buzzer-das-letzte-aus-dem-netz

Das ist die Bild-Reporterin, die Max Kruse aus der Nationalmannschaft kickte

Max-Kruse-Jessi-Gold-2.jpg

Ein dickeres Eigentor kann man kaum schießen. Am Samstag feierte Nationalstürmer Max Kruse seinen 28. Geburtstag mit einer wilden Sause in einer Berliner In-Disco. Dabei fotografierte ihn eine junge Frau. Wütend schnappte sich der Kicker das Smartphone und löschte die Fotos. Dumm nur, dass es sich bei ihr nicht um ein Disco-Häschen, sondern um die Bild-Reporterin Jessica Pillatzki handelte.

Anzeige

Während seiner Feier war es Kruse noch nicht klar, um wen es sich bei der Tanzflächen-Paparazza handelte. Das erfuhr er erst einige Stunden später, als er am Sonntag um 9.30 Uhr von Wolfsburg-Manager Klaus Allofs zur Rede gestellt und zu einer Geldstrafe von 25.000 Euro verdonnert wurde.

„Nicht zu wollen, dass ein Foto gemacht wird, ist ein Stück weit Naivität. Das ist ein falsches Verhalten, was er da an den Tag legt“, erklärte Allofs gegenüber Bild. Kruse selbst zeigt sich einsichtig. „Ich habe in Berlin mit Freunden meinen Geburtstag gefeiert und wurde mehrfach ungefragt fotografiert. Natürlich war ich irgendwann genervt und habe dann vielleicht unpassend reagiert. Das tut mir leid, ich habe das in einem persönlichen Gespräch mit der Bild-Journalistin am Sonntag ausgeräumt.“

Spontan sein! #party #dance #tour #nights #instadaily #happy #friends #music #goodmood #gold #girl #YouAndI #ontherun

A photo posted by Jessica Pillatzki (@jessi.gold) on

Die 26-jährige Reporterin, die bei Instagram unter Jessi.Gold ihre Party-Outfits postet, wird dem Kicker auch nicht sonderlich böse sein. Immerhin brachte seine Wut der Basketball-Expertin erst eine besonders lukrative Story ein. Wobei auch die Party-Fotos wohl schon gereicht hätten, weiter am Image des Stürmers zu kratzen. Gerade erste geriet Kruse negativ in die Schlagzeilen, weil er im vergangenen Herbst mitten in der Nacht in einem Berliner Taxi 75.000 Euro liegen lassen hatte. Seine Anzeige wegen Diebstahls gegen unbekannt brachte nichts; erst kürzlich stellte die Berliner Staatsanwaltschaft ein, ohne einen Täter ermittelt zu haben.

Wie der Kicker berichtet, soll Nationalcoach Jogi Löw nicht gerade begeistert sein und noch am heutigen Montag über mögliche Konsequenzen entscheiden. Zudem soll Kruses Karriere bei den Wölfen mittlerweile „am seidenen Faden hängen“.

Update (15.20 Uhr):
Auch wenn der Vorfall in der Berliner Disco das Fass wohl nur zum Überlaufen brachte, hat am Ende die Bild-Reporterin mit ihrem Handy-Fotos vom feiernden Fußball den Anlass gegeben, dass Bundestrainer Jogi Löw den Kicker aus dem Nationalkader warf. Auf der DFB-Webseite begründete der Trainer seine Entscheidung so: „Schon vergangene Woche habe ich Max Kruse klar gesagt, was ich von ihm erwarte, sowohl auf als auch neben dem Platz. Ich möchte Spieler, die sich auf den Fußball und die EM konzentrieren, auch zwischen den Spielen. Der Vorfall am zurückliegenden Wochenende widerspricht meinen Erwartungen. Max hat sich zum wiederholten Male unprofessionell verhalten. Das akzeptiere ich nicht. Die Europameisterschaft im Sommer wirft ihre Schatten voraus, dort haben wir mit der Nationalmannschaft große Ziele. Wir brauchen Spieler, die fokussiert und konzentriert und sich auch ihrer Vorbildrolle bewusst sind.“

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Ich frage mich eh, warum alle nur auf Kruse eindreschen.
    Klar war sein Verhalten nicht professionell, aber ihres war noch mieser.
    Ungefragt Fotos machen und dann wahrscheinlich noch auf so eine Reaktion warten, damit man mehr Aufmerksamkeit bekommt.
    Hätte Kruse nichts gemacht, hätte die Bild halt geschrieben: Wolfsburg-Profi feiert trotz schwacher Leistung.

    Die Bild war einfach mal wieder auf der Suche nach einer flachen Schlagzeile und die „Journalistin“ nach Aufmerksamkeit.
    Wenigstens kennt man sie jetzt….der Weg in den Dschungel ist dann auch nicht mehr weit.

    Und zum Rausschmiss aus der NM muss man nichts sagen.
    Lieber Spieler im Kader, die jahrelang gegen das Gesetz verstoßen (Führerschein) oder in Hotelhallen pinkeln und mit Döner werfen, als ein Spieler, der seine Privatsphäre schützen möchte….

  2. Der Bundestrainer sollte lieber zunächst mal gründlich vor seiner „Türe“ kehren, ehe er erwachsen Meschen Belehrungen zu geben im stante ist.
    Seine Vorbildwirkung war auch nicht immer die beste.

