Anzeige

Sharedogan, Kommunisten bei der SZ und eine Liste der „verbotenen Autoren“

#Sharedogan Foto: Facebookseite „Snickers für Linkshänder“
#Sharedogan Foto: Facebookseite "Snickers für Linkshänder"

Ein seltsam nachgestelltes Interview mit Mr. Marhaba, Constantin Schreiber, die Erdogan-Witze-Welle im Web, unlustige Aprilscherze und eine mal wieder höchst „brisante“ Veröffentlichung de Compact-Magazins und - Schock! - Kommunisten bei der SZ: alles in diesem MEEDIA-Wochenrückblick.

Anzeige
Anzeige

Dank diesem Internet enthüllt: Der Mann, den Fernsehzuschauer als Constantin Schreiber zu kennen glaubten, der u.a. bei n-tv die Flüchtlingssendung „Marhaba – Willkommen in Deutschland“ macht und auch bei diversen Fernsehsendern im Nahen Osten moderiert, ist gar nicht der, für den sie ihn halten. Constantin Schreiber sieht in Wahrheit ganz anders aus. Er ist kräftiger und hat eine beginnende Platte am Hinterkopf. Und er redet nicht gern, sondern nickt nur mit dem Kopf, wenn er interviewt wird:

Constantin Schreiber hat via Facebook gefragt, ob ihm jemand etwas zu diesem Video sagen kann. „Jana Swimmer“, die sich auf Xing „Jana Gareis“ nennt und auch schon mal „Chef-Hostess“ bei Lexus war, hat leider noch nicht geantwortet.

Wer mir etwas zu diesem bizarren nachgestellten Interview sagen kann: Bitte melden! Mich würde tatsächlich interessieren, was es damit auf sich hat…..

Posted by Constantin Schreiber on Mittwoch, 30. März 2016

Die Sache mit dem Video-Interview war kein Aprilscherz. Aber ansonsten haben sich die lieben Medien am heutigen 1. April mal wieder in Sachen Lustigkeit überschlagen. Die Scherzkekse bei Google haben was vom „selbstfahrenden Fahrrad“ in Netz gestellt, Radio Regenbogen hat behauptet, dass der Bad Dürkheimer Wurstmarkt (das Oktoberfest der Pfalz) für Deutsche gesperrt sei, weil Donald Trump dort einen Wahlkampfauftritt habe. Selbst humoristische Grobmotoriker wie die „Tagesschau“, die FAZ oder die Zeit fühlen sich an diesem Tag berufen, was Lustiges rauszuhauen. Seufz. Aber es ist ja bloß ein Tag. Das werden wir auch dieses Jahr überleben.

Echte Nehmerqualitäten in Sache Hardcore-Humoristik muss – jenseits von Aprilscherzen – der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan beweisen. Selber schuld! Hätte er mal nicht versucht, das maßvoll lustige Witzfilmchen der NDR-Sendung „extra 3“ über den deutschen Botschafter verbieten zu lassen. Zwar ist der Film mit dem Titel „Erdowie, Erdowo, Erdogan“ auf die Melodie eines ollen Nena-Lieds nicht über-lustig, aber in einer Top-Demokratie wie der BRD gibt es eben auch ein Recht auf mittelmäßige Witze! Die Erdogan-Regierung weiß leider offenbar nicht nur nicht, wie es in einer lupenreinen Demokratie so zugeht, sondern auch nicht, wie es in diesem Internet läuft. Seit der Satire-Affäre überbieten sich die Scherzkekse im Web geradezu mit Witzen und Memes. Stichwort: Sharedogan. Der Versuch der Türkei, den mäßigen Erdogan-Witz von „extra 3“ verbieten zu lassen, ist also granatenmäßig nach hinten losgegangen. Jan Böhmermann hat sich der Sache mit seiner Erdogan Schmähkritik final angenommen. Aber wie gesagt: Das Mitleid mit Herrn Erdogan darf sich in Grenzen halten.

Anzeige

So Kinder, letzte Runde Bilderdogan und dann ist Ruhe im Karton :)Und an all euch Hater und Droher:1. Lasst meine…

Posted by Snickers für Linkshänder on Donnerstag, 31. März 2016

Nicht unter Humorverdacht stehen die Leute bei Compact. Das ist jene Zeitschrift für Rechtsausleger, die von dem früheren Linksausleger Jürgen Elsässer herausgegeben wird. Die Leute dort haben nun eine Spezialausgabe mit der – huhu – „schwarzen Liste der verbotenen Autoren“ veröffentlicht. Dabei sind u.a. so „verbotene“ Matthias Matussek, Eva Herman, Elmar Hörig, Ken Jebsen, Akif Pirinçci, Nicolaus Fest und Herr Elsässer selbst. Komisch, wenn diese Leute laut Compact „zensiert“ und „verboten“ sind, wieso veröffentlichen die dann dauernd irgendwo in der BRD? Muss es statt „verboten“ nicht vielleicht „verbohrt“ heißen? Fieser Druckfehlerteufel! Zum Thema Jürgen Elsässer kann ich übrigens dieses lange Lesestück aus dem Leipziger Stadtmagazin Kreuzer empfehlen.

Und dann waren da noch jener Ex-Eigentümer der Süddeutschen Zeitung, der sein SZ-Abo kündigte, weil dort neuerdings Kommunisten arbeiten. Um mit dem Kaiser zu sprechen: Ja wo samma denn!?

Sonniges Wochenende!

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*