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Befreiungsschlag für die Samwers: Alibaba sichert sich Mehrheit an Rocket Internet-Tochter Lazada

Vom Optimismus beim Börsengang im vergangenen Oktober ist nicht viel geblieben
Vom Optimismus beim Börsengang im vergangenen Oktober ist nicht viel geblieben Oliver Samwer von Rocket Internet

Die Samwers machen wieder einmal Kasse – diesmal allerdings in kleineren Dimensionen. 137 Millionen Dollar erhält die Berliner Internet-Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet für einen Verkauf von rund 9 Prozent ihrer Südostasien-Tochter Lazada. Der Käufer hat Weltrang: Niemand Geringeres als der nach Amazon zweitwertvollste E-Commerce-Anbieter der Welt, Alibaba, schlug zu – und sicherte sich nach einer Kapitalerhöhung gleich die Kontrollmehrheit.

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Wichtiger Exit für Rocket Internet: Die strauchelnde Berliner Internet-Beteiligungsgesellschaft, die in den vergangenen eineinhalb Jahren zwischenzeitlich mehr als die Hälfte ihres Börsenwertes eingebüßt hat und immer noch fast 40 Prozent unter dem Ausgabekurs notiert, erhält frische Mittel vom Internet-Giganten Alibaba.

Für 137 Millionen Dollar versilbern die Samwers 9,1 Prozent ihrer 2011 als Joint Venture gegründeten südostasiatischen E-Commerce-Tochter Lazada, die in Singapur, Malaysia, Indonesien, Thailand, Vietnam und den Philippinen aktiv ist.

Alibaba übernimmt Mehrheit an Lazada

Alibaba übernimmt mit einem Investment von knapp einer Milliarde Dollar tatsächlich sogar die Kontrollmehrheit: Die schwedische Investmentgesellschaft Kinnevik, die seit Jahren auch in Rocket Internet und vor allem Zalando investiert ist, und der britische Einzelhändler Tesco machen ebenfalls Kasse. Alibaba investiert via Kapitalerhöhung zusätzlich 500 Millionen, was den Unternehmenswert Lazadas auf 1,5 Milliarden Dollar schraubt.

Den Samwers bleiben knapp 9 Prozent an Lazada, an denen Alibaba ebenfalls Vorkaufsrechte besitzt. Für die Berliner Seriengründer hat sich das Investment mehr als gelohnt: Die Samwers hatten insgesamt nur 18 Millionen Euro investiert. Der Wert ihrer Beteiligung habe sich nach eigenen Angaben verfünfzehnfacht.

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Befreiungsschlag für die Samwers nach HelloFresh-Debakel

„Die Transaktion ist ein wichtiger Meilenstein für Lazada, weil sie dessen Position als führende Online-Plattform in Südostasien unterstreicht“, kommentierte Rocket-CEO Oliver Samwer den Einstieg Alibabas.

Vor allem aber ist das Alibaba-Investment ein wichtiges Signal an die Börse, dass den Berliner Seriengründern noch Exits im dreistelligen Millionenbereich gelingen. Im vergangenen Dezember hatte Großaktionärin Cristina Stenbeck von Kinnevik überraschend den Börsengang von HelloFresh vereitelt und der ohnehin schon angeschlagenen Rocket-Aktie damit einen neuerlichen Kursschub nach unten verpasst.

Die Aktie von Rocket Internet legte heute in Reaktion auf den Lazada-Exit immerhin wieder um 6 Prozent zu, notiert seit Jahresbeginn aber weiterhin um 9 Prozent im Minus.

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