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#AufdieLiebe: Spiegel Online-Social Media-Redakteurin gelingt gefühlvolle Antwort auf den Terror in Brüssel

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Buzzer Wie auf die Negativschleife der immer neuen Terrormeldungen reagieren? Mit Liebe, dachte sich Spiegel Onlines Social Media-Redakteurin Kathrin Weßling und kreierte halb durch Zufall ein Mem, das als Hashtag #AufdieLiebe bei Twitter schnell zum Trending Topic wurde und dabei sogar die Hassbotschaft #StopIslam verdrängte. In der Timeline erheben inzwischen hunderte Nutzer ihre Gläser #AufdieLiebe.

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Der Trauer-Reflex griff auf die Terroranschläge von Brüssel fast routiniert über: Nach dem Anschlag gegen Charlie Hebdo solidarisierte sich das Web unter dem Hashtag #JesuisCharlie, im vergangenen November lautete die Trauerformel #JesuisParis, nun #JeSuisBrussels oder #PrayforBrussels.

Das war nicht jedermanns Sache. AfD-Chefin Frauke Petry etwa kritisierte die Social Media-Trauernden heftig: „Damit Sie Ihre nutzlosen Bilder nicht immer austauschen müssen, ein kleiner Tip: #IchbinWelt. Das passt immer und vor allem immer öfter, ihr Heuchler.“

Spiegel Online-Social Media-Redakteurin Kathrin Weßling (Twitter: @ohhellokathrina) konnte den Vorwurf offenkundig nicht nachvollziehen. Sie postete auf Facebook:

Bevor wieder alle losschreien, wie wenig hilfreich das Ändern von Profilbildern etc. ist: Liebe und Zusammenhalt (also…

Posted by Kathrin Weßling on Tuesday, March 22, 2016

Eine Stunde später teilte Weßling ihren Gefühlszustand mit ihren Facebook-Freunden in einem weiteren Post mit einem erhobenen Glas:

PS: Auf die Liebe, sich zuhören, sich & andere respektieren, ehrlich sein, heulen, schreien, auf über alles reden und trinken, auf küssen und Konfetti, auf das Leben und die Freiheit.

Posted by Kathrin Weßling on Tuesday, March 22, 2016

Was folgte, war eine rührende Eigendynamik, die so charakteristisch für das Social Media-Zeitalter ist: Facebook-Freunde und Twitter-Follower prosten zurück.

Als Weßling die Resonanz realisierte, schiebt sie das Hashtag #AufdieLiebe nach:

Dann geht alles ganz schnell – Hunderte Twitter-Nutzer erheben ihre Gläser auf die Liebe:

Das Hashtag wird zum Trending Topic und verdrängt sogar die Hassbotschaft #StopIslam.

Auch heute ist kein Ende der Liebes-Anti-Terror-Botschaft in Sicht: #AufdieLiebe trendet weiter und findet mediale Beachtung im In- und Ausland.

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Alle Kommentare

  1. Ich weiß nicht was dass mit dem ganzen Sozial- Meedia Klamauk auf sich hat, da wird gepostet, und gepostet, unterm Strich steht im Endeffekt nichts, aber auch nichts…!!!
    Da machen sich ein paar Personen wichtig…, die nichts zu entscheiden haben, die sollen sich alle mal etwas zurücknehmen, jeder glaubt allmählich über Twitter und Facebook muss er seine Ansichten äußern, die außer „Luft“ nichts enthalten, aber Hauptsache ich habe was mitgeteilt, bzw. geteilt, auch wenn es nur Schwachsinn ist…!!!
    Dazu kommen noch sämtliche „Experten“ die da sich äußern…, im Nachhinein…, vom echtem Insiderwissen soweit entfernt wie sonst was…!!!

    1. Danke cabrio650i – genauso sehe ich das auch! Ich farge mich, ob es ein normales Leben ohne Facebook, Twitter etc. je gegeben hat, und wo ist da der ganze Sch… geblieben? Schön auch, dass man wieder Grund genug hat, einen darauf zu trinken…

    2. Oh wie wahr.
      Dazu noch die überschaubaren Nutzerzahlen – hier bei Meedia war kürzlich ein erhellender Beitrag dazu – von Twitter „addiert“, kommt man recht schnell auf die tatsächliche Relevanz dieser 140-Zeichen-Nabelschau im echten Leben.
      Getoppt wird das nur noch durch diesen tollen Trend, eigenerstellte Beiträge durch eine willkürliche Aneinanderreihung von Tweets zu ersetzen. Journalismus 3.0? Liest das tatsächlich jemand? Grauenvoll.

  2. Blumenkinder mit Smartphone und narzistischer Motivation.
    Aber Dank der Erosion der Deutungshoheit der sog. Qualitätsmedien bei diesen gerne gesehen.
    Plötzlich entdecken mediale Hetzer und Heuchler die Liebe.
    Große Worte schnell getwittert ohne Anspruch an die eigene Lebensführung.
    Diesem Staat gefällt diese Einstellung. Erzeugt weniger Druck zur Selbstkritik und Neuausrichtung. Peace.

  3. Koppelt doch Spiegel-Online-Social-Media-Redakteurin mal ordentlich durch, so tut das doch beim Lesen weh. 😉

  4. Koppelt doch Spiegel-Online-Social-Media-Redakteurin mal ordentlich durch, so tut das doch weh beim Lesen. 😉

  5. Beim Spiegel hat man’s mit der Rechtschreibfertigkeit nicht so. Wirkt sehr am geistigen Prekariat orientiert, das Posting. Wie eigentlich alles mittlerweile beim Spiegel. 8 Rechtschreibfehler in drei Zeilen – das wäre Bild- oder Expressredakteuren allerdings nicht passiert. Da sieht man mal, welcher Bildungsstand den Stuss da überhaupt fabriziert.

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