Angleichung der Gehälter: Zeit Online Redakteure wollen nach Ostern streiken

Zeit Onliner kämpfen schon länger für eine Angleichung der Gehälter an die der Print-Kollegen
Zeit Onliner kämpfen schon länger für eine Angleichung der Gehälter an die der Print-Kollegen

Publishing Nach Ostern wollen Redakteure von Zeit Online streiken. Das berichtet der Medien-Branchendienst turi2. Den Onlinern geht es um eine Angleichung der Gehälter an jene der Print-Kollegen. Wegen der Ungleichbehandlung von Online und Print brodelt es schon länger im Zeit Verlag.

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Darum habe die Gewerkschaft Verdi nun für die Zeit nach Ostern Streiks angekündigt, berichtet turi2. Die Beschäftigten bei Zeit Online hätten für eine Aussetzung der Verhandlungen gestimmt, weil der Verlag ihnen nicht ausreichend entgegenkommt. Die Gewerkschaften Verdi, der Deutsche Journalisten-Verband und der Berliner JVBB fordern, das Gehalt der Onliner an das Niveau der Print-Kollegen der Zeit anzugleichen. Laut einem taz-Bericht verdienen die Onliner bei der Zeit im Schnitt rund 10.000 Euro weniger als die Print-Kollegen.

Von 115 Festangestellten bei Zeit Online seien laut Verdi drei Viertel gewerkschaftlich organisiert.

Auf MEEDIA-Anfrage sagte eine Sprecherin der Zeit Digital GmbH zur Streikankündigung:

„Die Entscheidung der Gewerkschaften, die Verhandlungen auszusetzen, ist für uns nicht nachvollziehbar, da ein mehrfach verbessertes Gesamtpaket vorlag. Wir haben den Mitarbeitern das Paket in persönlichen Gesprächen vorgestellt und dazu positives Feedback erhalten. Es entspricht den wirtschaftlichen Realitäten im Onlinejournalismus und beinhaltet schon in 2017 deutliche Gehaltssteigerungen von durchschnittlich 6%, in 2019 bereits 12%, sowie viele weitere Leistungen. Wir sind jederzeit bereit, die Verhandlungen fortzuführen.“

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Alle Kommentare

  1. Die Frage ist, ob das Löschen und Herabwürdigen von Leserkommentaren wirklich so viel Gehalt rechtfertigt. Wenn die ZEIT-online Zensoren wirklicj so schlecht verdienen, sollten sie sich eine ehrliche und würdige Arbeit suchen. Oder aber sie heuern bei der Bertelsmann Fochter Arvato an. Dort können sie ihr Können bei der Löschung von Facebook-Kommentaren sinnvoll einbringen.

  2. 10.000 Euro weniger (im Jahr vermutlich) als die Print-Kollegen von der Zeit?

    Na, da würde mich dann aber schon mal interessieren, um welche Gehälter genau es denn hier geht.

    Bei den Piloten wird uns das ja auch nicht vorenthalten, warum also hier?

  3. Bei der Qualität der Online-Zeit (wie oft ärgert man sich darüber, dass die Zeit-Leute dort weder Rechtschreibung noch inhaltliche Kenntnis von irgendwas zu besitzen scheinen, wie oft maßt sich das Onlinegremium der Zeit Digital willkürliche und sachlich unbegründete Abwertungen oder Streichung von Leserkommentaren an) wundert es mich, dass sich die Mitarbeiter dort sogar Journalisten nennen dürfen. Ist ja wie beim Spiegel.
    Die Print-Zeit war ganz okay – bis mich die tendenziöse und unseriöse Online-Zeit dazu gebracht hat, der Printversion den Rücken zu kehren. Immerhin: Besser als der Bodensatz des Journalismus, besser als der Spiegel, ist Zeit Online nach wie vor.

    Ein besonders integrativ zusammengewürfelter Haufen von Leuten, die biased Kommentare als Berichterstattung deklarieren und ansonsten falsch abschreiben können. Eine Menge Geister, von denen ich bisher annahm, irgendwann hebt Microsoft die Hand und sagt: „Äh, Zeit Online, die Redaktion, das war bloß unsere C64-KI. Ein Feldversuch.“

  4. Interessant finde ich, dass die ZEIT durch die unterschiedlichen Gehälter gerade DEN Pay Gap fördert, den sie mindestens einmal in der Woche anprangert 🙂
    (Meiner Schätzung nach ist der Frauenanteil in der Online-Redaktion höher)

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