„Traurig, dass das Bild für Propaganda verwendet wird“ – NDR gräbt Ursprung des rassistischen Erika-Steinbach-Tweets aus

CDU-Politikerin Steinbach provozierte mit einem rassistischen Tweet
CDU-Politikerin Steinbach provozierte mit einem rassistischen Tweet

Die CDU-Politikerin Erika Steinbach sorgte unlängst mit einem rassistischen Tweet, der ein weißhäutiges Kind umringt von indischen Kindern zeigt, für einen Sturm der Empörung. Das NDR-Medienmagazin "Zapp" hat nach aufwändiger Recherche nun die Urheber des Fotos ausfindig gemacht und die sind entsetzt darüber, wie ihr Bild von Steinbach verwendet wurde.

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Das Foto zeigt laut „Zapp“ das Kind einer australischen Familie beim Besuch eines indischen Kinderheims im Jahr 2011. Das Bild zeigt den damals 18 Monate alten Sohn der Familie, umringt von Kindern aus dem Heim. Gegenüber „Zapp“ sagte die Familie: „Wir sind sehr traurig, dass das Bild für solche Propaganda verwendet wird. Wir hatten genau das Gegenteil im Sinn.“ Sie hätten das Bild bei der Foto-Community eines Magazins hochgeladen, weil sie dachten, die Kinder des Heims könnten von der Aufmerksamkeit profitieren.

Der Vater der Familie zu „Zapp“: „Das Foto entstand in einem sehr schönen Moment voller Liebe und Freude. Er zeigt das Miteinander verschiedener Kulturen und von Menschen, die verschiedene Sprachen sprechen. Das auf eine negative Weise zu verwenden, unterstützen wir auf gar keinen Fall.“

Auch das Kinderheim selbst wurde vom NDR kontaktiert und auch dort zeigte man sich schockiert. „Ich erkenne unsere Kinder auf dem Foto wieder. Wir sind sehr bestürzt und verärgert“, zitiert „Zapp“ eine Vertreterin des Heims. Erika Steinbach war nicht die einzige, die das Foto für Propaganda-Zwecke missbrauchte. Nach „Zapp“-Recherchen kursiert das Bild bereits seit Jahren mit verschiedenen Überschriften im Netz.

Auf der von Steinbach verbreiteten Version stand „Deutschland 2030 – Woher kommst Du denn?“ Das Foto suggeriert, dass es im Jahr 2030 keine „echten“, hellhäutigen Deutschen mehr geben wird. Daneben gibt es laut „Zapp“ auch Versionen mit „Russland 2050“ oder „Italien 2030“. Sinn und Zweck ist freilich jedesmal derselbe: perfide Propaganda ohne Rücksicht auf Menschenwürde und Urheberrechte.

Den Beitrag zur Herkunft des Fotos zeigt „Zapp“ am heutigen Mittwoch, 23. März 2016, um 23.20 Uhr im NDR-Fernsehen.

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Alle Kommentare

  1. Oh mein Gott, Freunde der Sonne. Dieses Bild soll ein rassistischer Tweet sein? Das Bild ist einfach nur lustig und es nimmt die aktuelle Migrationspolitik etwas auf die Schippe. Aber rassistisch??? Darf man denn in Deutschland noch irgendetwas machen, das einem nicht gleich als rassistisch ausgelegt wird?
    Und dass die Urheber darüber schockiert sind, wie ihr Bild zu „Propaganda-Zwecken“ missbraucht wird … Herrje … Da klingt ein solcher kritischer Text für mich eher nach Propaganda und Hetze als die Veröffentlichung eines solchen Bildes. Ich rate jedem Kritiker und jedem Redakteur einmal für einige Wochen im nicht deutschsprachigen Ausland zu leben, um den eigenen deutschen tunnelförmigen Horizont etwas zu erweitern. Denn mit ein bisschen Abstand zu Deutschland, seinen Wutbürgern, Kritikern und Medien lernt man wenigstens einmal wieder Spaß zu haben und über lustige Sachen auch einfach einmal nur zu lachen ohne alles bis ins Detail hinterfragen und kritisieren zu müssen.
    Sunny

    1. Das Problem dabei ist, dass du es nicht mehr spürst, was diese Darstellung bedeutet. Das heißt, etwas in dir ist taub geworden. So, wie wenn man mehrfach mit dem Hammer auf die Hand schlägt. Am Ende fühlt man nichts mehr. So weit ist es mit dem Gefühl für Anstand und Empathie in diesen Kreisen gekommen. Ihr könnt es nicht mehr wahrnehmen. Damit verbunden gehen aber auch Anständigkeit und mitleiden können verloren. Ein nach dem großen deutsche Philosophen Arthur Schopenhauer für die Menschlichkeit absolut entscheidendes Gefühl.

      1. Ich denke Sie sollten sich etwas bremsen @Kirchgässner. In Pakistan und Indien gibt es die sogenannten Albinos. Also Menschen mit einer Pigmentstörung. Deren Haut ist weiss. Deren Haarfarbe ist weiss. Das ARD berichtete unlängst in einer sehr bewegenden Reportage von solch einer Familie und deren tägliches Leid. Diese Menschen werden geschmäht, ausgegrenzt und wie Aussätzige behandelt und zwar ständig. Denen werden Steine hinter her geworfen oder übelriechender Unrat.

