Wirbel um FDP-Plan: Bayerischer Rundfunk sieht Programmangebot in Gefahr

BR-Intendanten Ulrich Wilhelm (li.) und Daniel Föst, Generalsekretär der FDP in Bayern
BR-Intendanten Ulrich Wilhelm (li.) und Daniel Föst, Generalsekretär der FDP in Bayern

Der Vorstoß von Daniel Föst, Generalsekretär der Bayern-FDP, den Bayerischen Rundfunk über ein Volksbegehren aus dem ARD-Verbund herauszutrennen, sorgt für Aufregung. Der Bayerische Rundfunk sieht durch den Vorstoß der FDP, die Programmvielfalt des Senders bedroht.

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Von Gregory Lipinski

„Die Zuschauer in Bayern könnten das Gemeinschaftsangebot wie beispielsweise den ‚Tatort‘ oder die ‚Tagesschau‘ auf klassischem Wege nicht mehr sehen“, meint der BR-Justitiar Albrecht Hesse. Zudem würden die ARD-Anstalten durch einen Programmaustausch untereinander kooperieren und so Beiträge sparen. Unterm Strich käme der Vorschlag für das Publikum damit sogar noch teurer, hieß es. „Der BR zahlt 16,5 Prozent Anteil am ARD-Programm, erhält aber 100 Prozent. Dies ist also eine Ersparnis von 83,5 Prozent, die bei einem ARD-Austritt verloren ginge“, meint Hesse.

Der Bayrische Rundfunk kritisiert den Vorschlag des Generalsekretär der Bayern-FDP als eine „sachferne Forderung“. Föst kenne offensichtlich die gesellschaftlich-historischen aber auch rechtlichen Hintergründe der föderalen Rundfunkstruktur in der Bundesrepublik Deutschland nicht. So sei die ARD ein Verbund von neun unabhängigen Landesrundfunkanstalten, deren Programmen auf regionale Interessen zugeschnitten seien und somit die föderale Meinungskultur in Deutschland sicherten. Die Zusammenarbeit und gemeinsame Aufgabenwahrnehmung der in der ARD zusammengeschlossenen Anstalten beruhten auf dem ARD-Staatsvertrag, dem Rundfunkstaatsvertrag der Länder sowie zahlreichen Vereinbarungen der Anstalten. „Bei einer Herauslösung des BR aus dem Senderverbund wäre die gebündelte Kraft aller Inhalte aus dem ARD-Verbund für das Publikum in Bayern nicht mehr zugänglich, die Vielfalt der Angebote aus allen Bundesländern ginge verloren.“

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Alle Kommentare

  1. Das Erste würde ja wohl auch in Bayern in den Kabelnetzen und auf dem Satelliten sein, genau wie zig andere ausländische Sender. Dass die dann „ausländische“ Tagesschau und die Spottschau nicht mehr über Bayern und den FC berichten, wäre auch kaum zu erwarten.

  2. Also ganz Europa kann die Angebote der ARD sehen aber die Bayern dann nicht mehr? Das das völliger Quatsch ist ist doch jedem klar. Wenn man nur solche Fragwürdigen Argumente hat dann ist man Argumentativ am Ende….

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