  3. Mein Gott Löw- wie peinlich dieser mediale Wiedergutmachungsblowjob für die BILD.
    Da hatte wohl jemand Schiss, dass Bildreporter beim Nichtrauswurf zukünftig unliebsame Fotos vom privaten Bundestrainer machen.
    Was eine Vorbildfunktion….

  4. Ich kann den Kicker gut verstehen und finde, dass er angemessen reagiert hat. Es gibt schließlich ein Recht am eigenen Bild, und es gibt einen sogenannten Paparazzi-Paragrafen 201a StGB, der bestimmte Aufnahmen untersagt (Auch der Presse). Das war eine private Situation, der Mann hat seinen Geburtstag gefeiert, das wird im Übrigen auch kein Nationaltrainer verhindern.
    Wenn ich sehe, wie diese Frau sich im Internet als Partysonne zur Schau stellt, dann frage ich mich schon, aus welchen Motiven heraus sie den Mann angegangen ist. Um es knapp zu sagen: für den Journalismus ist das alles kein Gewinn: weder die Frau, noch die Story, noch die einseitige Aufmachung hier bei Meedia.

    1. Das Motiv ist doch klar: Mit Fotos kann man gegenüber dem Finanzamt ohne Querelen belegen, dass die Sause mit Brause kein Privatvergnügen, sondern dienstlich veranlasst war :-).

  5. Da kommen sie wieder aus ihren Löchern die Scheinheiligen Tugendwächter der Dekadenten Gesellschaft und fallen über einen Jungen Mann her der seinen Geburtstag etwas ausgelassen gefeiert hat und natürlich ist die Regenbogenklatschpresse sofort zur stelle um ihn moralisch zu Verurteilen,dabei hat er niemanden belästigt oder geschädigt aber so ist es hier in dieser Scheinheiligen Gesellschaft.

  6. Nun Max, du bist jung, siehst gut aus, spielst in der Oberliga und fackelst gerne mal durch die Nacht. Who cares. Würdste Ibrahimovic oder Gündogan heißen, dann würden dir auch alle respektvoll auf die Schulter klopfen.
    Aber du bistn Weißbrot, ne Kartoffel, also benimm dich wie so ein weichgespülter Schwiegersohn für Löws pc Truppe.
    Und die Mademoiselle von der bild (ganz schreckliche Figur übrigens) würde es sich dreimal überlegen, den Zlatan nach einer Löschorgie so vorzuführen.
    Noch ein Tipp zum Schluß: Geh zu den Handballern 😉

  7. @ Foska: Bei § 201a StGB dreht es sich um Aufnahmen einer Person „die sich in einer Wohnung oder einem gegen Einblick besonders geschützten Raum befindet“. Soweit ich weiß, hat Herr Kruse aber in der Öffentlichkeit gefeiert.
    Weiterhin schützt der § 201a StGB vor „einer Bildaufnahme, die die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellt“. Da Herr Kruse das Handy von Jessica Pillatzki problemlos einfordern und dort Bilder löschen konnte, gehe ich davon aus, dass er nicht „hilflos“ im Sinne der Norm war.
    Ob Sie so gut sind und mir noch einmal erläutern, gegen welche Rechtsnorm Fotoaufnahmen von einer Person des öffentlichen Lebens in dieser Form verstoßen? Danke sehr!
    http://dejure.org/gesetze/StGB/201a.html

  8. Da kann man schonmal klatschen… Gratulation an den VFL, an den Bundestrainer und natürlich an den Qualitätsjournalismus der BILD-Zeitung.

    Das Recht am eigenen Bild in Deutschland ist ein Unterfall des durch Art. 2 Abs 1 in Verbindung mit Art. 1 GG geschützten Rechts auf informationelle Selbstbestimmung.[1] Es gibt dem Abgebildeten die Befugnis, über die Verwendung des Bildes zu bestimmen, einschließlich des Rechts, einer Veröffentlichung zu widersprechen.

    Ich bin mir sicher die werte Journalistin hätte Kruse im Nachhinein gefragt und um Erlaubnis gebittet, das Bild veröffentlichen zu dürfen… *reusper*
    Ich kann Kruses Aktion nachvollziehen, ganz anders als die Reaktion der oben genannten. Aus der Nationalmannschaft, weil man pokert und feiert? Klar. So viel Geld liegen lassen, da fragt man sich, was da schief geht. Andererseits ist uns doch eig. allen klar, dass im Fußball allgemein zu viel Geld fließt.
    Wie der Bundestrainer selber sagt:

    „[…] es kommt auf die Leistung auf dem Fußballfeld an…“

    Da hat er völlig recht. Solange Krise seine Tore schießt – und das tut er ja unübersehbar – ist doch alles gut. Und zum Argument der Vorbildsfunktion: Es stellt sich doch die Frage, was nun ein schlechteres Vorbild ist: Den Führerschein abgenommen bekommen, weil man zu oft zu schnell fährt, ohne Führerschen fahren oder allgemein den Kids ein Bild zu bieten, das zeigt, wie man mit kicken, posten und feiern so unmäßig viel Geld zu verdienen kann? Allgemein sollte kein Drama aus einem solchen Thema gemacht werden. Lasst uns lieber über politische Defizite in Europa, den USA und Russland diskutieren. Es gibt doch tatsächlich wichtigeres als 75000€, nen Video und Sprachaufnahmen.

    In dem Sinne: befasst euch mit relevanten Themen, dann kann man über so etwas lächeln.

    Grüße

    Links vor Rechts!

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige