Investigative Waffenbrüder: Spiegel gründet Recherche-Verbund mit acht europäischen Medien

Spiegel-Chef Klaus Brinkbäumer setzt auf internationale Zusammenarbeit
Spiegel-Chef Klaus Brinkbäumer setzt auf internationale Zusammenarbeit

Publishing In der neuen Ausgabe berichtet Der Spiegel über den Handel mit Schusswaffen und die Herkunft der Sturmgewehre, die bei den IS-Anschlägen im vergangenen Jahr in Paris verwendet wurden. Nicht nur die Story ist bemerkenswert, sondern auch die Recherche: Sie ist das erste Produkt eines neuen journalistischen Netzwerks, das Der Spiegel mit Redaktionen aus acht europäischen Ländern gegründet hat.

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Die in der EIC (European Investigative Collaboration) zusammengeschlossenen Medien haben laut Spiegel-Verlag zu dem Thema gemeinsam über Wochen recherchiert und die Ergebnisse miteinander ausgetauscht. Danach hat jede Redaktion die Recherchen über die internationalen Geschäfte mit gebrauchten Waffen mit eigenen Schwerpunkten verarbeitet und in der eigenen Sprache aufgeschrieben; sie werden an diesem Wochenende zeitgleich veröffentlicht.

Zu den Partnern des EIC gehören neben dem Spiegel: „Der Falter“ (Österreich), „El Mundo“ (Spanien), „L’Espresso“ (Italien), „Le Soir“ (Belgien), „Mediapart“ (Frankreich), „Newsweek Serbia“ (Serbien), „Politiken“ (Dänemark) und „RCIJ/The Black Sea“ (Rumänien). Der Spiegel hat dieses Netzwerk mit ins Leben gerufen, weil investigative Recherchen heutzutage immer öfter nach einer internationalen Zusammenarbeit, nach einem Austausch von Journalisten aus verschiedenen Ländern verlangen. So wie der Spiegel seine besten Zugänge zu vertraulichen Informationen in Deutschland hat, so haben andere Medien wertvolle Zugänge in ihren Heimatmärkten.

Die Waffengeschichte im aktuellen Heft soll das erste von mehreren Projekten sein, das sich die EIC für dieses Jahr vorgenommen hat. Gespräche über eine Erweiterung des Netzwerkes werden bereits geführt. „Die EIC wird weiter wachsen“, sagt Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer, „und uns in der Investigativ-Arbeit noch stärker machen.“

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Alle Kommentare

  1. Vielleicht gibts dadurch was aus den Fördertöpfen der EG. Die Altersversorgung in einem abgewirtschafteten Blättchens will schließlich bezahlt werden.

  2. Der Spiegel unter Brinkbäumer ist halt der/das Letzte. Lange, sehr lange, nachdem Steingart mit dem „morning briefing“ beim Handelsblatt neue Maßstäbe setzte und Springer mit der Beteiligung an „Politico“ vormacht,
    wie ein gutes Morgen-Briefing auf internatonalem Niveau aussehen kann, klappert „Alois Augstein“ hinterher ( Der Alte muß sich im Grab rumdehren, bei diesen Erben…… ) Nun also auch noch eine Allianz für die „investigative Arbeit“. Bei der präsentierten Truppe darf europaweit gelacht werden: „Le Soir“ aus Brüssel lebt von gelegentlichen Krümeln der belgischen Polizei. “ „Der Falter“ ist ein Wiener Stadtmagazin, das schon lange nichts mehr enthüllt hat. Die anderen: dito. Allein Edwy Plenel, früher Le Monde, jetzt Mediapart, hat das Zeug fürs Investigative. Leider hat er gerade ein paar Probleme mit der französischen Steuer und muß 2,5 Mio Euro zurückzahlen . Ja, die Recherche- und Spitzelallianz, auf die sich der Spiegel stützen will, ist nicht mehr als dritte Garnitur. Die Alpha-Tiere sind anderswo.

  3. Das würde ich eher Gleichschaltung nennen…..investigativ…ha, ha, ha….Nato, CIA, und Hochfinanz nahe Medien….ha, ha, ha….ihr seit so lustig!

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