gehen zu wollen?

    Wenn eine kleine Privatperson, Pfandbon Emily vielleicht, finanziellen Kopf und Kragen riskiert in unserem Oberklasse-Rechtsstaat, DAS wäre mutig.

    Ist doch Logisch: Wenn mein „Kunde“ (ein pathologischer Menschenrechtsbrecher und Demokratieabbauer) unbegrenzte Mittel hat, nehme ich davon gerne so viel Kohle wie möglich mit, und labe mich daran. Natürlich so PR-trächtig wie möglich (womit er ja gerade schon sehr effektiv anfängt…), weil: Je bekannter ich bin, desto höhere Stundensätze (ohnehin schon dreistellig) kann ich mir beim nächsten „Mandanten“ in die Backen stecken.

    In „rechtsstaatlichen“ Verfahren, wo sich der „Kläger“ regelmässig unter 115 Landgerichten die 1-2 willfährigsten aussuchen kann. ( siehe auch aber nicht nur ➝ http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-129737050.html ). Oh, und bei fünfstelligen „Streitwerten“ die sich kein Normalbürger leisten kann, weder als Kläger noch als Meinungsäußerer („Angeklagter“).

    Über diese als „Kosten“ belogenen „Privatstrafen“ wird für meinen Geschmack viel zu wenig geredet.

    Sorry, aber das ist Gift für unseren berühmten „demokratischen Grundkonsens“. Teile unseres Rechtsstaats mögen noch funktionieren. So bei Ladendiebstahl, Falschparken oder Mord vielleicht. Mindestens das deutsche Zensurkammersystem gehört dringend abgeschafft oder grundlegendst reformiert.

    Justitia ist nicht nur nicht blind.

    Sie ist ein reines Herrschaftsinstrument. Und arbeitet nur gegen Vorkasse für Menschen mit viel Geld oder mindestens mal Zugriff auf Budgets (Verbände, Konzerne oder eben auch „die Politik“, wenn der Bundestag mal eben 100.000 Euro ausgibt, um mit schweineteuren Anwälten Transparenzanfragen abzuwehren…)

    Böhmermann wird, wenn es denn nach dem Gusto dieses A… nwalts geht, 5000€ „Strafe“ kriegen. Und 30.000€ Kosten… plus, das gibt’s gratis dazu: 1-2 Jahre dauerndes Theather und aufgeblasenes Justizschauspiel, wenig Inhalt, viel Theater, ganz viel Geld.

    Das ist ja eine der Lehren aus dem Kachelmann-Prozess: Man darf —vielleicht— nur Schuldige verurteilen, aber man darf —ganz ganz sicher— in unserem Land Unschuldige durch „rechtsstaatliche“ „Verfahren“ jahrelang bestrafen, quälen und ruinieren… das neue informelle Straßmaß.

  19. Schließe mich Heinz an. Wie kann man hier nur behaupten, dass der Herr Sprenger bloßgestellt wurde? Er hat Herrn Klebers Fragen kurz und sachlich beantwortet, eben so, wie man es von ihm erwarten konnte. Es hat sich hier lediglich gezeigt, dass Herr Sprenger der falsche Ansprechpartner für derlei Fragen war.

  20. Interessant, wie unterschiedlich man so ein Interview wahrnehmen kann. Ich hatte gar nicht den Eindruck, dass Herr Kleber Herrn Sprenger „gegrillt“ hat. Vielmehr fand ich das Interview reichlich sinnlos, weil Herr Sprenger der falsche Interviewpartner war. Die meisten Fragen hätte Kleber eigentlich Erdogan selbst stellen müssen. Und so hat Sprenger sich auf formelle Ein-Satz-Antworten beschränkt. Erkenntnisgewinn für den Zuschauer: gering. Und das soll jetzt eine tolle journalistische Leistung sein?

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