        Wenn es so weiter geht mit Deutschland, dann wird es vielleicht in 30 Jahren keine Minderheiten mehr in D geben. Es gibt mehrere islamistische Parteien mit 20-30% Stimmanteil und vielleicht wird D der erste islamistische Staat Mitteleuropas. Das Sozialsystem gibt es nicht mehr, weil unbezahlbar. Vielleicht haben wir sogar Zustände wie im Grenzgebiet Israel/Palästina/Libanon. Und so weiter und so weiter. In diesem Zusammenhang betrachtet sehe ich die Darstellung auf dem Foto völlig anders als Sie.

  2. Sunny, ganz meine Meinung. Ich bekam das Bild lange bevor eine Frau Steinbach es verwendet hat. Und ich fand es lustig. Ich bin naturblond und gewohnt, in Asien angestaunt zu werden. Oft wollen Menschen mit mir fotografiert werden oder mein Haar anfassen. So what ? Ich lache auch über
    Blondinenwitze – und über Politiker und Journalisten, die sich zu wichtig nehmen.

  3. Wieso kann mir keiner den vermeintlichen Rassismus aufzeigen, der diesem Tweet innewohnen soll?
    Vielleicht ist es auch nur der blanke Hass gegenüber dem politischen Gegner Hand in Hand mit der Unterwürfigkeit z.B. eines Herrn Tauber mit der Angst um die eigene politische Karriere.
    Das diese Medien mittlerweile verzweifelt versuchen daraus einen Hype zu machen ist bezeichnend. Nichtzuletzt für den eklatanten Bedeutungsverlust als moralische Instanz gelten zu wollen. Wie auch wenn man nur Hass und Hetze zu jeder gesellschaftlichen Diskussion beizutragen hat.
    Schlimm, dass dazu Zwangsgebühren verschwendet wurden und man dazu das Kind noch unverpixelt zeigt. Aber mittlerweile ist der sog. Systempresse ja jedes Mittel Recht.

    1. Die Botschaft des Tweets von einer Frau, die sich auch schon zuvor mit nationalistischen Äußerungen hervorgetan hat und nichts unversucht gelassen hat, dass das Museum zu Flucht und Vertreibung in Berlin das Leid der deutschstämmigen Vertriebenen (bin selber einer, aber nicht Mitglied ihres Vereins) stärker gewichtet, als das anderer mit ähnlichem Schicksal, lautet:

      „Wenn wir nichts tun, leben 2030 nur noch Dunkelhäutige/die in Deutschland.“

      Schon was mit „tun“ gemeint ist, darf sich jeder selbst heraussuchen, was daran so schlimm sein sollte, auch (schließlich war nicht mal der GröFaz hellhaarig, geschweige denn mit einem Ariernachweis gesegnet). Meint sie, „wir“ würden ausgerottet, heisst das, „wir“ würden von „Menschen mit anderem Reproduktionsverhalten“ in die Minderheit versetzt? Egal, es muss schlimm sein, deswegen wird es auch nicht ausgesprochen, sondern offen gelassen.

      Zusammengefasst transportiert der Tweet das Bild von „wir“ und/gegen „die“, Eroberung, Notstand. Was aus Notstandsfantastereien zur Zeit alles an Straftaten gegen „die“ (und andere, die etwas dagegen haben) beklatscht unbd „getan“ wird, ist Frau Steinbach bekannt. Leute, die solches „tun“ ausüben und unterstützen, können sich also von Frau Steinbach unterstützt fühlen. Dem hat Frau Steinbach auch nicht widersprochen. Sie ist Mitglied der Regierungspartei.

      1. Außer rückwärtsgewandte Phrasen kann ich keinen Erklärungsversuch erkennen. Aber schön dass Sie die orientierungslose und tatenlose Politik der Kanzlerin offensichtlich nicht als politisches „tun“ einstufen. Denn etwas „tun“ ist dort ja grundsätzlich etwas schlechtes.

  4. Die Botschaft des Tweets von einer Frau, die sich auch schon zuvor mit nationalistischen Äußerungen hervorgetan hat und nichts unversucht gelassen hat, dass das Museum zu Flucht und Vertreibung in Berlin das Leid der deutschstämmigen Vertriebenen (bin selber einer, aber nicht Mitglied ihres Vereins) stärker gewichtet, als das anderer mit ähnlichem Schicksal, lautet:

    „Wenn wir nichts tun, leben 2030 nur noch Dunkelhäutige/die in Deutschland.“

    Schon was mit „tun“ gemeint ist, darf sich jeder selbst heraussuchen, was daran so schlimm sein sollte, auch (schließlich war nicht mal der GröFaz hellhaarig, geschweige denn mit einem Ariernachweis gesegnet). Meint sie, „wir“ würden ausgerottet, heisst das, „wir“ würden von „Menschen mit anderem Reproduktionsverhalten“ in die Minderheit versetzt? Egal, es muss schlimm sein, deswegen wird es auch nicht ausgesprochen, sondern offen gelassen.

    Zusammengefasst transportiert der Tweet das Bild von „wir“ und/gegen „die“, Eroberung, Notstand. Was aus Notstandsfantastereien zur Zeit alles an Straftaten gegen „die“ (und andere, die etwas dagegen haben) beklatscht unbd „getan“ wird, ist Frau Steinbach bekannt. Leute, die solches „tun“ ausüben und unterstützen, können sich also von Frau Steinbach unterstützt fühlen. Dem hat Frau Steinbach auch nicht widersprochen. Sie ist Mitglied der Regierungspartei.

    1. Danke an Hans Kirchgässner und „Erklärbär“ aus Niederbayern. Das
      Foto wurde meiner Meinung von Rassisten missbraucht.

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