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„Starker Trend zu kurzen Videos“: RTL denkt über europäische Bezahl-Plattform nach

Guillame de Posch, CEO der RTL Group
Guillame de Posch, CEO der RTL Group

Am heutigen Montag wird Guillaume de Posch, CEO der RTL Group, auf der TV-Messe MipTV in Cannes Einblicke in die Zukunftspläne seines Konzerns geben. Im Interview mit dem Handelsblatt sprach er bereits vorab über neue Wege für das werbefinanzierte Fernsehen und verriet außerdem: RTL könnte in den kommenden Jahren eine europäische Bezahl-Plattform starten.

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„Verschwinden wird das lineare Fernsehen nicht“, ist sich Guillaume de Posch sicher und erläutert im Gespräch mit dem Handelsblatt (Paid Content), dass sich die Gewichte zwischen dem klassischem und nonlinearen Fernsehen in den nächsten Generationen dennoch verschieben werden. „Heute entfallen in Europa auf den klassischen TV-Konsum etwa 90 Prozent und auf den nonlinearen zehn Prozent der gesamten Fernsehnutzung. Vielleicht wird in 30 Jahren auf die nonlineare TV-Nutzung genauso viel Zeit entfallen wie auf die lineare.“ Für den Zuschauer spiele diese Unterscheidung jedoch ohnehin eine zunehmend unwichtige Rolle.

Onehin sei für ihn und die RTL Group das Fernsehen bereits nicht mehr nur klassisch linear, sondern umfasse „jedes Bewegtbild-Format, das auf den heute gängigen Geräten läuft“. Und auch werbefinanziertes Fernsehen sei auf diesen digitalen Endgeräten möglich, erklärt de Posch. Auch sei er davon überzeugt, dass die Millenials Fernsehen grundlegend anders konsumieren und in Zukunft konsumieren werden: „In den jungen Zielgruppen gibt es einen starken Trend zu kurzen Videos, die mobil und auf Abruf angeschaut werden.“ Aus diesem Grund habe die RTL Group stark in ihre Multi-Channel Networks investiert. Erlöse erzielten die Networks sowohl über Werbung und Branded Content als auch eine „besondere Form des E-Commerce“, bei der explizit Inhalte beispielsweise für Amazon produziert werden, in denen die YouTube-Stars ausgewählte Produkte des Versandriesen präsentieren.

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Bei Bezahldiensten wolle man jedoch auch in Zukunft differenziert vorgehen, betont der RTL-Group-CEO. Schließlich sei Pay-TV nicht ihr Kerngeschäft. Dennoch überlege er, „in den nächsten zwei, drei Jahren eine europäische Bezahl-Plattform zu starten“. Zurzeit prüfe man die Risiken und mögliche Skalierungsvorteile eines solchen Dienstes. Allerdings ist sich Guillame de Posch sicher: „Nothing beats free – nichts geht über kostenfreies Fernsehen.“

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