DJV verteidigt Hayali: Frauke Petry soll „nicht mit fadenscheinigen Ausreden“ ablenken

DJV-Chef Frank Überall, Frauke Petry (Mitte) und Dunja Hayali
DJV-Chef Frank Überall, Frauke Petry (Mitte) und Dunja Hayali

Fernsehen Jetzt springt der Deutsche Journalistenverband Dunya Hayali im Streit mit Frauke Petry bei und ruft die AfD-Vorsitzende zu einem „fairen Umgang mit Journalisten“ auf. Nach Einschätzung des DJV-Vorsitzenden, Frank Überall, ist die Attacke der Politikerin gegen Hayali der offensichtliche Versuch, von ihrem vergessenen Interviewtermin mit dem ZDF-„Morgenmagazin“ am Tag nach den Landtagswahlen abzulenken.

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„Ein Interview zu vergessen ist kein Verbrechen“, erklärte der Verbands-Chef. „Dazu sollte man stehen und nicht mit fadenscheinigen Ausreden den Medien widersprüchliche Versionen auftischen.“ Von der Vorsitzenden einer Partei, die mit zweistelligen Prozentzahlen Wahlen für sich entscheide, erwarte er einen fairen Umgang mit Journalisten.

Bereits seit Montagmorgen schwelt ein Streit zwischen der Politikerin und dem ZDF um die Frage, warum Petry nicht zu einem verabredeten Interview beim Frühmagazin erschienen sei. Das Zweite besteht auf die Darstellung, dass ein Parteisprecher Petry im Nachhinein entschuldigt hätte, weil sie den Termin vergessen hätte.

Dem widersprach am Dienstag die AfD und machte einen Hackerangriff für das Verpassen der Verabredung verantwortlich. Während dieser gesamten Debatte schwang stets das Gerücht mit, dass Petry möglicherweise eine Konfrontation mit Hayali scheuen könnte. Die ZDF-Journalisten gilt als eine der profiliertesten und kritischsten TV-Kommentatoren der Pegida-Bewegung.

Am gestrigen Mittwoch holte Petry dann zum großen Rundumschlag aus. In einer Pressemitteilung der Partei heißt es:

Solange vor allem öffentlich-rechtliche Fernsehsender ihren Auftrag, so neutral wie möglich das pluralistische Meinungsbild darzustellen, dadurch missverstehen, indem sie offensichtliche Politaktivisten wie Dunya Hayali ein derartige breites öffentliches Forum bieten, ist mein persönliches Interesse, in diesem Rahmen über die aufstrebende Alternative für Deutschland zu berichten, deutlich reduziert.

Petry attackiert dabei explizit die ZDF-Moderatorin, die noch im Februar mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet wurde. Dunja Hayali habe offenkundig Probleme damit, „ihre journalistische Arbeit in einem aus Steuergeldern finanzierten Sender von ihrer politischen Einstellung zu trennen“, wirft Petry der 41-Jährigen vor, die sich für Vereine wie „Gesicht zeigen“ und „Respekt! Kein Platz für Rassismus“ engagiert.

Dunja Hayali sei „zunehmend mehr als politische Aktivistin denn als professionell arbeitende Journalistin“ zu betrachten. Petry empfiehlt dem ZDF daher gar, die Personalie Hayali zu überdenken: „Es sieht so aus, als würde im Moma dringend frischer Wind gebraucht“, findet die AfD-Chefin.

„Mit Entschiedenheit“ wendet sich nun der DVJ „gegen die Diffamierung der ZDF-Journalistin Dunya Hayali“. Die ZDF-Reporterin sei „eine renommierte Journalistin, die zwischen ihrem persönlichen Engagement als Staatsbürgerin und ihrer journalistischen Tätigkeit zu differenzieren weiß“, sagte Überall.

Einer ähnlichen Argumentation folgt auch das „Morgenmagazin“ selbst. In einer ersten Stellungnahme sagt Redaktionsleiter Thomas Fuhrmann, dass Frau Petry mit ihrer Pressemitteilung versuchen würde „von eigenen Versäumnissen abzulenken“.

 

Zu den Vorwürfen der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry antwortet der Redaktionsleiter des ZDF-Morgenmagazins, Thomas…

Posted by ZDF morgenmagazin on Donnerstag, 17. März 2016

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