Anzeige

Türkei fordert Strafe für Jan Böhmermann – Bundesregierung prüft

Jan Böhmermann sagt seine kommende Sendung "Neo Magazin Royale" ab

Die türkische Regierung hat in einer Verbalnote an das Auswärtige Amt die Strafverfolgung des Satirikers Jan Böhmermann wegen seines umstrittenen Erdogan-Gedichts gefordert. Der türkische Botschafter in Deutschland ließ die Forderung dem Auswärtigen Amt in Berlin zukommen. Die Bundesregierung werde den Fall prüfen, heißt es. Dies allerdings könne einige Tage dauern.

Anzeige

Regierungskreise bestätigten am Sonntag einen entsprechenden Bericht des Berliner Tagesspiegels. Die Bundesregierung werde den Inhalt der Note sorgfältig prüfen und zügig entscheiden, wie mit dem türkischen Verlangen nach Strafverfolgung umzugehen sei, hieß es. Dazu würden Mitarbeiter des Kanzleramts, des Auswärtigen Amts und des Justizministeriums Anfang der kommenden Woche zusammenkommen.

Böhmermann hatte das Gedicht über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit dem Titel „Schmähkritik“ am 31. März in seiner satirischen TV-Show „Neo Magazin Royale“ präsentiert – und vorher ausdrücklich darauf hingewiesen, dass so etwas in Deutschland nicht erlaubt sei. Seitdem ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Update, Montag 11. April:
Regierungssprecher Seibert erklärte am Montag, dass die Bundesregierung das Strafverlangen der Türkei prüfen werde. Dies könne einige Tage, jedoch keine Wochen dauern. Unterdessen legte Erdogan-Sprecher Ibrahim Kalin noch einmal gegen Jan Böhmermann nach: „Diese Angriffe voller Beleidigungen und Grobheiten haben nichts mit Meinungs- und Pressefreiheit zu tun. Überall auf der Welt ist das eine Beleidigung und eine Straftat“, sagte Kalin.

Anzeige