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Neue Schlappe für Ad Blocker-Gegner: SZ scheitert vor dem Landgericht München

SZ.de-Geschäftsführer Johannes Vogel

Im Langzeitmatch zwischen der Ad Blocker Plus-Mutterfirma Eyeo und den deutschen Medienhäusern geht der nächste Punkt an Eyeo. Vor dem Landgericht in München setzten sie sich nun gegen Süddeutsche Zeitung durch. Damit gewann Eyeo bereits das fünfte Verfahren um die Zulässigkeit ihres Werbeblockers.

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Das Landgericht kommt zu dem Ergebnis, dass es legal sei, Werbung auf frei zugänglichen Webseiten zu blocken. Nach Einschätzung der Richter besteht kein Vertrag zwischen Nutzer und Verlag, der die Nutzer zur Konsumierung der Werbung verpflichten würde.

In dem Urteil machten die Richter noch einmal klar, dass die Gesetzgebung nicht dazu verpflichtet sei, die Geschäftsmodelle der Verlage zu retten oder aufrechtzuerhalten. Das Gericht sieht sogar die Verlage in der Pflicht, sich am Nutzerwillen zu orientieren, sich weiterzuentwickeln sowie an Innovationen zu arbeiten.

In der Klageschrift beziffert der Süddeutsche Verlag die Einbußen durch den Einsatz von Ad Blocker-Technologien auf einen mittleren sechsstelligen Euro-Betrag pro Jahr.

Da bislang weder Springer, noch RTL noch andere Medienhäuser auf dem Klageweg anhaltende Erfolge gegen die Werbe-Muffel feiern konnten, haben Bild.de oder auch einige Seiten von Gruner + Jahr andere Wege eingeschlagen. Sie spielen an Nutzer von Ad Blocker-Tools keine redaktionellen Inhalte mehr aus.

Die Süddeutsche Zeitung kann gegen das Urteil des Landgerichtes in die Berufung gegen. Ob die München das machen, wollen sie erst nach einer eingehenden Prüfung des Urteils entscheiden.

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