Keine Rüge für den Focus: Presserat weist alle Beschwerden zur Berichterstattung in Köln ab

Der damalige Chefredakteur Ulrich Reitz und der umstrittene Titel
Der damalige Chefredakteur Ulrich Reitz und der umstrittene Titel

Der Deutsche Presserat hat sämtliche Beschwerden zur Berichterstattung über die Vorfälle in der Silvesternacht in Köln zurückgewiesen. Wie Geschäftsführer Lutz Tillmanns der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag sagte, kam der Beschwerdeausschuss in allen Fällen zu der Einschätzung, die vorgebrachte Kritik sei nicht gerechtfertigt.

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Insgesamt hatten das Selbstkontrollorgan nach den zahlreichen Übergriffen auf Frauen während der Silvesternacht 31 Beschwerden erreicht. Elf waren schon vor der Sitzung des Beschwerdeausschusses als offensichtlich unbegründet bewertet worden. Von den 20 übrigen Beschwerden bezogen sich allein 14 auf ein Titelbild des Nachrichtenmagazins Focus, das eine unbekleidete Frau mit mehreren dunklen Handabdrücken auf der Haut zeigte.

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Der Vorwurf lautete, die Darstellung sei sexistisch und rassistisch. Der Ausschuss erkannte in der Abbildung jedoch keine herabwürdigende Darstellung von Frauen. Die Darstellung überschreite auch nicht die Grenze der Diskriminierung. Die Veröffentlichung sei durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Daher seien die Beschwerden unbegründet. Auch sechs weitere Beschwerden zu drei Berichten über die Silvesternacht in Köln wurden als unbegründet zurückgewiesen.

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Alle Kommentare

  1. Der Witz an der Sache ist, daß in Europa die Täter gleichzeitig auch Richter geworden sind. Der Staat hat sich aus der Verantwortung gezogen. Es gibt keine Gesetze mehr, die die Presse regulieren. Vielmehr haben wir nun das Gesetz des Urwalds als geltendes Recht. Das nennt sich dann freiwillige Selbstverpflichtung.

    Das „Urteil“ will ich gar nicht kritisieren, aber es kann morgen schon wieder anders aussehen. Vielleicht sogar in 10 Minuten.

    Was soll ich über die Medien sagen? Was Gutes? Das ist schon das Gute.

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