Facklam muss gehen, Plasse übernimmt: Spiegel tauscht Vermarktungschef aus

Regionale Anzeigenoffensive in NRW vorerst gescheitert: Neuer Vermarktungschef Michael Plasse
Regionale Anzeigenoffensive in NRW vorerst gescheitert: Neuer Vermarktungschef Michael Plasse

Publishing Das Gerücht ging schon seit Monaten rum, jetzt meldet der Spiegel Vollzug: Vermarktungschef Norbert Facklam verlässt das Medienhaus, seinen Job übernimmt – vorerst – Verlagsleiter Michael Plasse zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben. Die Trennung erfolgt laut offizieller Mitteilung "im besten Einvernehmen und aller Freundschaft". Die Werbebuchungen beim Spiegel waren 2015 deutlich rückläufig.

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Norbert Facklam, 53, kam 1999 zum Spiegel-Verlag, wo er die Leitung der Anzeigendisposition übernahm. Im November 2000 wurde er stellvertretender Leiter und im März 2007 Leiter des Anzeigenmarketings im Spiegel-Verlag. Seit Mitte 2009 ist er Geschäftsführer der Quality Channel GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der Spiegelnet GmbH. Im September 2009 übernahm Norbert Facklam die Leitung von Spiegel QC, der integrierten Vermarktungsorganisation der Spiegel-Gruppe von Christian Schlottau.

Der neue Amtsinhaber Michael Plasse, 43, lobt den scheidenden Vermarktungschef in höchsten Tönen: „Norbert Facklam arbeitet seit 17 Jahren sehr erfolgreich für die Spiegel-Gruppe. Es ist maßgeblich sein Verdienst, dass sich die journalistischen Marken unseres Hauses im Werbemarkt hervorragend entwickelt haben und behaupten. Er hat Spiegel QC aufgebaut und nachhaltig als integrierten Premiumvermarkter positioniert. Norbert Facklam ist darüber hinaus ein hoch geschätzter Kollege, dem ich für seinen großen Einsatz von Herzen danke.“

Dass Facklam ausscheidet, kommt indes nicht überraschend. Bereits seit Ende vergangenen Jahres kursierten Gerüchte, dass er den Spiegel-Verlag verlässt. Denn der langjährige Vermarktungschef hat es trotz guter Kontakte in die Werbeindustrie nicht geschafft, die Anzeigenerosion beim Spiegel zu stoppen. So hatte der Verlag an der Ericus-Spitze im vergangenen Jahr im Anzeigengeschäft kräftig Federn gelassen. Bereits für 2015 hatte Facklam netto ein Minus bei den Werbeerlösen von sieben bis acht Prozent erwartet. Auch für das laufende Jahr soll der Vermarktungschef dem Verlag signalisiert haben, dass die Anzeigenumsätze netto weiter deutlich einbrechen.

Die offiziellen Zahlen: Der Brutto-Werbeumsatz des Spiegels lag laut Nielsen im Jahr 2015 bei 112,7 Mio. Euro. Das ist ein weiteres Minus von 4,7 Mio. Euro bzw. 4% gegenüber dem Vorjahr. Seit 2006 ging es für das Magazin Stück für Stück von 189,4 Mio. auf nun 112,7 Mio. Euro nach unten.

Dass Facklam geht, hat möglicherweise auch noch einen anderen Grund: So will der Verlag die Vermarktung umbauen, um Kosten zu sparen. Derzeit prüft das Unternehmen, das Back Office an ein externes Unternehmen auszulagern. Im Gespräch sind hier Gruner + Jahr sowie der Münchener Burda-Verlag. Damit verbunden wären personelle Einschnitte. Er war aber offenbar nicht bereit, diesen Aderlass mitgetragen.

Für Plasse bedeutet die neue Aufgabe eine große Herausforderung aber auch einen deutlichen Machtzuwachs. Der promovierte Betriebswirt hatte nach Stationen bei Gruner + Jahr zunächst als Verlagsleiter des manager magazins gewirkt, bevor er im August vergangenen Jahres von Geschäftsführer Thomas Hass zum Verlagsleiter befördert wurde. Diesen Job wird er neben seinem Co-Manager Jesper Doub weiter ausüben.

(ga/gl/js)

 

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