AfD-Chefin Frauke Petry attackiert Morgenmagazin-Moderatorin Dunja Hayali

Das ZDF-Morgenmagazin wartet auf Petry
Das ZDF-Morgenmagazin wartet auf Petry

Fernsehen Nach den wiederholt abgesagten Interviews im ZDF Morgenmagazin meldet sich Frauke Petry zu Wort. Die AfD-Chefin stellt via Pressemitteilung klar, dass sie tatsächlich ein "deutlich reduzierteres" Interesse habe, sich gegenüber einer "offensichtlichen Politaktivistin" wie Dunja Hayali zu äußern. Der Grund: Hayali trenne nicht private von beruflichen Interessen. Petry empfahl dem ZDF daher für das Morgenmagazin "dringend frischen Wind"

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Nach der Posse um vergessenen Auftritte beim ZDF Morgenmagazin meldet sich Frauke Petry zu Wort. In einer Pressemeldung, die dem Handelsblatt vorliegt, erklärte die AfD-Chefin ihr zweimaliges Fernbleiben:

„Solange vor allem öffentlich-rechtliche Fernsehsender ihren Auftrag, so neutral wie möglich das pluralistische Meinungsbild darzustellen, dadurch missverstehen, indem sie offensichtliche Politaktivisten wie Dunya Hayali ein derartige breites öffentliches Forum bieten, ist mein persönliches Interesse, in diesem Rahmen über die aufstrebende Alternative für Deutschland zu berichten, deutlich reduziert“, heißt es in der Pressemitteilung.

Petry attackiert dabei explizit die ZDF-Moderatorin, die noch im Februar mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet wurde. Dunja Hayali habe offenkundig Probleme damit, „ihre journalistische Arbeit in einem aus Steuergeldern finanzierten Sender von ihrer politischen Einstellung zu trennen“, wirft Petry der 41-Jährigen vor, die sich für Vereine wie „Gesicht zeigen“ und „Respekt! Kein Platz für Rassismus“ engagiert.

Dunja Hayali sei „zunehmend mehr als politische Aktivistin denn als professionell arbeitende Journalistin“ zu betrachten. Petry empfiehlt dem ZDF daher gar, die Personalie Hayali zu überdenken: „Es sieht so aus, als würde im Moma dringend frischer Wind gebraucht“, findet die AfD-Chefin.

Auslöser des Zwists mit dem ZDF war Hayalis öffentlicher Umgang mit Petrys Absage. Hayali hatte gestern in einem Facebook-Post erklärt, dass die Kommunikation mit der AfD wegen Petrys Auftritt „über SMS und Telefon“ gelaufen sei – ein deutlicher Widerspruch zur AfD-Darstellung, nach der ein Hackerangriff die Emailkommunikation lahmgelegt habe.

Frauke Petry und das ZDF morgenmagazin – eine kurze Erklärung, weil viele von Ihnen gefragt haben, was denn da los…

Posted by Dunja Hayali on Tuesday, March 15, 2016

Petry ärgert sich offenkundig  über die mediale Ausschlachtung der Kommunikation im Hintergrund:

„Es ist höchst ungewöhnlich, dass interne Kommunikation zwischen Pressestelle und Senderredaktion zum Anlass öffentlicher Berichterstattung gemacht werde, zumal das ZDF-Morgenmagazin noch am Abend des 13.03.2016 in Berlin mit seinem Interviewwunsch für die Berichterstattung am 14.03.2016 prompt bedient wurde“, kritisiert Petry.

Auch private Gründe führt die vierfache Mutter für ihr Ausbleiben im Morgenmagazin an:

Sie können sich vorstellen, dass ich mir als Mutter von vier Kindern, die morgens zwischen 6 und 7 Uhr nicht nur ein gemeinsames Frühstück, gefüllte Pausendosen, sondern vor allem ein bisschen Familienleben gewährleisten möchte, gut überlege, welche TV-Termine wichtiger als diese familiäre Aufgabe sind. Danke, dass Sie mir mit Ihrem Verhalten der letzten Tage diese Entscheidung nun so leicht machen

So ausführlich Petrys Erklärung ist, so unwahrscheinlich erscheint, dass die Pressemitteilung die Wogen zwischen der AfD und den Öffentlich-Rechtlichen glätten. Petry wirft Hayali vor, in Reportagen über die AfD „besonders aggressiv wirkende Szenen und Zitate für die Veröffentlichung bevorzugt zu verwenden“.

Update:

Mittlerweile springt auch der DVJ der ZDF-Journalistin bei. So sagte der DJV-Vorsitzende Frank Überall: „Ein Interview zu vergessen ist kein Verbrechen“, erklärte der Verbands-Chef. „Dazu sollte man stehen und nicht mit fadenscheinigen Ausreden den Medien widersprüchliche Versionen auftischen.“ Von der Vorsitzenden einer Partei, die mit zweistelligen Prozentzahlen Wahlen für sich entscheide, erwarte er einen fairen Umgang mit Journalisten.

Auch Hayalis Chef beim ZDF Morgenmagazin, Thomas Fuhrmann, stellt sich unterdessen in jeder Hinsicht hinter seine Moderatorin. Petrys Vorwürfe gegen Hayali seien „abwegig, um es höflich auszudrücken.“

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