Juncker kritisiert Türkei: Kein Verständnis für Satire-Eklat

EU-Ratspräsident Jean-Claude Juncker kritisiert das Verhalten der Türkei
EU-Ratspräsident Jean-Claude Juncker kritisiert das Verhalten der Türkei

Fernsehen Im deutsch-türkischen Satire-Streit hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker der Regierung in Ankara eine Verletzung der Presse- und Meinungsfreiheit vorgeworfen. "Präsident Juncker hat kein Verständnis dafür, wenn der deutsche Botschafter nur wegen eines satirischen Songs einbestellt wird", sagte eine Sprecherin am Mittwoch in Brüssel.

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Der Kommissionschef sei der Überzeugung, dass dies die Türkei weiter von der EU entferne. Der Schritt scheine mit der Wahrung der Presse- und Meinungsfreiheit nicht in Einklang zu stehen.

Hintergrund der Kritik von Juncker ist ein diplomatischer Eklat, der von einer Satire des Norddeutschen Rundfunks über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ausgelöst wurde. Das Außenministerium in Ankara bestellte deswegen den deutschen Botschafter Martin Erdmann ein, um gegen den knapp zweiminütigen Film zu protestieren.

Die Satire war am 17. März in der Sendung „extra 3“ ausgestrahlt worden. Zur Melodie von Nenas Hit „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ wird darin Erdogans Vorgehen gegen Medien, Demonstranten und Kurden auf die Schippe genommen. Im Text des Liedes mit dem abgewandelten Titel „Erdowie, Erdowo, Erdogan“ heißt es zum Beispiel: „Ein Journalist, der irgendwas verfasst, was Erdogan nicht passt, ist morgen schon im Knast.“

Die deutsche Regierung nimmt sich in der Öffentlichkeit zurück. Erst am gestrigen Dienstag äußerte sich das Auswärtige Amt und gab lediglich die Reaktion des deutschen Botschafters im Gespräch mit dem türkischen Außenministerium wieder.

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Alle Kommentare

  1. Überall wird als Titel des Satire-Songs genannt: Erdowie, Erdowo, ErdoGAN.
    Das ist falsch. Wie auf dem Song deutlich zu hören ist, heißt es:
    Erdowie, Erdowo, ErdoWAHN !
    Ist ja auch die logische Abwandlung von Nena`s Song: Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann

    1. Da irren Sie. Das „g“ in Erdôgan ist ein stummes „g“, sodass man den Namen „Erdoan“ ausspricht.

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